Mittwoch, 22.02.2012
01.09.2010
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Dekra-Studie

Autohändler verdienen zu wenig

Neun von zehn Autohändlern in Deutschland verdienen zu wenig Geld. Zu diesem Ergebnis kommt die am Mittwoch in Stuttgart veröffentlichte Studie "Erfolgreiche Sanierung und Restrukturierung im Automobilhandel" der Dekra Consulting. Geschäftsführer Christian Polzer sieht in der unzureichenden Umsatzrendite der Firmen das derzeit größte Risikopotenzial: "Für die Schaffung von Unternehmenswert ist eine Rendite von 2,2 Prozent Voraussetzung." Dieser Wert werde jedoch vielfach unterschritten. Die Kluft zwischen Unternehmen, die gut verdienten, und Sanierungsfällen nehme weiter zu.

"Die strukturellen Probleme der Branche sind nach wie vor vorhanden. Das Rabattniveau war im Neuwagengeschäft deutlich zu hoch", so Polzer. Durch den Neuwagenboom im Ausnahmejahr 2009 hätten viele Händler das Geschäft mit gebrauchten Autos vernachlässigt und wichtige Restrukturierungsmaßnahmen ausgesetzt. Neu gegenüber den vergangenen Jahren sei die Tatsache, dass nicht nur kleine und mittelständische Betriebe Probleme bekommen, sondern vermehrt auch große und traditionsreiche Unternehmen in Schieflage geraten.

Die Kapitalbindung im Kfz-Handel hat vor allem in Folge höherer Lagerhaltung und deutlich gestiegener Standtage im Gebrauchtwagensektor zugenommen, stellten die Autoren weiter fest. Die Eigenkapitalquote liege stabil bei niedrigen elf Prozent. Die Abhängigkeit von externen Finanzmitteln sei im Branchenvergleich extrem hoch. Die Finanzkrise habe die Aufnahme auch von gut besicherten Krediten aber deutlich erschwert, hieß es.

Mangelnde Umsetzung der Erfolgsfaktoren

Die Dekra Consulting geht davon aus, dass sich die Marktsituation im Automobilhandel in den kommenden Jahren nicht merklich bessern wird. Dennoch werde es auch in Zukunft "Top-Performer" geben, die in schwierigen Zeiten sehr gute Leistungen erzielen und neue Chancen konsequent nutzen. Als Erfolgsfaktoren identifizierten die Branchenexperten eine klare Handelsstrategie, gute Führung und weitsichtige Personalentwicklung, systematisches Kostenmanagement sowie exzellente Prozesse. Überraschend sei die nach wie vor mangelhafte flächendeckende Umsetzung dieser Voraussetzungen.

Für die Studie hat der Prüfkonzern von November 2009 bis April 2010 die Daten von 152 Autohändlern, die saniert oder restrukturiert werden, ausgewertet. (se)

 
 

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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

28. Dezember 2010 13:22
Fred Müller meint:
Sehr geehrter Herr Podlech,

Ihre Ausführug ist prinzipiell nicht falsch. Nur gibt es einige Sachen, die man in der Berechnung beachten sollte.

1. Hinter Ihrem ROI schreiben Sie die Umsatzrendite. Diese gehört da nicht hin.

2. Bei der Berechnung des ROI sollte man die Investitionskosten für die berechnete Periode ansetzen. (Summe der monatlichen Raten) Ein Unternehmer wird wohl kaum 2 Mio € sofort in einem Jahr investieren. Damit sieht das Ergebnis schon etwas anders aus.

Als grundlegend aussagefähige Kennzahl und zu Vergliechszwecken ist die Umsatzrendite jedoch gut zu gebrauchen. Als Maßstab, wie Sie sagen, sollte man sie jedoch nicht machen.

Viele Grüße


02. September 2010 09:55
Klaus Öhl meint:
Die Autohändler verdienen zu wenig!

-Da schau her, das merkt sogar die Dekra. Und was bringt´s?

Wieder eine Betstätigung das wir tief in der S...... stecken.

Wir brauchen eine neue Strategie um aus diesem Sumpf zu kommen!

Klaus Öhl


02. September 2010 09:48
Michael Schmidt meint:
Sehr geehrter Herr Podlech,

was sie meines Erachtens außen vor lassen ist die Eigenkapitalrendite. Kaum ein Autohaus wird die 4.000.000 € an assets ohne Fremdfinanzierung stemmen können. Gehen wir von einer Eigenkapitalquote von 10% aus (siehe oben) ergibt das, bei einem Gewinn von 100.000 €, eine Eigenkapitalrendite von 25%. Sicher muss man hier auch in betracht ziehen, dass die Eigenkapitalrendite im Autohaus häufig nur deswegen gut ist, weil das Eigenkapital gegen null geht. :) Ansonsten sollte man aber die Leverage Effekt These nicht ganz außer acht lassen und auch immer das eingesetzte Eigenkapital betrachten.

By the way... vielen Dank liebe Dekra für die nicht wirklich neue Erkenntnis :)

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