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Interview mit Jörg Felske
Audi kündigt europaweit Serviceverträge
von Ralph M. Meunzel
Der Auslauf der aktuellen Gruppenfreistellungsverordnung zum 31. Mai 2010 wirft seine Schatten voraus. So wird Audi zum 30. Juni 2008 europaweit die Serviceverträge kündigen. Davon betroffen sind auch die rund 1.900 deutschen Vertragspartner. Dies hat Jörg Felske, Leiter Vertrieb Inland, gegenüber AUTOHAUS online bestätigt. Felske begründet diese Maßnahmen mit dem "insgesamt sehr heterogenen europäischen Servicenetz". Während sich beispielsweise in Deutschland die Kundenzufriedenheit im Service fast auf dem Niveau der Kundenzufriedenheit mit dem Produkt bewege, sei dies in anderen europäischen Ländern nicht überall der Fall. "Verbessern könnte man zwar immer etwas, die Gründe für die Kündigung liegen allerdings nicht primär in Deutschland", versicherte der Vertriebschef. Viele Partner würden einen hervorragenden Job machen. Felske weiter: "Wir sind uns der Problematik einer Kündigung bewusst – sie hat vor allem auch eine starke emotionale Wirkung, die wir gerne vermeiden würden. Um die Netze allerdings künftig einheitlich gestalten zu können, gab es nur diese Option." Eine Änderungskündigung kam nicht in Frage: "Wir befinden uns heute noch mitten in dem Prozess, die notwendigen Änderungen aus den einzelnen Ländern zusammen zu tragen und auf einander abzustimmen. Zudem gilt es auch, die ab 2010 gültigen neuen Rechtsbedingungen zu berücksichtigen, und diese sind heute noch nicht bekannt. Einen neuen Vertragstext können wir damit heute noch nicht vorlegen." Für den Audi-Manager geht es nun darum, gemeinsam mit dem deutschen Händlerverband eine zukunftorientierte Lösung für 2010 zu finden. Ein neuer Service- und Teilevertrag werde im Dialog erarbeitet. Bürokratieabbau statt Erhöhung der Standards Es ist allerdings auch klar, dass viele Partner aufgrund der Kündigung mit höheren Standards und damit einer stärkeren Kostenbelastung rechnen. Gerade die im vergangenen Jahr gestartete Maßnahme zur Reduzierung der Servicestationen, die übrigens von vielen Händlern begrüßt wird, legt diesen Verdacht nahe. Schließlich sind die Standards die einzige Möglichkeit aufgrund der ausschließlichen Möglichkeit der qualitativen Selektion von Servicebetrieben, eine Hemmschwelle aufzubauen. Hier widerspricht Jörg Felske allerdings. Da viele Partner diese Standards bereits übererfüllen würden, sei dies für Audi keine Orientierungsstufe. "Für uns geht es um Leistungspartnerschaft und wir wollen leistungsfähige und rentable Partner", so der Manager. Felske betont, dass Audi es definitiv nicht darum ginge, die Standards zu erhöhen. Man wolle die Bürokratie abbauen und die Kundenorientierung stärken. Und weiter: "Wir wollen dem Audi-Service allerdings künftig mehr Profil verleihen und dabei die Profitabilität der Partner erhöhen." Unabhängig von der Generalkündigung werde allerdings die freiwillige Service-Netzreduzierung per Abfindung (einvernehmliche Vertragsauflösung) fortgesetzt. 200 ehemalige Servicewerkstätten haben bisher nach Angaben von Audi von der Auflösung der Verträge Gebrauch gemacht. Mit der ordentlichen Kündigung der Serviceverträge haben die Partner in der Regel keinen Anspruch auf Schadensersatz. Dass nun der eine oder andere Partner eher von der Möglichkeit der Vertragsauflösung Gebrauch macht, ist allerdings nicht ausgeschlossen.
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(Foto: Audi)
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