Dienstag, 07.02.2012
12.11.2008
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Hilfsappell

Audi unterstützt Opel-Forderungen

Auch Audi will an möglichen Staatshilfen für die Automobilindustrie teilhaben. "Wenn es ein Instrumentarium vom Staat gibt, dann sollte es allen zugänglich sein", sagte Audi-Chef Rupert Stadler der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ/Mittwoch). "Wenn Amerika seine Autoindustrie unterstützt, dann ist die Europäische Union gut beraten, Vergleichbares zu tun – insbesondere um neue Umwelttechnologien und Antriebsformen im Auto zu fördern." Andernfalls drohten Wettbewerbsverzerrungen. Prognosen wagte der Audi-Chef indes nicht. Wie schlimm die Krise für die Autoindustrie im kommenden Jahr wird, könne heute niemand seriös beantworten, sagte Stadler. "Wir sehen die Markteinbrüche in Amerika und innerhalb Europas, auch Asien wächst nicht mehr so wie bisher." Die VW-Premiumtochter werde aber besser aus der Krise herauskommen als der Wettbewerb. Zu der von Audi abgegebenen Arbeitsplatzgarantie sagte der Automanager: Das Paket "Zukunft Audi" bleibe selbstverständlich unangetastet. Dies gelte einerseits für die darin enthaltene Arbeitsplatzgarantie bis 2011, andererseits auch für das mit den Arbeitnehmervertretern vereinbarte Leistungsversprechen. Das Management und der Betriebsrat von Opel hatten am Montag Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Schreiben aufgefordert, sich für das Kreditprogramm der Europäischen Investitionsbank in Höhe von 40 Milliarden Euro stark zu machen (wir berichteten). Dazu soll es in Deutschland eine Verschrottungsprämie für mehr als zehn Jahre alte Autos sowie zinsgünstige Verbraucherkredite zum Kauf von Neuwagen geben. (dpa/rp)

 
 
 

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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

12. November 2008 15:40
Andreas Reiners Fa. Giese Automobile meint:
Nun endlich mal als Vorreiter, ohne Seitenhiebe zu bekommen!!! Sollten die Opelaner diesmal die richtigen Empfehlungen, an die richtige Adresse geschickt haben?? Man möchte meinen, ja. Wenn selbst von Audi ähnliches Gedankengut, mitgetragen wird. Als Verkaufsberater an der Front, im Opel Betrieb Giese Automobile, Papenburg, sehe ich zwar kein Allheilmittel doch über eine Verschrottungsprämie oder Sonderzinsprogramme ohne Händlerbeteiligung , sollte es möglich sein auch dem Privatkunden wieder einen Kaufimpuls zu geben. Wenn es dann noch den Herstellern gelänge, schnellsten verbrauchsärmere und saubere Autos auf den Markt zu bringen, ohne das sofort ein Monatsbudget fällig wird , welches nur Gutverdiener zu solch einem Auto verhelfen würden. Wäre man auf der hoffentlich richtigen Spur. Zu wünsche wäre es nicht nur Opel sondern, der gesamten Branche und wer weiss, vielleicht würde es zu einer allgemeinen Belebung der Wirtschaft führen . Denn eines ist gewiss, ein Rettungspaket für die Automobilindustrie, ist allemal genauso wohltuend für Deutschland, wie das, für in Bedrängnis geratene Banken.

Gruß
Andreas Reiners
Giese Automobile
Papenburg


12. November 2008 15:31
Stefan Fischer meint:
Die Autohersteller wären gut daran beraten, ihre Forderungen nach staatlichen Unterstützungsprogrammen kleiner zu halten. Wer jahrelang satte Gewinne in Millardenhöhe einfährt kann gegenüber dem Ottonormalverbraucher schnell an Glaubwürdigkeit verlieren, wenn Insolvenz- oder Wettbewerbsverzerrungsszenarien als Argumentation dafür standhalten sollen, um neue technologien für den Markt zu Entwickeln. Die Firma RUF als Familienbetrieb z.B. hat in Eigenregie einen Elektroporsche mit lithium-Ionen-Akkus entwickelt, ohne das der Staat hätte Zuschüsse geben müssen. Und Weltkonzerne wie Audi oder Opel fordern ein Millardenschweres Unterstützungspaket von den Steuerzahlern.
Oder geht es etwa den Herren im Management wie Herrn Stadler lediglich darum, ihre gewinnorierntierten Bonuszahlungen auch in den nächsten Jahren aufrechterhalten zu können? Oder sollen die Kassen der Autokonzerne, die, so wie es in diversen Medienberichten zu hören ist, noch weiter aufgefüllt werden, um die Dividendenausschüttungen weiterhin zu gewährleisten?
Auf solche Zeiten, in denen die gesamte Branche von einem Erdbeben von ungeahnter Stärke erfasst wird, sollten die Hersteller ihr jammern auf hohem Niveau sein lassen und anstelle der Hilfeerwartungen seitens des Staates sich die eigenen Fehler vor Augen führen. Denn wie kann es sein, dass Kompaktfahrzeuge heutzutage so viel kosten wie noch vor nicht allzulanger Vergangenheit die Fahrzeuge der Oberklasse? Und das ist nicht alleine auf etwaige Sicherheitsverbesserungen zurückzuführen, sondern auch auf eine exorbitante und degressive Erhöhung der Nebenkosten wie Werbung oder falsche Modellpolitik. Und dass sich ein Ottonormalverdiener mit einem Durchschnittseinkommen von netto 2000,- Euro im Monat und einer Familie mit 2 Kindern nicht für 40.000,- Euro einen neuen A4 oder 3er BMW kaufen kann, dürfte den Herren Manager zwar vielleicht gerade noch bewußt sein, aber dann sollen es eben die Banken mit einem Kredit richten. Dass somit eine Spirale von mtl. Kosten bis hin zur Privatinsolvenz beginnen kann, denn Dank den höheren Ausgaben für Werbung wird ja das "Das muss ich haben" Gefühl verstärkt, ist einem Vorstand von mehreren Millionen Euro Gehalt im Jahr natürlich ziemlich egal -bis zu diesem Erdbeben-

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