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Sponsoring vs. Politik
Audi sagt Werbeaktion bei Fackellauf in Tibet ab
Audi verzichtet nach Angaben aus Konzernkreisen wegen des Streits um den olympischen Fackellauf in Tibet auf eine geplante Werbeaktion mit seinem neuen Geländewagen am Mount Everest. "Wir wollen nicht noch Öl ins Feuer gießen", hieß es aus informierten Kreisen. Dieser Begründung widersprach allerdings am Mittwoch ein Sprecher des Autobauers aus Ingolstadt: Die Aktion sei bereits vor zwei Monaten "aus logistischen Gründen" nach Peking verlegt worden. Mit der aktuellen Entwicklung in Tibet habe dies nichts zu tun, betonte der Sprecher. Bei der von Exil-Tibetern kritisierten Besteigung des höchsten Berges der Erde mit der olympischen Flamme ist Audi für den kompletten Transport verantwortlich. Informierte Kreise bei Audi in Peking hatten zudem Änderungen der Marketingpläne bestätigt und hinzufügt: "Wir haben entschieden, keine ausländischen Medien einzuladen." Seit Ausbruch der Unruhen vor mehr als einem Monat ist es ausländischen Korrespondenten untersagt, nach Tibet oder in andere tibetisch bewohnte Regionen der Nachbarprovinzen zu reisen. Chinesische Medien werden von Audi weiter eingeladen. Der Audi-Sprecher in Deutschland hob hervor, das Unternehmen sei kein Sponsor der Olympischen Spiele, sondern nur Partner des chinesischen olympischen Komitees. In dieser Funktion stelle Audi lediglich rund 1.000 Autos zur Verfügung. Die politische Entwicklung in Tibet wollte der Sprecher nicht kommentieren. Exil-tibetische Gruppen haben den Fackellauf durch Tibet und auf den für Tibeter heiligen Mount Everest scharf kritisiert. Aus ihrer Sicht untermauert Chinas kommunistische Führung damit ihren Machtanspruch auf das größte Hochland der Erde. An Sponsoren war appelliert worden, auf die chinesischen Olympia-Organisatoren einzuwirken, von dem Fackellauf durch Tibet abzusehen. Wie aus den ursprünglichen Werbeplänen hervorgeht, hat der Autobauer unter anderem geplant, am 10. Mai die Rückkehr der Flamme vom 8.848 Meter hohen Gipfel zu feiern. Am 20. Juni hat Audi ferner in der tibetischen Hauptstadt Lhasa am Platz vor dem Potala-Palast – dem früheren Sitz des im Exil lebenden Dalai Lama – eine Veranstaltung vorgesehen. Dort soll die Flamme vom Mount Everest mit der Fackel vereint werden, die bis dahin um die Welt und durch weite Teile Chinas getragen worden ist. An welcher Station auf die geplante Werbeaktion verzichtet wurde, war zunächst unklar. (dpa)
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