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Hagel
120 Profis beim 6. Techniker-Workshop des HPI-Zentrum
Zum insgesamt 6. Mal lud der Hageldienstleister HPI-Zentrum vergangene Woche zum Techniker-Workshop in sein Schlungszentrum im württembergischen Böblingen. 120 Praktiker aus Deutschland und den beiden Nachbarländern Österreich und Schweiz waren dabei dem Ruf von HPI-Geschäftsführerin Gerlinde Mundle-Müller sowie ihren beiden Vertriebs-Aktivposten Giuseppe Sciarrotta und Georg Müller gefolgt. Darunter waren neben vielen Ausbeulprofis auch zahlreiche Karosseriebau- und Lackiermeister sowie Kfz-Sachverständige. Gemeinsam widmete man sich aktuellen Kernthemen der Hagelinstandsetzung sowie den Bereichen Qualität, Qualifikation und technischen Neuderungen.
Untauglicher Reparaturweg
Das Hauptthema aber war wieder einmal die Befassung mit der neuen Berechnungsformel "Vorziehen zum Lackieren". Eine teilweise sehr lebhafte Diskussion kennzeichnete bei vielen Teilnehmern deren Redebeiträge. Am Ende waren sich, wie es HPI-Vertriebschef Georg Müller zusammenfasste, sowohl Karosserie-und Lackiermeister, als auch die Spezialisten mit jahrerlanger Erfahrung in der Hageltechnik im Ergebnis darüber einig, "dass der vorgegebene Reparaturweg so nicht durchführbar ist". Damit stünden die Techniker nicht zuletzt in Übereinstimmung zu "den großen Hagelunternehmen und vieler Sachverständigen".
Wie überlebt man die ersten Jahre im Hagelreparaturmarkt?
Wie breit die thematische Befassung auf dem 6. Techniker-Workshop des HPI-Zentrums angelegt war, zeigte auch ein betriebswirtschaftlich wichtiges Feld für die Unternehmer. Georg Müller gab beispielsweise Tipps, wie man insbesondere als "Newcomer" im Hagelinstandsetzungsgeschäft "die ersten drei Jahre überstehen kann" und wie die grundsätzlichen steuerrechtlichen Themen erfolgreich und rechtssicher von Jungunternehmern angegangen werden sollten.
Außerdem wies er darauf hin, auch im Jahr 2011 "penibel darauf zu achten, seriös und ordentlich zu kalkulieren, auch wenn das Hageljahr 2010 nicht den nötigen Ertrag gebracht hat".
Klares Plädoyer für den Hagelverband BVAT
Der in der Schadenwelt nicht minder bekannte Göppinger Kfz-Sachverständige Karl Heinz Fuchs erklärte danach den Spezialisten, wie seine neue Hagelakademie funktioniert. Am kommenden Mittwoch wird Fuchs auf seinem eigenen Hagel-Workshop in Fellbach ebenfalls intensiv auf das Akademie-Thema eingehen. Ausdrücklich unterstützte Karl-Heinz Fuchs in seinem Vortrag auch die Zielsetzungen des noch jungen Bundesverbandes Ausbeultechnik und Hagelinstandsetzung, kurz BVAT e.V., welchem unter anderen HPI als Gründungsmitglied mit angehört. Den Technikern in Böblingen empfahl der Sachverständige, sich ebenfalls innerhalb dieses Verbandes zu engagieren, "da der Markt eine einheitliche Regelung braucht".
"Keine elitäre Gesellschaft"
BVAT-Geschäftsführer Dr. Wolf-Henning Hammer räumte seinerseits in einem spannenden und informationsreichen Referat mit den Missverständnissen auf, die seiner Ansicht nach noch immer in der Branche gegen den BVAT kursieren. Der Verband sei ausdrücklich "keine elitäre Gesellschaft, sondern vertritt seit Anfang an die Interessen der gesamten Hagelbranche". Diese Linie könne man kommende Woche auch anhand weiterer Projekte des BVAT, die bei der Fuchs-Akademie in Fellbach noch vorgestellt werden, deutlich erkennen, so Hammer.
Der 6. HPI-Techniker-Workshop in Böblingen verstand sich als offene Veranstaltung, was auch daran erkennbar wurde, dass zum ersten Mal mit Blick auf eine möglichst objektive Meinungsbildung mit Josef Critelli von dem noch jungen Hagelunternehmen Form.Pur auch ein Mitbewerber eingeladen war. "Somit ist eventuell der Grundstein für einen neuen Szenetreff gelegt. Wir empfehlen die Nachahmung", meinte HPI-Vertriebschef gegenüber AUTOHAUS-Schaden§manager nicht ganz ohne Zukunftsvision.
Schadensteuerung in der Schweiz
Selbst ein Blick über die Grenzen Deutschlands hinaus wurde den insgesamt 120 Teilnehmern des HPI-Workshops geboten: So zeigte beispielsweise Jan Kalvoda von der Elementaris AG aus der Schweiz auf, wie Schadensteuerung bei den Eidgenossen funktioniert und was passiert, wenn sich Hageltechniker nicht organisieren.
Manfred Just, stellvertretender Hauptabteilungsleiter Technik der Deutschen Automobil-Treuhand (DAT) in Ostfildern, erläuterte anschließend das Silver-DAT Kalkulationssystem speziell für Hagel anhand eines simulierten Schadens. Feststellbar war dabei ein sehr hohes Interesse der anwesenden Teilnehmer. "Je mehr Techniker dieses Kalkulationssystem anwenden, desto mehr Kalkulationssicherheit haben wir auf dem Markt", lautete denn auch das Plädoyer von HPI-Manager Georg Müller hierzu.
Am morgigen Samstag beteiligt er sich mit dem HPI-Zentrum als einer von insgesamt sieben Sponsoren übrigens auch am 8. Sachverständigentag der FSP, der traditionell im Congress Center der Messe Leipzig stattfinden wird. Die Sachverständigen- und Hagelwelt kann dabei auf dem HPI-Ausstellungsstand insbesondere die divergenten Themen des Workshops von Böblingen nochmals vertiefend diskutieren. (wkp)
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(Foto: HPI-Zentrum GmbH)
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