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Autohandel vor Pleitewelle
Nach Expertenmeinung wird die Finanzkrise den Strukturwandel im deutschen Autohandel wie ein "Katalysator" beschleunigen und eine Insolvenzwelle im kommenden Jahr auslösen. Betroffen seien vor allem Unternehmen, die schon in den vergangenen Jahren unterdurchschnittliche Renditen erzielten und zusätzlich nur eine dünne Eigenkapitalbasis aufwiesen, schreibt Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive (CoA) in Bergisch Gladbach, in einer aktuellen Marktuntersuchung. "Bei den nächsten Kreditrunden werden viele Banken den Geldhahn zudrehen." Nach Ansicht von Bratzel werden auch die Händlerunterstützungsprogramme und Sonderzahlungen der Hersteller – u.a. von VW und Mercedes (wir berichteten) – die strukturellen Probleme nicht lösen, sondern nur kurzfristige Entlastung bringen. Notwendig sei vielmehr vor dem Hintergrund redimensionierter Vertriebsstrukturen eine neue Partnerschaft zwischen Hersteller und Handelsorganisationen, die die Verteilung von Kosten und Erträge auf eine neue Basis stellt. Bratzel wirft Herstellern wie Händlern vor, den sich schleichend vollziehenden Paradigmenwechsel in den Nachfragebedingungen zu Beginn des Jahrtausends als vorübergehende Marktwachstumsschwäche fehlinterpretiert zu haben. So seien etwa Wachstumsziele und Modellangebot nicht den Veränderungen angepasst worden. In der Folge sei das Fahrzeug-Überangebot dann von den Herstellern über offene und versteckte Rabatte künstlich in den Markt gedrückt worden – zum Nachteil für die Rendite des Handels.
// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Neuzulassungen auf niedrigstem Stand seit Wiedervereinigung
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