Montag, 21.05.2012
19.10.2009
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Absatzprognose

Audi zieht 2010 an Mercedes vorbei

Die VW-Tochter Audi wird Mercedes einer Studie zufolge im kommenden Jahr beim Absatz überholen. Der Konkurrent BMW, hinter den die Stuttgarter bereits 2005 auf Platz zwei unter den Premiumherstellern zurückgefallen waren, werde die Position als Spitzenreiter behalten, teilte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen am Montag mit. Im laufenden Jahr werden die Münchner nach seiner Einschätzung etwa 80.000 Fahrzeuge mehr verkaufen als Mercedes. Der Vorsprung der Stuttgarter – ohne den Kleinwagen Smart – auf Audi werde bis zum Jahresende bei etwa 965.000 verkauften Fahrzeugen auf rund 30.000 Autos schmelzen. "Mercedes muss sich schneller erneuern, um gegenüber seinen Wettbewerbern Audi und BMW nicht weiter zurückzufallen", heißt es in der Studie. Hauptgründe für das schlechte Abschneiden seien eine schlechtere Kostenstruktur und höhere Fahrzeugpreise. "Mercedes arbeitet mit zu vielen Mitarbeitern, macht zu vieles eigenständig und hat damit eine zu höhe Wertschöpfungstiefe." Daimler nutze zu wenig die Vorteile einer Zusammenarbeit mit anderen Herstellern. Hier sei Audi klar im Vorteil, die Ingolstädter sparten mit der Nutzung zahlreicher Komponenten und Plattformen des VW-Konzerns viel Geld. Obwohl Mercedes pro Auto mehr Umsatz erwirtschafte, falle der operative Gewinn pro Fahrzeug deutlich niedriger aus als bei der VW-Tochter. Beim Klimaschutz sei BMW den Stuttgartern voraus, schreibt Dudenhöffer. Die Münchner hätten den CO2-Ausstoß bei Neuwagen auf durchschnittlich 154 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer gesenkt, bei Mercedes seien es noch 175 Gramm CO2 pro Kilometer. Auch in der Modellpolitik wirft Dudenhöffer den Schwaben Versäumnisse vor: "Wichtige Varianten und Modellreihen fehlen, kommen zu spät auf den Markt oder sind etwa wie die R-Klasse überdimensioniert." "Qualitätsführerschaft abgegeben" Probleme sieht der Experte zudem bei Image und Kundenstruktur der Stuttgarter. Mercedes habe bei Untersuchungen und Befragungen "seine Qualitätsführerschaft abgegeben", schreibt Dudenhöffer. Zudem gelinge es seit Jahren nicht, die Kundenstruktur zu verjüngen. (dpa)

 
 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

19. Januar 2011 09:12
Panagiotis Tzortzakis meint:
@ E.Kühlwetter (wallibelli)
Nun sind ein paar Tage vergangen. In der Glaskugel die Zukunft prognostizieren ist in dieser Thematik nicht mehr erforderlich.
Was hat sich denn nun herausgestellt?
Daimler steht glänzend da. Tolle Gewinne und Verkaufszahlen. BMW und Daimler teilen sich die Spitzenplätze der deutschen Zulassungsstatistiken im Premiumsegment.
Die C-, und E-Klasse verkauft sich toll. Die GLK´s mit 4-Zylinder-Motoren sind quasi ausverkauft. Daimler steht super da.
Und übrigens, die R-Klasse wurde in China zumindest an die Klientel mit Chauffeuren sehr gut verkauft. Hier bin ich überzeugt, dass die sehr gelungene Modellpflege der R-Klasse gut von der Kundschaft angenommen wird.
Sie brauchen keine "Angst um den Stern haben" und auch wenn Daimler "sogar Entwicklungsingenieure in Kurzarbeit" geschickt hat, sind tolle und innovative Produkte entstanden. Den optimalen Konsenz zwischen betriebswirtschaflichem und innovativem Denken zu finden ist nicht einfach. Wie es funktioniert können Sie ja nun hier am Beispiel Daimler sehen.
Beriche lesen ist das eine. Zwischen den Zeilen lesen und sich eine Meinung bilden das andere.
Und trotzdem, würden wir alle 100% zielsicher in die Zukunft sehen können, würden wir unser Geld als Hellseher verdienen und wären reich.
Letztendlich bleibt nichts anderes übrig, als zu versuchen, mit Erfahrungen, Auswertungen und Chance-Risiken-Analysen dass Schiff in die richtige Richtung zu lenken.
Nervig sind nur die Zeitgenossen und Experten, die einem glaubhaft machen wollen, sie könnten tatsächlich in die Zukunft sehen.


