Donnerstag, 17.05.2012
25.01.2010
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Opel-Streit

Arbeitnehmervertreter drohen Reilly

Mit dem angekündigten Aus für den Standort Antwerpen spitzen sich die Auseinandersetzungen bei Opel weiter zu. Betriebsräte und Gewerkschaften fühlen sich von Opel-Chef Nick Reilly vorgeführt und lehnen jeden Sanierungsbeitrag der Mitarbeiter ab. "Wenn Sie sich tatsächlich für dieses unnötige Vorgehen entscheiden, wird eine Einigung über die von Ihnen geforderten Einsparungen nicht möglich sein", schrieben die Gewerkschaftschefs aus Frankfurt und Düsseldorf, Armin Schild und Oliver Burkhard, in einem Brief an Reilly. Der Vize-Chef des europäischen Opel-Betriebsrates Rudi Kennes sagte der "Süddeutschen Zeitung" (Montag): "Denkbar ist, dass wir europaweite Streiks organisieren." Die IG Metall hat bereits mögliche Arbeitnehmerbeiträge zur Sanierung des Autoherstellers eingefroren. Man werde die geplante Schließung des belgischen Werks nicht akzeptieren, sagte Gewerkschaftschef Berthold Huber am Montag in Frankfurt. Am Dienstag stimmen bei einer Betriebsversammlung in Antwerpen Opelaner aus ganz Europa ihr weiteres Vorgehen ab. Für die 3,3 Milliarden Euro teure Restrukturierung des angeschlagenen Autobauers fordern Opel und die Konzernmutter General Motors von der Belegschaft einen Sanierungsbeitrag von jährlich 265 Millionen Euro. Die Arbeitnehmer hatten ihre Bereitschaft zu dem Lohnverzicht an Bedingungen geknüpft - unter anderem dürfe es keine Werkschließungen geben. Auch Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz lehnt Mitarbeiterbeiträge nun ab: "Es gibt kein Geld von den Arbeitnehmern." Der neue Opel-Boss hatte am Donnerstag angekündigt, das Werk bis Mitte 2010 dichtzumachen. Der Erhalt aller Opel-Standorte habe für die Gewerkschaften in Europa Priorität, heißt es in dem Brief: "Wir nehmen diesen Standpunkt ein, weil wir überzeugt sind, dass es für Opel möglich, gut und richtig ist, alle Standorte zu erhalten." Sie seien überzeugt, dass die Schließung auch aus wirtschaftlichen und finanziellen Gründen nicht sinnvoll ist, schreiben Burkhard und Schild, der auch im Opel-Aufsichtsrat sitzt. Das Ende des Werks hätte negative Konsequenzen für das Image der Marke Opel und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. "Massive öffentliche Verbrennung von Staatsgeld" Zudem wäre für die Schließung "eine massive öffentliche Verbrennung von Bargeld (ca. 1 Milliarde US-Dollar) erforderlich". Die Gewerkschafter sind der Meinung, dass diese Summe besser genutzt werden könne, um die Zukunft von Opel zu sichern: "Zum Beispiel um in die Entwicklung zusätzlicher Produkte zu investieren, um bestehende Lücken der Wettbewerbsfähigkeit zu schließen."

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Flandern fordert Restrukturierungsplan - EU will Beihilfen genau prüfen

 
 

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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

25. Januar 2010 20:34
Harald Schmidt meint:
Hoffentlich scheitert diese Sanierung nicht wieder am Widerstand der Arbeitnehmer. Würde jedem dem die Sanierung nicht recht ist empfehlen, das Unternehmen zu verlassen. Wir sind freie Bürger.

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