Donnerstag, 17.05.2012
24.03.2010
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Markenchef Muir

"Allein mit Kosteneinsparungen ist Seat nicht zu retten"

Mit einer verstärkten Expansion auf den europäischen Automärkten will Seat ihre Krise überwinden und aus den roten Zahlen herauskommen. "Allein mit Kosteneinsparungen ist Seat nicht zu retten", sagte Seat-Präsident James Muir am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in Martorell bei Barcelona. "Wir müssen entschieden höhere Einnahmen erzielen, und dazu müssen wir mehr Autos verkaufen." Dies könne nur erreicht werden, wenn der Autohersteller nicht allein auf Spanien schaue. "Unser Markt ist Europa." Seat ist das Sorgenkind der Volkswagen-Gruppe. Das Unternehmen fuhr 2009 noch tiefer in die roten Zahlen und registrierte Verluste von 339 Millionen Euro, mehr als viermal so viel wie im Vorjahr. Der Umsatz sank um 15 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro. Die Zahl der verkauften Fahrzeuge ging um 8,5 Prozent auf 337.000 zurück. Trotz der Krise habe Seat 2009 fast 510 Millionen Euro investiert und damit bewiesen, dass es auf die Zukunft setze, betonte Muir. Der Seat-Präsident konnte allerdings nicht sagen, wann die VW-Tochter aus den roten Zahlen herauszukommen hoffe. "In diesem Jahr werden wir noch nicht die Gewinnzone erreichen", sagte er. "Die nächsten drei Jahre sind kritisch für Seat." Für 2012 bereite das Unternehmen eine große Offensive vor mit dem Ziel, sein Werk in Martorell besser auszulasten. In der Fabrik könnten 500 000 Autos im Jahr hergestellt werden. Diese Kapazität werde derzeit nicht einmal zu 60 Prozent genutzt. "Wenn wir die Fabrik nicht auslasten, werden wir auch kein Geld verdienen", betonte der Manager. Eine bessere Auslastung habe für Seat derzeit die höchste Priorität. Daher seien für dieses Jahr keine Entlassungen, sondern Neueinstellungen geplant. Das Unternehmen hat 10.400 Beschäftigte. Der Hersteller führte ihre Verluste in erster Linie auf die schwere Wirtschaftskrise in Spanien und den Einbruch des dortigen Automarktes zurück. In Deutschland dagegen konnte Seat die Zahl seiner verkauften Autos um 37 Prozent auf 56.000 erhöhen und in Großbritannien um drei Prozent auf 30.000. In Deutschland stieg der Marktanteil von 1,3 auf 1,5 Prozent. (dpa)

 
 
 

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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

25. März 2010 11:58
Karl Schuler meint:
Bei jedem Auto, dass die Werkstore 2009 verlassen hat, 1.000 Euro (in Worten: eintausend Euro) draufgelegt??? 339 Millionen Euro Verlust mit 337.000 produzierten Autos! Oder jeden Tag ca. 928.000 Euro versenkt!

Das Geld für Investitionen in Höhe von 510 Mio. Euro war da. Außerdem verfügt die Marke über ein funktionierendes Vertriebsnetz und hat Zugriff auf einen umfangreichen VW-Teilebaukasten.

An dieser Stelle darf die ernsthafte Frage erlaubt sein, ob dieses verlustreiche Spanienengagement nicht ein gut funktionierendes Abschreibungsobjekt von Volkswagen ist?


25. März 2010 11:40
Ronny Schulz meint:
Man muss doch mal erhrlich sein: Wenn ein Hersteller wie Seat erst im Jahr 2008 aufwacht, dann kann man nicht erwarten das gleich Gewinne gefahren werden. Der neue Seat Ibiza hat sich gut in Europa plaziert. Das gleiche gilt für die neuen Modelle vom Leon, Altea und Altea XL. Ich bin mir auch sicher das der neue Seat Ibiza ST und der neue Seat Alhambra seine Käufer finden wird. Also man stellt fest, das die Produktpalette für Europa passt. Vielleicht sollte man sich in Wolfsburg mal über die Personalpolitik bei Seat gedanken machen. Wer Autohaus Online verfolgt, der stellt fest, dass jede Woche über Personalveränderungen bei Seat zu lesen ist. Dabei unabhänig ob in Spanien oder Deutschland.
Zu den Verlusten ist zu sagen, dass auch andere Hersteller damit zu kämpfen haben, das ist nichts neues. Wenn man schaut was Opel im Jahr 2009 an Verlusten eingefahren hat, ist Seat noch gut bedient.
Ich denke auch das diese ständige negative Berichterstattung der Marke insgesamt schadet. Die Kunden werden genau wie bei Opel verunsichert. Kann ich noch einen Seat kaufen? Wird es die Marke noch in 10 Jahren geben? Alle sollten jetzt an einem Strang ziehen und sehen das es voran geht!

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