21. Oktober 2009 00:20
R.Weiß meint:
Blablubb´, Herr Prof. D. hat wieder mal nen Hick...
also, frag mich gerade, wo mein chef die 6000€ Zuschüsse für die aktuelle E-Klasse versteckt hat. Sorry, aber das gilt vielleicht für die alte, aber sicher nicht einfach so für die neue, tz.
klar muss es Unterstützungen geben, aber wenn ich mir so anschaue, mit welchen Angeboten manch Audifahrer ankommt, da wird auch gleich mal ne schublade aufgemacht wenn nen MB-Fahrer auf den Hof kommt. Audi hat deshalb solch hohe Zahlen, weil man sich den Markt erkauft. Die Restwertproblematik trifft gerade jeden Audi-Händler, die haben alte A6 rumstehen, dass die da nen turm bauen können. Aber BMW musste es erleiden, Audi wird folgen. Und das Daimler bissl was aufholen muss, steht außer Frage. Aber der Weg stimmt...
Auf einen Herrn Prof. D. muss man dabei aber glaub ich keine Rücksicht nehmen, außer bei der (...) vielleicht...
cu
R.W.


20. Oktober 2009 15:48
E.Kühlwetter (wallibelli) meint:
@Panagiotis Tzortzakis
Zitat: "Die R-Klasse ist sicher nicht der große Hit... ."
Ihrem Zitat hält die WiWo von gestern entgegen: "Die E-Klasse läuft bei weitem nicht so gut wie sie laufen sollte. So stehen den Verkäufern für die E-Klasse rund 6.000,- € zusätzliche Fördermittel zur Verfügung, die an Kaufinteressenten weitergereicht werden können.
Auch bei anderen Modellen gibt es viel Spielraum für Rabatte ".
Es folgen die Tausender-Beträge für A-Klasse, C-Klasse, CLK und GLK.

Dass bei Daimler die Hütte brennt, behauptet ja nicht nur Prof. Dudenhöffer. Als Abonnent von Autohaus konnten Sie in der letzten Ausgabe auf Seite 30/31 den Krisenbericht von Walter Missung unter dem Titel „Sterndeutung“ lesen, der die schwierige Situation und die akuten Probleme bei Daimler detailliert schildert.

Ich empfehle Ihnen, den o.a. Wirtschaftswoche-Titelartikel vom 19.10.2009 mit der Headline "Angst um den Stern – Imageprobleme, Kundenärger, rote Zahlen – kommt Mercedes-Benz unter die Räder?". Er beginnt auf Seite 46 und endet nach 10 Seiten mit einem Interview D. Zetsches, der reichlich zerknirscht selbst einräumt: "Wir stehen heute nicht da, wo wir mal stehen wollten."

Meine persönliche Meinung:
Wenn man in Zeiten enormer technologischer Herausforderungen in diesen Tagen und Wochen sogar Entwicklungsingenieure in Kurzarbeit schickt, dann steht man künftig nicht einmal dort, wo man spätestens 2015 stehen muss (bis 2015 100% Flottenverbrauch unter 120g,bis 2012 65%, ansonsten Strafzahlungen).

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