Dienstag, 22.05.2012
30.12.2010
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Scheibenreparatur

Autoglaser im Fokus der Versicherungen

Das Autoglasforum "autoglaser.de" blickt mit gemischten Gefühlen auf das Jahr 2010 zurück. In 2010 sei das Geschäft "unter besonderem Druck der Versicherungswirtschaft" gestanden. Zudem habe das Kfz-Reparaturgewerbe den Glasmarkt wiederentdeckt und sage den Spezialisten den Kampf an. Darüberhinaus würden neue Anbieter ihren Marktauftritt in Deutschland vorbereiten. Dennoch konnten sich laut dem Forum Ketten, Kooperationen und Franchisepartner "gut behaupten". Die Politik der Autoversicherungen ist für autoglaser.de das erklärte Thema des Jahres.

Sinkende Erträge der Betriebe

Die Begriffe Schadenlenkung, Schadenmanagement, Prozessoptimierung, schlanke Strukturen und das strapazierte Wort "Partnerschaft" umschrieben nur das Ziel, die Erträge der Unternehmen im Kfz-Reparaturwesen zu schmälern, so das Fachforum. Denn die Bilanzen vieler Kfz-Sparten der Versicherer wiesen einen hohen Verlust auf. Hauptgrund sei der harte Wettbewerb untereinander. Die Folge sei, dass die Prämienhöhen inzwischen wieder auf dem Stand der 1980er Jahre angekommen sind. Im Gegensatz dazu seien aber die Schadenquoten erneut gestiegen. 2011 solle es wohl durchgängig Prämienerhöhungen geben und das Forum sei gespannt, wer den Anfang machen würde.

Die Systeme von HUK-COBURG und Allianz

Unter der Führung ihres Schadenleiters dezentral, Thomas Geck, sei die HUK-COBURG nach Einschätzung von autoglaser.de "Schrittmacher im Schadenmanagement". Das jährliche Reparaturvolumen von 350 Millionen Euro der in das gemeinsame Werkstattnetz der HUK-COBURG einsteuernden Versicherer sei 2010 praktisch ausnahmslos zu den rund 1.200 angeschlossenen Partnerwerkstätten gelenkt worden. "Die Stundensätze um die 60 Euro stehen allerdings im krassen Gegensatz zur gleichzeitig geforderten Qualitätssicherung, wie nicht nur Vertreter des ZDK und ZKF immer wieder betonen. Noch wird mit offenem Visier gekämpft, denn die Allianz als Noch-Marktführer bangt um ihren Platz an der Spitze der Kfz-Versicherer", beschrieb autoglaser.de seine Sicht der Dinge.

Das Allianz Schadenmanagement würde mit dem Begriff "Fair Play" beschrieben. Darunter verstehe sich, dass die Münchener Assekuranz die regional üblichen Stundenverrechnungssätze akzeptiert, sofern diese nicht ins Uferlose gehen. Es sei in diesem Zusammenhang verständlich, dass der Versicherer so reagiere, denn die Allianz sei das Rückgrat der meisten Versicherungsanbieter aus dem Kreis der Fahrzeughersteller. Letztere versuchten über ihre Service-Komplettpakete bei der Neuwagenbestellung, den Kunden im eigenen Markensystem zu halten. "Das wird nach eigener Aussage die zweite Baustelle der HUK-COBURG. Sie will den Herstellerversicherungen mit attraktiven Leistungsversprechen Paroli zu bieten", konstatiert das Forum.

Mit gewisser Sorge indes betrachtet autoglaser.de die Einkaufsplattform der Coburger Versicherungsgruppe: "Mit gemischten Gefühlen darf man neben den mageren Stundensätzen für Partnerbetriebe auch die von der HUK-OBURG geschaffene Einkaufsplattform betrachten. Betroffenen Unternehmen entzieht sie ein weiteres Stück vom erforderlichen Deckungsbeitrag."

