16.01.2013
Share |
AUTOHAUS SteuerLuchs
Barbara Lux-Krönig
 

AUTOHAUS-Steuerexpertin Barbara Lux-Krönig

Aufwendungen für zweisprachigen Kindergarten

Neueste Studien belegen, dass Kinder im Kindergartenalter spielerisch eine Fremdsprache erlernen können. Daher bieten immer mehr Kindergärten eine frühkindliche Fremdsprachenförderung an. Nun hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass Aufwendungen für einen zweisprachig geführten Kindergarten steuerlich abziehbar sind.

Nach § 10 Abs. 1 Nr. 5 S. 1 EStG können Aufwendungen für die Betreuung von Kindern bis zu einem Alter von 14 Jahren beziehungsweise von behinderten Kindern zu zwei Dritteln (höchstens 4.000 Euro jährlich) als Sonderausgaben abgezogen werden. Von dem Abzug sind jedoch Aufwendungen für Unterricht, die Vermitt­lung von besonderen Fähigkeiten sowie sportliche und andere Freizeitbetätigungen ausgenommen (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 S. 2 EStG).

Die Münchner Richter haben nun entschieden, dass der Begriff der Kinderbetreuung weit zu fassen ist. Er umfasst nicht nur die behütende und beaufsichtigende Betreuung, sondern auch die pädagogisch sinnvolle Gestaltung der in Kindergärten und ähnlichen Einrichtungen verbrachten Zeit. Sie gehen von einem modernen Kindergarten aus, der frühkindliche Bildung wie das Erlernen von handwerklichen, musischen, sprachlichen oder sportlichen Fähigkeiten vermittelt. Das Abzugsverbot nach § 10 Abs. 1 Nr. 5 S. 2 EStG steht nicht entgegen, da nach Ansicht des Bundesfinanzhofs die Vermittlung der genannten Fähigkeiten nicht im Vordergrund steht, sondern unselbständiger Bestandteil der Betreuung ist. Somit sind sämtliche Kindergartenkosten bis zu dem Höchstbetrag von 4.000 Euro steuerlich abziehbar.

Nicht abzugsfähige Aufwendungen

Im Gegensatz dazu liegen nicht abzugsfähige Aufwendungen für Unterricht nur dann vor, wenn die Dienstleistungen in einem regelmäßig organisatorisch, zeitlich und räumlich verselbständigten Rahmen stattfinden und die Betreuung gegenüber der Vermittlung von Bildung in den Hintergrund rückt. Beispiele hierfür sind vor allem Musik- oder Sportunterricht. In solchen Fällen ist – wenn ein einheitliches Entgelt gezahlt wird – dieses entsprechend der Be­treuungs- und der nicht begünstigten anderen Leistungen aufzuteilen.

TIPP: Erfassen Sie in Ihrer Einkommensteuer alle Kindergartenkosten bis zu einem Höchstbetrag von 4.000 Euro als Sonderausgaben. Erkennt das Finanzamt die Ausgaben nicht an, berufen Sie sich auf obiges Urteil. 

Brauchen auch Sie einen Steuer-Tipp? Dann schicken Sie Barbara Lux-Krönig von der Kanzlei Rath, Anders, Dr. Wanner & Partner einfach eine E-Mail: lux@raw-partner.de

 
 
 
Zurück Artikel bookmarken Kommentar abgeben Artikel drucken Heft-Abo
 

Kommentar verfassen


Frage der Woche

Akademie aktuell

Prof. Hannes Brachat

23. SommerAkademie
mit Prof. Hannes Brachat

Verbinden Sie persönliche mit fachlicher Weiterbildung in entspannter Atmosphäre. mehr

Download

AUTOHAUS-Bildschirmschoner

Ob Autopremiere, Politdebatte oder Promi-Schnappschuss – mit dem "I Saver" sind Sie immer auf dem Laufenden. mehr

HB ohne Filter-Blog vom 25. Juli

DER Wochenkommentar von Prof. Hannes Brachat

Heute: GM & Co. – Rückrufaktionen, Deutsches Autowunder wackelt, CSU-Baby Pkw-Maut, Schwarzarbeit im Gewerbe, Juli-Werbetrommel mehr

Bildergalerien

Branchenrecht


Händlerbefragung

AUTOHAUS pulsSchlag

Daten, Fakten, Trends – das einzigartige Konjunkturbarometer der Automobilbranche mehr

Marktplatz

Frische Ware

Auf dem neuen AUTOHAUS Marktplatz finden Sie alle Spezialisten und Dienstleister für ein erfolgreiches Kfz-Geschäft. mehr

Social Media

Besuchen Sie AUTOHAUS auf Facebook!

"Gefällt mir" – jetzt am virtuellen Stammtisch über bunte Branchenthemen diskutieren! mehr