7-Tage-Rückblick
WEITERE AKTUELLE NACHRICHTEN
CO2-Labelling
Autohändler und DUH im Dauerclinch
Von Karolina Ordyniec, Ralf Padrtka und Frank Selzle
Das rigorose Abmahnverhalten der Deutschen Umwelthilfe (DUH) in Sachen CO2-Labelling treibt den deutschen Autohändlern die Zornesröte mehr denn je ins Gesicht. Die Zahl der Abmahnungen wegen angeblichen Verstößen gegen die Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (Pkw-EnVKV) sei weiterhin "sehr üppig", erklärte der Rechtsexperte des Deutschen Kfz-Gewerbes (ZDK), Ulrich Dilchert, gegenüber AUTOHAUS Online. Konkret gehe es entweder um fehlende Angaben zum Energieverbrauch eines Fahrzeugs im Autohaus oder um Angaben in zu kleiner Schrift in Werbeanzeigen.
In jüngster Vergangenheit hatten sich Stimmen aus dem Handel gemehrt, die Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Vorgehensweise der Umwelthilfe hegen. Im ersten Schritt mahnt der grüne Wettbewerbsverein ein Autohaus ab und fordert eine Abmahngebühr von 200 Euro, im nächsten ergehen strafbewehrte Unterlassungsbescheide, die eine Konventionalstrafe von bis zu 10.000 Euro nach sich ziehen, sollte der Händler gegen die Unterlassungserklärung verstoßen.
Stark betroffen von der Abmahnwelle sind dem Vernehmen nach die Händler von Suzuki – eine Marke, die mit ihren verbrauchsarmen Kleinwagen eigentlich ganz nach dem Geschmack der Ökoaktivisten sein dürfte. Nach Angaben von Sascha Spindler, Geschäftsführer des Händlerverbands, haben bereits mehr als 100 Suzuki-Partner in Deutschland unliebsame Post von der DUH erhalten. Die Abmahnungen hätten zuletzt stark zugenommen, berichtete Spindler, dessen Verband rund 300 Kfz-Betriebe vertritt. "Es hat den Anschein, dass die Umwelthilfe nur nach einem Grund sucht, um abzuzocken."
Der Vorwurf, die DUH verkomme zu einem reinen Abmahnverein, wies Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch im Gespräch mit diesem Dienst zurück. Die Kontrolle von Umweltvorschriften und die Abmahnung von Verstößen sei nur ein kleiner Teil der täglichen Arbeit. "Wer die Durchsetzung von Klimavorschriften fordert, ist leider oft der Dumme. Mit den Vorwürfen können wir leben. Gerne würden wir noch effektiver kontrollieren."
"Immer neue Tricks"
Laut Resch registriert der Verband mehrere Dutzend Fälle im Automobil-Bereich pro Monat. Davon sei die Mehrzahl im Autohandel angesiedelt. "Leider finden wir immer neue Tricks, mit denen versucht wird, die gesetzlichen Vorgaben zu umgehen. Das können wir als Verbraucherschutzverband nicht akzeptieren. Da die Behörden Verstöße bisher nicht verfolgen, mahnen wir uns bekannte gewordene Verstöße ab." Die Abmahngebühr von 200 Euro sei durch den hohen Rechercheaufwand gerechtfertigt, betonte Resch.
// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Schriftgröße nicht definiert
Copyright © 1998 - 2012 AUTOHAUS online
(Foto: Rolf van Melis/Pixelio.de/ProMotor/AHO-Montage)
| Zurück | Artikel bookmarken | Kommentar abgeben | Artikel drucken | Newsletter-Abo | Heft-Abo |










