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Studie
Abwrackprämien noch mit Reserven
Die Umweltprämie hat sich positiv auf die Umwelt und die Verkehrssicherheit in Deutschland ausgewirkt. Nach einer am Montag in Paris veröffentlichten Studie des Weltverkehrsforums der OECD und die FIA Foundation wird durch den Austausch alter Autos gegen neuere Fahrzeuge jetzt insgesamt weniger Kohlendioxid (CO2) emittiert. Dank moderner Assistenzsysteme seien die Wagen außerdem sicherer geworden. Doch in beiden Bereichen wäre mehr möglich gewesen, urteilten die Autoren der 70-Seiten-Studie. Sie hatten auf die Abwrackprogramme in Deutschland, den USA und Frankreich verglichen.
Laut Weltverkehrsforum sind hierzulande viele Kleinwagen gegen Mittelklassewagen eingetauscht worden, was die Wirksamkeit reduziert habe. Deutschland habe durch die Abwrackprämie CO2-Emissionen im Wert von lediglich zehn Millionen Euro eingespart, hieß es.
Die Bundesregierung hatte 2009 im Rahmen des Konjunkturpakets II die Abwrackprämie aufgelegt. Gewährt wurde ein staatlicher Bonus in Höhe von 2.500 Euro, wenn ein Privatkunde ein mindestens acht Jahre altes Auto verschrottete und im Gegenzug einen Neu- oder Jahreswagen anmeldete. Der Bund stellte dafür einen Fördertopf von fünf Milliarden Euro bereit. Die Prämie sollte in der Finanz- und Wirtschaftskrise zum einen die Pkw-Nachfrage anzukurbeln. Zum anderen sollte sie die Flotte erneuern und damit die Schadstoffbelastung der Luft senken.
Vor allem der Umweltnutzen ist bis heute umstritten. Hinsichtlich CO2-Minderung in Deutschland gibt aber auch die OECD-Studie kaum Aufschluss. Das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) bezifferte in seinem Abschlussbericht den durchschnittlichen CO2-Ausstoß der Prämienautos auf 142 g CO2/km. Dagegen waren die Altfahrzeuge durchschnittlich 14,4 Jahre alt und – hatten entsprechend ungünstige Verbrauchs- und Emissionswerte. Das Kraftfahrt-Bundesamt konstatierte Ende 2009: Durch die Verlagerung zu kleineren Autos in Folge der Umweltprämie verringerte sich die durchschnittliche CO2-Emission der neu zugelassenen Autos auf 154,2 g/km (minus 10,6 g/km).
Enormer Sicherheitsgewinn
Immens gestiegen ist gleichwohl die Verkehrssicherheit – dank der besseren Ausstattung der neuen Wagen mit Fahrerassistenzsystemen wie ESP. Die OECD rechnet durch den Abwrackboom mit bis zu 60 Verkehrstoten und 6.100 Schwerverletzten weniger auf deutschen Straßen.
Das Fazit der Experten: Die Zielsetzung von Abwrackprogrammen sollte in Zukunft sehr genau durchdacht werden. Nur wenn die Bedingungen und Anreize für die Verschrottung von Altwagen und den Kauf von Neuwagen differenziert gesetzt werden, ließen sich optimale Ergebnisse erzielen. Denkbar wäre beispielsweise die Kopplung der Prämie an den Kauf eines neuen Autos, das weniger als 100 Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt. (rp)
Die komplette Studie (in Englisch) ist über den Link unten in der Downloadbox abrufbar.
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(Foto: GTÜ)
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