Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat gegen einen ehemaligen DaimlerChrysler-Manager Anklage erhoben, der jahrelang Scheinrechnungen ausgestellt haben soll. Damit soll er dem Unternehmen in fünf Jahren einen Schaden von rund 40 Mio. Euro zugefügt haben, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Die Anklage laute auf gewerbsmäßige Untreue und Urkundenfälschung. Der Beschuldigte sitzt seit einem Jahr in Untersuchungshaft, ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest. Mitangeklagt seien drei Männer aus dem Großraum Stuttgart und Frankfurt, denen Beihilfe zu den Taten des Hauptbeschuldigten vorgeworfen wird. Die Männer hatten ein kompliziertes Firmengeflecht aufgezogen. Der ehemalige Daimler-Manager hatte neben seiner Tätigkeit im Autokonzern noch drei Beratungs- und Dienstleistungsfirmen im EDV-Bereich geleitet. Die Mitangeklagten waren ebenfalls Geschäftsführer oder Gesellschafter von Beratungsfirmen, die Geschäftsbeziehungen zu DaimlerChrysler hatten. In einer Art Dreiecksgeschäft stellten die EDV-Firmen des Hauptangeklagten den Unternehmen der Mitangeklagten Rechnungen für angeblich erbrachte Leistungen aus, die diese wiederum dem Autokonzern in Rechnung stellten. Als verantwortlicher Angestellter bei dem Autokonzern sorgte der Hauptangeklagte dafür, dass diese Rechnungen vom Konzern bezahlt wurden; seine Vorgesetzten wussten laut Staatsanwaltschaft nichts davon. Bei einer Untersuchung seien bei dem Ex-Manager Vermögenswerte in Höhe von etwa 20 Millionen Euro beschlagnahmt worden. Der Fall hat nichts mit den Suspendierungen ranghoher Manager wegen unkorrekter Busgeschäfte oder den Entlassungen von Vertriebsmanagern wegen Graumarktgeschäften und anderer Verfehlungen bei DaimlerChrysler zu tun. (dpa)
Anklage gegen DaimlerChrysler-Manager
Mit Scheinrechnungen wurden über Jahre hinweg rund 40 Millionen Euro veruntreut