VDIK: Automarkt kommt nicht auf Touren

23.02.2010 14:07 Uhr
VDIK-Präsident Volker Lange
© Foto: AH / Doris Plate

Nach Angaben von VDIK-Präsident Volker Lange ist auch der Februar wesentlich schwächer gelaufen als im Vorjahr. Für 2010 rechnet der oberste Importeursvertreter mit maximal 2,9 Millionen Neuzulassungen.

Der deutsche Automarkt ist weiter im Rückwärtsgang unterwegs. Nach dem Fehlstart im Januar sei auch der Februar wesentlich schwächer gelaufen als im Vorjahr, sagte VDIK-Präsident Volker Lange am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Hannover. Im Januar fiel die Zahl der Neuzulassungen auf rund 181.200 – das niedrigste Niveau seit der Wiedervereinigung (wir berichteten). Es bedeutete ein Minus von über vier Prozent verglichen mit dem schon sehr schwachen Januar 2009. Für das laufende Jahr rechnet der Importeursverband mit 2,7 bis 2,9 Millionen Neuzulassungen. Befördert durch die staatliche Umweltprämie waren 2009 mehr als 3,8 Millionen Autos zugelassen worden. "Es muss jedem klar sein, dass diese Million in diesem Jahr fehlen wird", so Lange. Nach seiner Einschätzung wird sich der Pkw-Absatz in Deutschland in den nächsten Jahren bei etwa drei Millionen einpendeln. Der deutsche Markt kehre auf das normal schwache Niveau zurück. Er gehe davon aus, dass sich daran absehbar nicht viel ändern werde. Die Autos würden immer länger gefahren, der Ersatzbedarf sei nicht mehr so hoch wie in früheren Zeiten. (dpa)

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KOMMENTARE

Mike Schröder

23.02.2010 - 15:55 Uhr

"...der Ersatzbedarf sei nicht mehr so hoch wie in früheren Zeiten. (dpa)" Naja. Es liegt wohl eher an der Schere sinkendes Realeinkommen zu exorbitanten Steigerungen bei den Neuwagenpreisen...


E.Kühlwetter(wallibelli)

23.02.2010 - 15:59 Uhr

Woher soll denn der Aufschwung kommen? Bis vor wenigen Tagen hatten wir doch gar nicht die Wetterverhältnisse, um neue Kunden-Autos zuzulassen. Erst recht nicht, wenn die Mehrzahl der Städte und Gemeinden schon seit geraumer Zeit ihre Streudienst einstellten. Der gesamte Einzelhandel litt unter den Witterungsbedingungen im Januar und Februar. Was die Planzahlen für dieses Jahr angeht, ist jede Prognose Kaffesatzleserei. Sollte es zu Ende März wirklich schlimm aussehen, werden Herr Lange und Kollegen sicherlich in Berlin wieder die Alarmglocken läuten. Soweit mit bekannt, gibt es noch einige Fonds / Hilfen mit freien, nicht verbrauchten Fördermitteln. Vielleicht spekulieren sogar potentielle Kunden auf eine solche Option? Mich irritiert, dass Herr Lange über die immer längere Haltedauer und den schwindenden Ersatzbedarf wundern? Wenn Hersteller/Impoteure seit zig Jahren ihre Produkte immer öfter mit kleinen Monatsraten über Langzeit- bzw. Ballonfinanzierungen an Mann oder Frau bringen, kommt zwangsläufig der Zeitpunkt für die Gretchenfrage: Ablösung oder Weiterzahlung? Das Geld der Kunden wird nicht mehr, wie wir tagtäglich erfahren. Klar ist der deutsche Fahrzeugbestand trotz Abwrackprämie immer noch überaltert. Gleichwohl sollten die Verbandsverantwortlichen einsehen, dass sich im Privatkundenbereich drastisch was ändern muss. Sonst versiegt nicht eines allzu fernen Tages dieses Kundensegment ganz. Die Leute rechnen in angespannten Zeiten mehr, wie der Handel es nun schon seit einiger Zeit erlebt. Gehen die Fahrleistungen p. a. in dem Tempo weiter zurück wie bis 2008, umso uninteressanter wird der Kauf eines neuen Autos. Und wenn's unbedingt sein muss, fährt man eben länger damit.


Thomas Meier

23.02.2010 - 16:52 Uhr

Richtige Analysen. Dazu muss man betrachten, welche Fahrzeuge überhaupt in private Hand gehen. Da sieht es vom Segment her sehr mau aus. Dacia vor Passat um nur ein Bsp. zu nennen. Diese Statistiken bekommt man nicht oft zu Gesicht, ohne Gewerbe wären die Segmente ab Kompaktklasse aufwärts extrem schwach. Kein Wundern muss man erkennen, wenn man Realeinkommen zu Listenpreisen betrachtet. Neben dieser hohen Anschaffung kommt noch sehr hoher Wertverfall...von welchem Privatmann soll man da diese ausbleibenden Investitionen (die einen Panda oder Golf übersteigen) noch erwarten?


A.R.Beyer

24.02.2010 - 13:25 Uhr

Ob der Autmarkt in den gesättigten Märkten Europa, USA jemals wieder auf Touren kommen wird ist fraglich. Die Frage ist auch, bei wieviel verkauften Fahrzeugen und bei welchem Rabatt von einem auf Touren gekommenen Markt gesprochen werden kann. Fragen wir doch dazu jemand der es weiß z.B. Prof. Dudenhöfer ! Hätten die deutschen "Premiumhersteller" nicht wachsende Märkte wie China, wo S-Klassen, 7 er, A8 und Cheyenne ohne Nachlass in grosser Zahl von zu plötzlichem Reichtum gekommenen Beamten und Unternehmern gekauft würden, dann sähe es dunkel aus in der Fahrzeugproduktion. In diesen Märkten gilt noch je grösser und teurer desto besser. Reichtum wird auf der Strasse gezeigt ---das Auto ist ein Symbol des persönlichen Erfolges. In Deutschland zeigen Mütter und kleine Kinder mit dem Finger auf den fetten unbelehrbaren Kapitalisten, der sein neues Premiumfahrzeug durch die Fussgängerzone steuert. Einzige akzeptierte Entschuldigung: Es steht Hybrid in kleinen chromfarbenen Lettern auf dem Kofferraumdeckel neben der Typenbezeichnung. Die Frage ist, warum soll der Mensch einen beträchtlichen Teil seines Einkommens hinblättern um damit keinerlei Akzeptanz unter seinen Mitmenschen zu erhalten. Der Kluge behält es dann lieber, fährt mit der S-Bahn in die Oper, kauft ein neues Farrad wegen der Fitness oder fliegt in den Überseeurlaub.


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