Experte: Autohandel vor Pleitewelle

03.11.2008 17:31 Uhr
CoA-Leiter Stefan Bratzel erwartet 2009 auf Handelsseite knappe Kassen.

De Finanzkrise wird laut CoA-Leiter Stefan Bratzel den Strukturwandel im deutschen Autohandel wie ein "Katalysator" beschleunigen und 2009 zu einer hohen Zahl von Insolvenzen führen. Doch auch die Branche hat sich Versäumnisse vorzuwerfen.

Nach Expertenmeinung wird die Finanzkrise den Strukturwandel im deutschen Autohandel wie ein "Katalysator" beschleunigen und eine Insolvenzwelle im kommenden Jahr auslösen. Betroffen seien vor allem Unternehmen, die schon in den vergangenen Jahren unterdurchschnittliche Renditen erzielten und zusätzlich nur eine dünne Eigenkapitalbasis aufwiesen, schreibt Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive (CoA) in Bergisch Gladbach, in einer aktuellen Marktuntersuchung. "Bei den nächsten Kreditrunden werden viele Banken den Geldhahn zudrehen." Nach Ansicht von Bratzel werden auch die Händlerunterstützungsprogramme und Sonderzahlungen der Hersteller – u.a. von VW und Mercedes (wir berichteten) – die strukturellen Probleme nicht lösen, sondern nur kurzfristige Entlastung bringen. Notwendig sei vielmehr vor dem Hintergrund redimensionierter Vertriebsstrukturen eine neue Partnerschaft zwischen Hersteller und Handelsorganisationen, die die Verteilung von Kosten und Erträge auf eine neue Basis stellt. Bratzel wirft Herstellern wie Händlern vor, den sich schleichend vollziehenden Paradigmenwechsel in den Nachfragebedingungen zu Beginn des Jahrtausends als vorübergehende Marktwachstumsschwäche fehlinterpretiert zu haben. So seien etwa Wachstumsziele und Modellangebot nicht den Veränderungen angepasst worden. In der Folge sei das Fahrzeug-Überangebot dann von den Herstellern über offene und versteckte Rabatte künstlich in den Markt gedrückt worden – zum Nachteil für die Rendite des Handels.

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KOMMENTARE

F. Fehling

11.12.2008 - 13:00 Uhr

Das Problem bei den meisten Autohäuser ist folgendes gewesen: Viel zu hohe Nachlässe beim Neuwagen und zu hohe Preise ( weit über Schwacke oder DAT ) für die Gebrauchtwagenhereinnahme. So mit kann keine Rendite erwirtschaftet werden. Viele Autohäuser haben einen zu hohen Neuwagenbestand,irgendwann müssen diese Fahrzeuge beim Hersteller bezahlt werden, ( je nach Hersteller ist maximal Zahlungsziel 90 Tage/Zinsfrei. Danach werden Zinsen von den Herstellern gefordert. Wozu gibt es Händlerverbände in der Automobilbranche? Die Automobilhersteller machen folgenden Fehler gegenüber ihren Händlern: Sie fordern sehr viel,aber geben zu wenig zurück. Die Händler verdienen das Geld für die Automobilindustrie und nicht umgekehrt.


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