Kooperationen und Franchise auf dem Vormarsch

Die insgesamt heute höheren Schadenquoten im Kaskobereich würden namhafte Versicherer auch den "Bedarf weckenden Maßnahmen eines Großanbieters" anlasten. Im Klartext hieße das, dass "die jahrelange Auftragsvermittlung an den gelb-roten Krrrk-Marktführer aus Köln beendet oder zumindest eingeschränkt wurde". Es sei ohnehin die "teuerste Werbekampagne der Versicherungswirtschaft zur Erhöhung der Schadenquote, wie ein Top-Manager einer betroffenen Gesellschaft treffend formuliert" habe. Dennoch bestünde im Kreis des Wettbewerbs kein Grund zum Jubeln, denn "die Gelb-Roten" würden "anders kalkulieren", indem sie auf ihren hohen Bekanntheitsgrad setzen und darauf, dass "Autofahrer immer häufiger ohne Empfehlung direkt" kämen. Als erfreulich bezeichnet autoglaser.de den "Trend bei vielen Kfz-Versicherungen, gut aufgestellte Kooperationen wie junited AUTOGLAS oder Franchisesystemen wie zum Beispiel Wintec oder Scheiben-Doktor für Autoglasarbeiten in stärkerem Maße zu empfehlen".

Kooperationen und Systemanbieter zählten nach Ansicht des Forums zu den Gewinnern der Autoglasbranche in 2010. junited AUTOGLAS erreiche mit weiteren Partnern die Zahl von 200 angeschlossenen Dienstleistern. Wintec steuere auf 100 Franchisenehmer zu und Scheiben-Doktor habe an die 60 Stationen. ATU solle man jedoch nicht außer acht lassen, denn das Unternehmen sei mit rund 600 Betrieben ebenfalls gut im Geschäft. Die Zahl der Glasaufträge liege bundesweit "im hohen fünfstelligen Bereich". Autoglas sei letztlich für jeden Reparaturbetrieb ein "echter Gewinnbringer".

Bei allem Pro und Contra hinsichtlich der Versicherungen kristallisiere sich ein weiterer Trend heraus: "Die Zukunft der Autoglas-Spezialisten liegt deutlich in einheitlichen Serviceleistungen, Qualitätsrichtlinien und kostensparender zentraler Online-Abrechnung. Gepaart mit unternehmerischer Eigeninitiative, steht der gesicherten Zukunft innovativer Kooperationen und gut geführter Franchisesystemen nichts im Wege. Für Einzelkämpfer in der Branche wird es zunehmend schwerer werden."

"Parkplatznomaden" und neuer Wettbewerb

Es sei der Branche andererseits sehr "hilfreich", dass die "restriktive Behandlung der Versicherungen von fliegenden Händlern und Parkplatznomaden" weiter voranschreite. Immer häufiger würde ihnen die Regulierung von Autoglasschäden verweigert, da es zu viel an nachgewiesenem Betrug gegeben habe, der die Autoversicherer "aufgeschreckt" habe. "Den ehrlichen Autoglasern werde es gut tun, "denn dieses Wandergewerbe ist schlichtweg nur Ruf schädigend", bilanziert das Forum für 2010.

Zusätzlicher Wettbewerb sei den Autoglas-Spezialisten durch die Wiederentdeckung des Glasgeschäftes allerdings seitens der Kfz- und Karosseriewerkstätten entstanden. ZDK und ZKF hätten mit ihrem System "AutoglasPlus" viel in die dazu erforderliche Kalkulations- und Abrechnungssoftware investiert. Etwa 500 Betriebe seien zwischenzeitlich bei dieser Plattform mit dabei, so die Aussage der Zentrale. Und auch die HUK-COBURG mische "hier mit". Deren Schaden-Chef Geck sehe darin "ein Beispiel, wie die HUK-COBURG ein professionelles Angebot für die Betriebe ihres Netzwerkes konzipiert." (uc)

 
 
 
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