Donnerstag, 17.05.2012
30.11.2009
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Zeitung

5.000 Nachrücker erhalten Abwrackprämie

Knapp drei Monate nach dem Auslaufen der Abwrackprämie für Altautos erhalten laut "Frankfurter Neue Presse" 5.000 Nachrücker den Zuschuss von 2.500 Euro. In der nächsten Woche würden sie Post vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) bekommen, berichtet die Zeitung (Samstag) unter Berufung auf das Amt. Weitere 10.000 Antragsteller auf der Warteliste hätten gute Chancen, ebenfalls noch zum Zuge zu kommen. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter rechnet nach einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" (Montag) unterdessen mit zahlreichen Betrugsfällen bei der Prämie. Fünf bis zehn Prozent der abzuwrackenden Fahrzeuge seien ins Ausland verschoben worden. Das Amt hatte insgesamt 15.000 Nachrücker registriert (wir berichteten). Sie erhalten die staatliche Umweltprämie, wenn frühere Anträge rechtskräftig abgelehnt oder von den Autokäufern nicht in Anspruch genommen werden. Das Bafa hatte die Warteliste eingerichtet, weil viele Prämien wegen fehlerhafter Unterlagen der Antragsteller frei wurden. Laut "Frankfurter Neue Presse" lehnte das Amt etwa 0,5 Prozent der Anträge ab. Die Antragsteller konnten den Kaufvertrag nicht nachweisen oder es handelte sich um Jahreswagen, die schon einmal zugelassen waren. BDK: 125 Millionen Euro ergaunert Bislang hätten die Sachbearbeiter des Bundesamtes 72 Prozent der Anträge auf Abwrackprämie abgearbeitet und 3,4 Milliarden Euro ausgezahlt, berichtete das Blatt. Nach Angaben der "Leipziger Volkszeitung" profitierten Autohalter in Nordrhein-Westfalen mit 20 Prozent am meisten von der Prämie. Schlusslicht sei Bremen mit 0,4 Prozent, berichtet die Zeitung mit Verweis auf das Amt. Im Osten liege Sachsen mit sechs Prozent der Zahlungen vorn. Der Vizepräsident des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Wilfried Albishausen, rechnet dem Blatt zufolge allerdings damit, dass 125 Millionen Euro der Prämie organisierten Kriminellen in die Hände gespielt würden. Die Abwrackprämie für Autokäufer, die ihren mehr als neun Jahre alten Wagen verschrotten und einen Neuwagen kaufen, war am 2. September ausgelaufen. Der staatliche Fördertopf umfasste insgesamt fünf Milliarden Euro. Damit bezuschusste die Bundesregierung den Kauf von rund zwei Millionen Neu- und Jahreswagen. Die Prämie gab dem deutschen Automarkt in der weltweiten Krise kräftigen Schub. Vor allem Kleinwagenhersteller und -händler profitierten von der staatlich stimulierten Nachfrage. (dpa)

 
 

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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

01. Dezember 2009 11:07
Jörg-Uwe Banach meint:
Da es sich bei der Abwrackaktion nicht um ein Gesetz, sondern eine Richtlinie handelt, ist ein Verstoß - wie z. B. der Weiterverkauf der Schrottautos ins Ausland - allenfalls eine Ordnungswidrigkeit, aber keine Straftat.

Allerdings müsste man darüber nachdenken, ob es sich in zweiter Linie nicht um einen Subventionsbetrug handeln könnte, welcher dann wiederum eine Straftat wäre.

Trotzalledem: Die Richtlinie hat eindeutig besagt, dass die Autos verschrottet werden müssen... wird dagegen verstoßen, ist in jedem Fall die Rückzahlung der Umweltprämie fällig! In meinen Augen wäre es zwar sinnvoller gewesen, die Autos in der Tat legal ins (beispielsweise nordafrikanische) Ausland zu exportieren, um dort die richtig alten Glocke aus dem Verkehr zu ziehen, aber das lässt die Richtlinie eben nicht zu. Punkt.

Bezüglich der Nachrücker: Gut gepokert und möglicherweise gewonnen! Ich habe da auch noch ein-zwei Kunden in petto.


01. Dezember 2009 09:16
Uwe Peithner meint:
Mich würde interessieren woher der Bund Deutscher Kriminalbeamter seine Zahlen hat. Und ob für diese Zahlen Beweise vorliegen.


30. November 2009 16:03
kay wessendorf meint:
Warum ist es kriminell , abwrackfahrzeuge ins ausland zu verkaufen ??
Kriminell ist diese enorme wertvernichtung !!
Hätte man alle fahrzeuge legal ins ausland verkaufen können , dann wäre
der positive effekt für den deutschen neuwagenhandel der gleiche
gewesen . Aber dann hätten alle etwas davon gehabt : gebrauchtwagenhändler , exporteure , speditionen zu land und zur see ,
und die abnehmer in drittländern . Und durch dieses dann legale geschäft wären auch steuereinnahmen für vater staat angefallen .

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