Mittwoch, 08.02.2012
18.08.2010
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Audi-Handel

A1-Bonussystem in der Kritik

Im Audi-Handel regt sich Unmut über das exklusive Bonussystem für den neuen A1. In mehreren Gesprächen mit AUTOHAUS Online kritisierten Vertriebspartner vor allem die Komplexität und die fehlende Transparenz des Systems: "Wir wissen nicht, wie viel wir verdienen werden", so der Händler-Tenor. Der Ertrag sei jedoch die wesentliche Geschäftsgrundlage der Unternehmen. Ebenfalls stößt den Betrieben sauer auf, dass das Bonussystem erst kurz vor Marktanlauf des Fahrzeugs zugestellt wurde. "Diese Vorgehensweise ist weit weg von Partnerschaft", heißt es.

Beim A1-System treten an die Stelle der normalerweise zusätzlich zur Grundmarge erreichbaren sechs Boni seit Anfang Juni ein Basis- und ein Ausstattungsbonus (wir berichteten). Die Berechnungslogik mit jeweils zehn Bonuslevels und Händler-Ranking sei nichts für einen einfachen Autohändler. Ein Audi-Partner: "Da muss man schon ein promovierter Diplom-Mathematiker sein, um dies zu verstehen."

Den vom Hersteller beabsichtigten Einmaleffekt – das Eindämmen einer zu schnellen und zu hohen Rabattierung des A1 – bewerten die Unternehmer unterschiedlich. Ein Befürworter ist etwa Uwe Feser, Geschäftsführer der Feser Graf Gruppe in Nürnberg: "Ich finde das Margensystem sehr gut, da es dadurch nicht so viele Nachlässe gibt". Auch das Internet werde etwas beruhigt. Der Autohaus-Chef kann sich dieses System auch für andere Modelle vorstellen.

Dagegen sehen einige Autohäuser die Wirkung des Bonussystems bereits als verpufft an: Wochen vor Markteinführung seien "genügend" Angebote mit zwölf Prozent und mehr auf dem Markt. "Ein vollkommener Wahnsinn!", urteilte ein süddeutscher Händler, der nicht genannt werden wollte.

Zurückhaltendes Marketing

Angesichts der mangelnden Planungssicherheit scheuen die verunsicherten Betriebe derzeit vor kostspieligen Marketingaktionen rund um den Start des Kleinwagens zurück. Die Folge: Zumindest regional laufe der Vorverkauf des A1 schlecht, erklärte ein Autohaus-Inhaber aus Norddeutschland. Als weiteren Grund nannte er das aus seiner Sicht "nicht stimmige" Preis-Leistungsverhältnis des Fahrzeugs. Zweifelsohne sei der A1 ein gutes Auto, einigermaßen ausgestattet schlage er aber mit rund 25.000 Euro zu Buche – zu viel für einen Wagen der Polo-Klasse. Zumal der Newcomer hinsichtlich Kultfaktor und Erbe nicht mit dem Rivalen Mini mithalten könne. (rp)

 
 
 

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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

19. August 2010 16:50
E.Kühlwetter (wallibelli) meint:
@ Herrn Arend,
Nein, Kultstatus sehe ich nicht. Das wurde ja in meinem Erstbeitrag deutlich. Der muß erarbeitet bzw. verdient werden.

Eroberungspotential sehr ich wohl. Der Trend zum kleineren Auto
insbesondere im und für den Ballungsbereich ist verbunden mit
besseren Ausstattungen und höherer Prestigedenke. "Kleiner dafür feiner" oder "Weniger dafür besser" ist ein inzwischen auch von Forschern bestätigter neuer Konsumtrend als Konsequenz aus der Wirtschafts- und Finanzkrise.

Einer meiner besten Freunde ist MINI-Verkäufer in einer rheinischen Großstadt. Da geht das Auto wie geschnittenes Brot. Man muss aber sehen, dass der MINI - Anteil inzwischen im Gewerbebereich bzw. als Dienstwagen sehr hoch ist. Besonders bei Firmen / Mitarbeitern der Digital- und Internet-Branche zieht der Kultstatus. Hier braucht es Zeit für den A 1, eine relevante Positon aufzubauen.

Andererseits gibt es außer MINI kein adäquates Angebot in diesem Segment. Und so lange MB nichts anderes als die A- und B - Klasse für Senioren hat, sehe ich speziell bei Frauen Neukundenpotentiale. Junge Frauen aus begütertem Hause, bei Frauen in den mittleren Jahren als Zweitwagen oder bei berufstätigen Alleinstehenden, städtisch orientierten als Alleinwagen. Es gehören beileibe nicht alle zahlungsfähigen Frauen der Schickeria an. Man unterschätzt den Anteil der status-, qualitätsbewußten und praktisch orientierten Frauen.

Ein Prognose zum Absatz des A 1 ist erst dann möglich, wenn die relevante Stückzahl der optischen Wahrnehmung im öffentlichen Umfeld erreicht ist, also ca. 30.000 Zulassungen. Generiert er dann selbst Nachkäufer, kann es etwas werden. Bis dahin heißt es optimisitisch bleiben und systematisch vorhandene Potentiale definieren, eruieren und akquirieren. Schließlich hat man ein völlig neues meinungsneutrales Audi-Produkt. Den ersten ausführlichen Testvergleich hat der A 1 gegen den MINI, DS 3 und POLO gewonnen. Nachzulesen in der AUT0 Zeitung vom 18.8.2010. Das ist doch schon mal ein guter Anfang.


19. August 2010 15:52
Karl Schuler meint:
"Wir wissen nicht, wie viel wir verdienen werden", so der Händler-Tenor. Kennen Sie den Witz mit den zwei Schuhverkäufern? Der Erste wird nach Afrika geschickt und berichtet: "Hier laufen alle barfuß. Hier kann ich nichts verkaufen!", meldet er seiner Zentrale. Der Zweite ruft an und sagt: "Hier laufen alle barfuß. Hier kann ich viel verkaufen!"

Also liebe Audi-Händler. Alles eine Frage der Einstellung. Dieses Fahrzeug eröffnet Ihnen neue Interessenten und Kunden. Jahrelang wurde Ihrerseits nach einem Einstiegsmodell gerufen. Übrigens dürfen Marketingaktionen kostspielig sein. Tage der Offenen Tür und Probefahrten werden Ihrem Autohaus die Kundschaft der nächsten Jahre ins Haus spülen. Und ob das Preis/Leistungsverhältnis stimmig ist, entscheiden Sie zusammen mit Ihren Kunden.


19. August 2010 15:03
Günther Arend meint:
@Herrn Thorsten G.H.: "Bei unrealistischen Preisen, wie bei Automobilen üblich, ist kein Kunde bereit diesen zu bezahlen." Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen! Der mörderische Wettbewerb beginnt mit 9.999 Euro Angeboten, Niedrigleasing und Superzinsen für Kleinwagen. Platzhirsche heißen Polo, Fiesta und Corsa. Da wird der Neue sowohl im Segment als auch bei Audi selbst eine Randnotiz bleiben. Also kein Grund, sich mit dem Bonussystem unmütig auseinander zu setzen.
@Herrn E.K.: Sehen Sie "Kultstatus" und Eroberungspotential? Ich nicht! Mit sportlichen Grüßen.

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