Donnerstag, 09.02.2012
27.10.2009
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Entlassungswelle

700 Karmann-Mitarbeiter müssen gehen

Beim insolventen Autozulieferer Karmann werden bis Ende der Woche rund 700 Mitarbeiter die Kündigung erhalten. Das sagte am Dienstag der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Gerhard Schrader in Osnabrück. "Die Entlassungen müssen bis Monatsende zugestellt werden, damit sie wirksam sind", sagte er. Insolvenzverwalter Ottmar Hermann hatte Mitte Oktober wegen der schlechten Auftragslage die Schließung von Teilbereichen angekündigt. Künftig werden höchstens noch 800 Menschen bei Karmann arbeiten. Die Karmann-Gesellschafter und Volkswagen verhandeln schon seit längerer Zeit über eine Übernahme des Karmann-Werks in Osnabrück (wir berichteten). Kreisen zufolge verlangen die Gesellschafter einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag von VW. Der Autokonzern ist laut Medienberichten bislang bereit, 20 Millionen zu zahlen. Von VW gab es dazu keinen Kommentar. Die Karmann-Gesellschafter, die Familien Battenfeld, Boll und Karmann, weisen auf Verpflichtungen aus großen Investitionen in das Werk hin. So gebe es noch Restschulden aus dem Bau einer neuen Lackieranlage vor einigen Jahren in Höhe von 25 Millionen Euro. Die Familien wollten kein Angebot annehmen, was darunter liege, hieß es aus informierter Quelle. Einen Zuschlag müsse es auch für die Anlagen, Maschinen, Hallen und Immobilien von Karmann geben, die noch im Besitz der Eigentümer sind. "Die Belegschaft ist psychisch am Ende" Für den Betriebsrat gab Schrader keine Stellungnahme zu den Übernahmegerüchten ab. "Die Belegschaft ist psychisch am Ende", sagte er. "Wir haben in der Vergangenheit schon mehrfach geglaubt, sichere Zukunftsprojekte zu haben", betonte er. Die Hoffnungen seien in den vergangenen Jahren immer wieder enttäuscht worden. Die jüngsten Kündigungen in dieser Woche sei die elfte Entlassungswelle seit 2004. Damals beschäftigte Karmann weltweit noch 9.900 Menschen und war Europas größter Cabrio-Hersteller.

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Verhandlungen mit Autobauern unter Hochdruck

 
 

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