Donnerstag, 17.05.2012
04.09.2009
Share |
Kfz-Instandsetzung

Allianz bilanziert Smart Repair

Den ökologischen Nutzen der sogenannten sanften Reparaturtechniken hat das Allianz Zentrum für Technik (AZT) in Zusammenarbeit mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) erstmals wissenschaftlich untersucht. Versuchsobjekt war ein Volkswagen Golf V mit typischen Schäden: Analysiert wurden Reparaturen an Kunststoffstoßfängern, kleine Karosserieschäden sowie Kleinschäden an der Fahrzeuglackierung. Das Ergebnis präsentierte gestern Dr. Christoph Lauterwasser, Leiter AZT: "Bei der Reparatur einer Seitenwand kann der CO2-Ausstoß um 60 Prozent und bei der Reparatur eines Kunststoffstoßfängers um 72 Prozent reduziert werden – jeweils im Vergleich zur Erneuerung der Teile. Bei der Kleinschadenreparatur am Kotflügel fällt der CO2-Ausstoß um 44 Prozent geringer aus als bei einer Ganzlackierung des Kotflügels." Dr. Karl-Walter Gutberlet, Vorstandsmitglied der Allianz Versicherungs-AG, ergänzte: "Wir haben nun erstmals den Nachweis erbracht, dass die von der Allianz seit langem empfohlenen sanften Reparaturmethoden nicht nur technisch einwandfrei und kostengünstig, sondern auch umweltfreundlicher sind."

Die Allianzexperten appellieren mit der Studie direkt an Werkstattkunden, Reparaturbetriebe und die Versicherer. Eine zeitgemäße Unfallreparatur müsse demnach auch dem Umweltschutz Rechnung tragen. Schätzungsweise könnten in Deutschland jährlich 3,5 Millionen Metall- oder Kunststoffteile sanft repariert werden. In einer Million Fälle könnte laut AZT eine eng um den Schaden begrenzte Spotlackierung angewandt werden. Sicherlich sollten die Ergebnisse der Karlsruher Institution KIT auch der Eingrenzung der Schadenkosten dienen. Dr. Gutberlet wagte einen Ausblick: "Verringerter Schadenaufwand durch den Einsatz sanfter Reparaturmethoden würde über günstige Prämien letztlich dem Kunden zugute kommen." Bisher würden umweltfreundliche Methoden – obwohl von den meisten Fahrzeugherstellern empfohlen – allerdings noch zu wenig genutzt, so der allgemeine Tenor.

Die Fachleute gehen davon aus, dass beispielsweise nur jeder vierte Kunststoffstoßfänger instandgesetzt wird. "Würde immer umweltfreundlich repariert, könnte man allein in Deutschland die CO2-Einsparung von 200.000 auf 570.000 Tonnen jährlich steigern", erläuterte Lauterwasser, "Eine zusätzliche Reduzierung um 370.000 Tonnen CO2 entsprechen dem Ersatz von 18,3 Millionen 60-Watt-Glühbirnen durch Energiesparlampen."

Auch Autofahrer denken zunehmend umweltbewusster

Eine repräsentative Umfrage des Nielsen Instituts ergab, dass mehr als drei Viertel der Befragten eine fachgerechte Instandsetzung der Stoßstange als umweltfreundlicheres Verfahren ansehen als sie zu erneuern. Wenn sie sich für eine Reparaturmethode entscheiden müssten, erklärten 54 Prozent der Teilnehmer der Umfrage, viel Wert auch auf den Umweltaspekt zu legen. Weibliche Autofahrer (60 Prozent) wären dabei umweltbewusster als Männer (49 Prozent). Mit zunehmendem Alter steigt nachweislich auch das Umweltbewusstsein: Von 44 Prozent (ab 24 Jahren) bis 61 Prozent (über 60 Jahre). Nur fünf Prozent der Interviewteilnehmer gaben an, dem Umweltaspekt keine Bedeutung zu schenken. (tl)

 
 
 

Zurück Artikel bookmarken Kommentar abgeben Artikel drucken Heft-Abo
 

KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

07. September 2009 15:28
Rainer Lyczykowski meint:
na endlich...Als einer der "Vorreiter" wird uns jetzt hier von "hoher Stelle" unsere Vorgehensweise bestätigt.
Am Anfang (1999-2000) belächelt, aber ab ca. 2001-2005 durch alle Medien gegangen, hat sich CAR-TOP von Anfang an für die "sanfte" Reparatur stark gemacht und erst einmal viel Häme einstecken müssen.--
Wir wurden belächelt, beschimpft und ausgegrenzt - aber wir machten weiter - das positive Ergebnis lesen Sie jetzt im Bericht des AZT (in der kompletten Studie wird auch auf die positiven Umweltaspekte hingewiesen). Dies ist ein Ansporn für mich, weiter Lehrlinge im Maler- und Lackierhandwerk als smart-repair Fachleute auszubilden. Der erste hat schon mit Bravour bestanden.
Schöne Grüße aus Köln/Bonn
Rainer Lyczykowski, CAR-TOP Zentrum Sankt Augustin

1 Leserbriefe (Anzeige 1 bis 1)
1

"HB ohne Filter" vom 11. Mai

Kommentar von AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat

Heute u.a.: Subaru Treffpunkt Service, Stracke bei der Kfz-Innung, Dello Service Zentrum, Managergehälter. MEHR

Frage der Woche

Download

AUTOHAUS-Bildschirmschoner

Ob Autopremiere, Politdebatte oder Promi-Schnappschuss – mit dem "I Saver" sind Sie immer auf dem Laufenden. mehr

Bildergalerien

Branchenrecht


Händlerbefragung

Die aktuelle Ausgabe des AUTOHAUS pulsSchlag

Topthema im Mai: Automobile Zukunft mehr

EXTRA

Jetzt neu: Fachbücher als eBook!

Einige unserer Praxishandbücher und Ratgeber können Sie jetzt auch als eBook bestellen! mehr

Marktplatz

Frische Ware

Auf dem neuen AUTOHAUS Marktplatz finden Sie alle Spezialisten und Dienstleister für ein erfolgreiches Kfz-Geschäft. mehr

Akademie aktuell

Professionelles Teile- und Zubehörmanagement im Autohaus

Erfahren Sie, wie Sie Ihr Teile- und Zubehörlager ertragreich managen! Anmeldung und Termine

Social Media

Besuchen Sie AUTOHAUS auf Facebook!

"Gefällt mir" – jetzt am virtuellen Stammtisch über bunte Branchenthemen diskutieren! mehr