GTÜ-Mängelstatistik: Abwrackprämie erhöht Sicherheit

27.03.2009 08:30 Uhr
Wegen der staatlich geförderten Verschrottung von Altautos werden laut GTÜ 1,4 Millionen Mängel für immer beseitigt.
© Foto: ddp / Theo Heimann

Knapp 54 Prozent der von der GTÜ im vergangenen Jahr untersuchten Fahrzeuge wiesen Mängel auf. Positiv: Wegen der geförderten Verschrottung von Altautos werden insgesamt 1,4 Millionen Defekte für immer beseitigt.

Mehr als die Hälfte aller Pkw im Verkehr stellen ein mögliches Sicherheitsrisiko dar – das zeigt die GTÜ-Statistik 2008: Knapp 54 Prozent der im Laufe des Jahres untersuchten Fahrzeuge wiesen Mängel auf. Das sind 200.000 Pkw mehr als im Vorjahr. Bei 17,3 Prozent der Fahrzeuge stellten die Prüfingenieure sogar erhebliche Mängel fest. Diese hohe Zahl bezeichnete die GTÜ am Freitag auf der Leipziger Automesse AMI als "besorgniserregend". Insgesamt seien bereits sieben Millionen Fahrzeuge mit gravierenden Mängeln unterwegs, Tendenz steigend. Dies liege zum einen daran, dass die Autos auf Deutschlands Straßen immer älter werden, zum anderen an der sinkenden Bereitschaft zu Wartung und Reperatur. Die GTÜ nahm im vergangenen Jahr 3,4 Millionen Hauptuntersuchungen vor. Dies entspreche einem Marktanteil von 13,4 Prozent (plus 4,4 Prozent). Die staatliche Umweltprämie wirkt sich den Angaben zufolge positiv auf die Verkehrssicherheit aus: Autos mit insgesamt 1,4 Millionen Mängeln werden im Zuge der Aktion verschrottet. GTÜ-Geschäftsführer Rainer de Biasi betonte, dass durch eine Aufstockung der Prämie eine erhebliche Anzahl weiterer Mängel von den Straßen verschwinden würde. "Bei einer Milliarde Euro zusätzlich im Prämientopf könnten nochmals 400.000 Wagen mit insgesamt einer Millionen Mängel durch Neuwagen ersetzt werden." Platz eins auf der Mängelliste nehmen nach wie vor Beleuchtung und Elektrik ein (23,5 Prozent). Dem folgen Bremsanlagen auf Platz zwei (17,7 Prozent) und Achsen, Räder und Reifen (17,5 Prozent). Dahinter rangieren Umweltbelastungen wie Motorabgase, Ölverluste und Lärmentwicklung mit 16,7 Prozent. Wie schon in den vergangenen Jahren waren ältere Fahrzeuge in der HU besonders auffällig. 72,4 Prozent dieser Autos wiesen Mängel auf, rund 25,1 Prozent hatten erhebliche Defekte oder waren sogar verkehrsunsicher. Die GTÜ erneuerte ihre Forderung, Fahrzeuge ab dem Alter von neun Jahren einer jährlichen Untersuchung zu unterziehen. (nt)

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