Dienstag, 22.05.2012
11.08.2009
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Europäischer GW-Markt

Autobranche verschenkt Milliarden
Von Bernd Dohrmann

Bis zu 40 Milliarden Euro mehr Umsatz im europäischen Gebrauchtwagengeschäft hält eine heute vorgestellte Studie für realistisch. Bei jährlich rund 40 Millionen GW-Verkäufen in Europa entspräche dies einer Umsatzsteigerung um 1.000 Euro je Fahrzeug, teilte Carfax Europe am Dienstag in Frankfurt mit. Der Fahrzeughistorien-Anbieter hatte die Analyse "Gebrauchtwagen – Vom Außenseiter zum Hoffnungsträger" zusammen mit dem FAZ-Institut und der Markenberatung Musiol Munzinger Sasserath erarbeitet. Chancen für diesen Zuwachs sehen die Autoren der Studie vor allem in einer neuen, Bedürfnis- und wertorientierten Produktions- und Vertriebspolitik der Hersteller sowie einem effizienteren Management der Gebrauchtwagenhändler. Zusätzlich könnte der Handel seine Umsätze durch den Verkauf von Mehrwertdiensten, wie zum Beispiel Versicherungen mit Werkstattbindung oder Leasing- und Autokreditgeschäfte, weiter erhöhen. Laut Untersuchung führen derzeit aber Überkapazitäten, massive Subventionierung der Leasingverträge und die immer stärkere Konzentration auf gewerbliche Kunden zu einer starken Restwertzerstörung bei den Gebrauchtwagen. Zudem verursache die stete "Zufuhr neuer, junger Gebrauchter" in Form von Tageszulassungen, Miet- und Vorführwagen sowie Jahreswagen ein Gebrauchtwagen-Überangebot, das zusätzlich die Preise drücke. Hier sei die Industrie gefordert, ihre Produktion der Nachfrage in den Märkten anzupassen, hieß es. "Raus aus der Schmuddelecke" Carfax-Geschäftsführer Christian Schmitz sagte: "Bei vielen Herstellern steht das Händler-Gebrauchtwagengeschäft nicht mehr so im Vordergrund, wie es das Potential erfordern würde." Dies könne aber nicht im Sinne der Hersteller sein, da angesichts ständig steigender Neuwagenpreise die Nachfrage nach Gebrauchten wächst und einen wichtigen Zugang zur Marke darstellt. Ausschlaggebend sei auch, dass Gebrauchtfahrzeuge "aus der Schmuddelecke herauskommen", ergänzte Carfax-Geschäftsführer Frank Brüggink. Dies erfordere zwangsläufig auch ein gut strukturiertes GW-Management im Handel.

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Höhere Transparenz, höherer Erlös

 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

12. August 2009 13:40
Andreas Bullock meint:
Der GW-Markt ist in Privathand, zumindest in Deutschland. In anderen Ländern mag es anders sein, sicherlich in England. Dort sind die GW-Preise im Vergleich zu Deutschland weit unten, die Neufahrzeuge aber deutlich teurer.So viel mehr an Linkslenkern wird für England wohl nicht produziert? Die Überproduktion in D halte ich für entschieden höher. Überproduktion ist sicherlich beteiligt, aber nicht der alleinige Grund.
Der Vergleich PC - Auto gefällt mir. Trotz des enormen Leistungszuwaches bei PC's verbleiben doch einige Schwächen, auch nach zehn Jahren. Würden Sie ein 500 PS Auto fahren, das 2 mal am Tag zusammenbricht oder nur für 5% der Straßen (Mac) ausgelegt ist?


12. August 2009 09:55
Jörg Beuttenmüller meint:
Die Anzahl der zugelassenen PKW BJ. 2001 und älter steigt stetig, wieso sollte als der Trend vor jungen Gebrauchten halt machen.


12. August 2009 00:44
Bernd Herre meint:
und noch eine Studie die keinen (weder Händler noch Hersteller) interessiert. Das Überproduktion, Tageszulassungen usw. die Fahrzeugpreise von Neu- und Gebrauchtwagen drücken ist ja wirklich eine wahnsinnig neue Erkenntnis. Ich hoffe nicht, daß die Hersteller und Importeure diese Studie bezahlt haben, denn sonst bezahlen wir Händler und Servicepartner die Zeche. Meiner Ansicht nach hat dieses Überangebot bereits Mitte der Achtziger Jahre begonnen. Jeder weiß es, keiner hat bisher etwas dagegen unternommen.
Aber das eigentliche Problem ist ein ganz anderes, viel größeres Problem in der Automobilindustrie: der fehlende Fortschritt (keine für den Endverbraucher fühlbaren Innovationen). Stellen Sie sich einen Mittelklassewagen von 1989 vor(25.000 -bis 30.000 DM) und ein vergleichbares Fahrzeug von 2009 (25.000 bis 30.000 Euro). Nutzen Sie in Gedanken beide (fabrikneuen) Fahrzeugen 14 Tage lang und schätzen Sie den Nutzungsvorteil ein.
Jetzt nehmen Sie einen PC (damals Personalcomputer) von 1989 (ca. 5.000 bis 6.000 DM) und einen PC von 2009 (500 bis 600 Euro) und nutzen diese 14 Tage lang. Sie werden zu dem Schluß kommen, daß Sie hier einen vielfachen höheren Nutzen für einen Bruchteil des ursprünglichen Preises haben.
Warum also sollte jemand viel Geld ausgeben für ein neues oder gebrauchtes Automobil, daß so wenig Neues bringt? Rechnet man die stetig steigenden Taktfrequenzen der PC-Prozessoren auf die Automobile um, wären Brennstoffzellen in den Fahrzeugen schon seit mindestens 10 Jahren Standard.
Stellt sich die Frage warum dem nicht so ist? Dieses wäre doch eine interessante Aufgabenstellung für eine Studie.

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