Dienstag, 22.05.2012
03.06.2008
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KBA

Automarkt auf Schleuderkurs

Die hohen Spritpreise und die Unsicherheit über die Neuregelung der Kfz-Steuer verhageln der Autobranche das Geschäft in Deutschland. Im traditionell wichtigen Verkaufsmonat Mai ging die Zahl der Neuzulassungen um 6,2 Prozent auf 275.259 Fahrzeuge gegenüber dem Vorjahresmonat zurück, meldete das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Dienstag in Flensburg. Die Rekordpreise beim Diesel bremsten den Absatz von Dieselautos besonders kräftig. "Wir brauchen endlich Klarheit über die Ausgestaltung der steuergesetzlichen Rahmenbedingungen, um den Knoten auf dem Inlandsmarkt zu lösen", forderte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), in Frankfurt. Er verlangte von der Politik, die Reduzierung der Pendlerpauschale zurückzunehmen und die Autofahrer zu entlasten. Ins gleiche Horn stieß ZDK-Präsident Robert Rademacher im Vorfeld der Mitgliederversammlung des Kfz-Gewerbes in Berlin: Hersteller und Handel benötigten jetzt klare Aussagen. (Lesen Sie auch HIER). Trotz der schwachen Mai-Zahlen bleibt in den ersten fünf Monaten ein Neuzulassungsplus von vier Prozent auf knapp 1,33 Millionen Fahrzeuge übrig – allerdings war das Vergleichsjahr 2007 wegen der Anhebung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent besonders schwach ausgefallen. "Eine Entspannung auf dem Automobilmarkt ist bislang kaum erkennbar, da das Marktvolumen der Jahre vor der Mehrwertsteuererhöhung bislang nicht wieder erreicht wurde", schrieb der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK).

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Kleinwagen-Produzenten auf Erfolgskurs

 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

03. Juni 2008 18:51
wallibelli meint:
Herr Wissmann und die Verbände machen es sich zu einfach,den schleppenden Absatz auf die unklare KFZ-Steuer zu schieben.Was wer wann auch immer verabschiedet,es kann dem deutschen Neuwagenmarkt keinen Auftrieb geben.Das Dilemma sind die auf längere Sicht steigenden Diesel-Kraftstoffpreise.Die europäische Autoindustrie hat langfristig auf den hohen Wirkungsgrad und dem niedrigen CO 2 Ausstoß des Diesels gesetzt.Nun sieht sie sich mit einer abnehmenden Wirtschaftlichkeit dieses Antriebs konfrontiert.

Etwa drei Viertel des Modellangebotes,das derzeit die 140 g CO2 Grenze unterschreitet,sind Diesel und zwei Hybridmodelle.Benziner nur bei wenigen Kleinst-und Kleinwagen.Bei diesem Wert dürfte auch die Obergrenze für eine steuerliche Förderung zu Lasten von Fahrzeugen mit höherem Ausstoß liegen.Insofern verpufft eine finanzielle Unterstützung fast auf ganzer Linie.Denn die Gesamtwirtschaftlichkeit eines Diesels ist mittelfristig nur noch bei sehr hohen Kilometerleistungen gegeben. Und die sind nun mal im Privatkundensegment sehr selten. Kein Privatmann/-frau kauft einen sparsamen, CO2 günstigen Diesel,wenn die Gesamtrechnung für ihn/sie nicht einigermaßen aufgeht.

In diesem Zusammenhang verweise ich auch auf die heute in der "Welt online" veröffentlichten Bosch-Untersuchung,daß die zunehmende Un-
wirtschaftlichkeit des Diesels die EU bei ihren CO 2-Bemühungen erheblich zurückwirft und insbesonders die deutsche Autoindustrie gewaltig belastet.Zumal nach der Bosch-Studie eine weitere Vergrößerung der Kraftstoffpreisschere zu Lasten des Diesels als sicher gilt.Die Dieselnachfrage wird trotz rückläufiger PKW-Zulassungen mit Diesel-Motor durch den auch künftig stetig zunehmenden LKW-Verkehr steigen und somit auch der Preisabstand.
Der Kunde wird also weiterhin eine abwartende Haltung einnehmen.Die momentan meistgestellte Frage lautet:"Was soll man unter dem Aspekt Kraftstoffeffizienz und Zukunftssicherheit jetzt für ein Auto kaufen?" Darauf geben ihm selbst renommierte Fachleute keine
verlässliche Antwort.Einzig mit den beiden Hybrid-Offerten in der 25.000 € Klasse kann man - je nach individuellem Fahrprofil - für die nächsten Jahre nicht viel falsch machen.Insofern würde sich auch bei einer CO 2-KFZ-Steuerperspektive am schleppenden Neuwagenabsatz kaum was ändern.Ein breiteres, preislich attraktives Gasantriebsprogramm ab Werk brächte vielleicht etwas Bewegung in den Absatz.Der erhoffte Schub wär's dennoch nicht.Da ein Diesel nicht mehr
zukunftssicher ist.Damit steht und fällt alles. Mehr und mehr potentielle Neuwagenkäufer steigen auf Gebrauchte um.Sö können sie ihr Risiko überschaubar halten und abwarten.Bis sich mittelfristig ein neuer eindeutiger Trend abzeichnet.

Unbetreitbar haben die jüngst auf über 1,50€ gestiegenen Kraftstoff-Literpreise unmittelbare Auswirkungen auf den Neuwagenabsatz. Sowohl quantitativ als auch qualitativ (Größe).Das Auto verliert im Vergleich zu anderen Mobilitätsmöglichkeiten immer mehr an wirtschaftlicher Konkurenzfähigkeit.Eine im Herbst'07 veröffentlichte Forsa-Studie hat die Folgen steigender Kraftstoffpreisen auf das Fahr-und Kaufverhalten untersucht.Bei mehr als 1,50€ werden größere Fahrzeuge gegen kleinere getauscht,Fahrten eingeschränkt,mehr öffentliche Verkehrmittel benutzt und die Vorteile von Mitfahrzentralen/Fahrgemeinschaften gesucht.All das geschieht zur Zeit auf breiter Front.Bei 2,-€ und mehr je Liter schlägt es deutlich auf den Fahrzeugabsatz nieder.Bei Neu- und Gebrauchtwagen.Im Privatkundengeschäft wird ein weiterer Einbruch erfolgen,im Firmenkundengeschäft eine starke Orientierung zu sparsameren und sogar kleineren Autos.

Weiter steigende Kraftstoffpreise sind das schlimmste Gift für den Autoverkauf.Weil der Kunde im Gegensatz zu anderen Kostensteigerungen jeden Tag frustriert auf die Preistafeln schaut und jede Woche schmerzvoll ins Portomonee greift.Auf Dauer wird so "Freude am Fahren" zu "Frust am Fahren".Für die ganze Branche eine bedrohliche Entwicklung.Staatlich veranlasste Senkungen von Mineralölsteuer oder Mwst.auf Kraftstoffe motivieren die Mineralölfirmen nur,das "gewohnte Preisniveau" wiederherzustellen. Noch hat die Automobilindustrie Möglichkeiten die anhaltende Schwäche des hiesigen Marktes durch wachsende Exporte auszugleichen.Leider hilft das nicht dem deutschen Autohandel.

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