Dienstag, 22.05.2012
21.05.2010
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DEKRA

Automotive weiterhin größter Umsatzbringer des Konzerns

In einem gesamtwirtschaftlich schwierigen Umfeld hat sich die Expertenorganisation DEKRA im Geschäftsjahr 2009 sehr gut behauptet: Der Konzernumsatz wurde um 7,2 Prozent auf mehr als 1,7 Mrd. Euro gesteigert. Das Ergebnis vor Steuern legte mit rund 102 Mio. Euro um knapp zwei Prozent zu. "Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen haben wir die Strategie unserer weltweiten Expansion erfolgreich fortgesetzt, uns in zahlreichen neuen Märkten etabliert und unsere starke Position im internationalen Wettbewerb mit einem breiten Dienstleistungs-Portfolio weiter ausgebaut." So lautete eine der Kernaussagen von Stefan Kölbl, dem Vorstandsvorsitzenden von DEKRA eV. und DEKRA AG am gestrigen Donnerstag während der Bilanzpressekonferenz des Konzerns in Stuttgart. Das Unternehmen ist aktuell mit rund 22.000 Mitarbeitern in mehr als 50 Ländern der Welt aktiv "und damit weltweit der drittgrößte Anbieter von Expertendienstleistungen", so Kölbl. Allein im vergangenen Jahr sei die Belegschaft im In- und Ausland nochmals um rund 1.800 Mitarbeiter aufgestockt worden, ließ ergänzend dazu Roland Gerdon wissen, der ebenfalls den Vorständen von e.V. und der AG mit angehört.

Auch bei den strategischen Schwerpunkten der Internationalisierung, des Ausbaues bestehender Geschäftsfelder und der Optimierung von Abläufen sei man "gut vorangekommen", bilanzierte Kölbl für das Vorjahr. Bei automotiven Dienstleistungen sei DEKRA "die unangefochtene Nummer eins" und in 28 Staaten tätig. Nach einer deutlichen Stärkung des Auslands-Engagements betrage der Umsatzanteil der ausländischen Gesellschaften "mittlerweile knapp 30 Prozent", ergänzte Gerdon.

Alle drei Business Units von DEKRA haben dem Vernehmen nach zum wirtschaftlichen Erfolg beigetragen. Der Bereich Automotive überschritt erstmals die Umsatzschwelle von einer Milliarde Euro, während sich auch die Sparte Industrial dank gezielter Akquisitionen um 11,5 Prozent beim Umsatz auf 380 Mio. Euro steigern konnte. Zum dritten Geschäftsfeld hieß es gestern: "DEKRA Personnel stärkte mit branchengerechten und flexiblen Personallösungen ihre Position im Markt." Der Bereich Qualifizierung erreichte hier erneut ein zweistelliges organisches Umsatzwachstum.

Clemens Klinke "befeuert" Kfz-Geschäft rund um den Erdball

In Deutschland "behauptet die DEKRA Automobil GmbH mit einem leicht gesteigerten Marktanteil von rund 35 Prozent weiterhin die Spitzenposition im Fahrzeugprüfwesen", so die gestrige Aussage der DEKRA-Vorstände in Stuttgart. Das bundesweite Netz umfasse nahezu 500 eigene Lokationen, "hinzu kommen Partnerschaften mit rund 40.000 Autohäusern und Werkstätten". Der Anteil der Prüfungen elektronischer Systeme und Komponenten nehme weiter kontinuierlich zu. Der wachsenden Komplexität der Fahrzeuge trete das Unternehmen mit verbesserten Schulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für seine Prüfingenieure entgegen. Aktiv arbeite DEKRA außerdem an der Modernisierung der Fahrerlaubnisprüfungen mit. Neue EDV-Systeme erleichtern in der Zusammenarbeit zwischen Behörden und DEKRA Prüfstellen den praktischen Teil des Führerscheinerwerbs, hieß es ergänzend.

DEKRA Automobil ist ein Teilbereich des mit Abstand größten Konzern-Geschäftsfeldes Automotive. Die komplette Business Unit verantwortet Clemens Klinke, dessen internationaler "Aktions- und Einsatzradius" inzwischen auch Brasilien (Auf- und Ausbau des Gutachtengeschäftes und von Projekten zur Diebstahlsicherung), Südafrika (Aufbau eines Prüfstellen-Netzes), die USA (mit Schwerpunkt Lkw-Geschäft) und den kompletten europäischen Kontinent umfasst. Als Spezialist für Expertendienstleistungen gestaltet insbesondere auch DEKRA Automotive seine Abläufe über einheitliche Prozesse. Beispiele dafür sind das DEKRA-Siegel, die Schadengutachten sowie das Gebrauchtwagenmanagement und die Werkstatt-Tests. Das inländische Gutachtenvolumen war zwar durch rückläufige Elementarschäden geprägt, dafür aber zog das Geschäft im GW-Management deutlich an und verbuchte mit rund 46 Mio. Euro ein Umsatzplus von 18 Prozent. Im GW-Management ist DEKRA trotz wachsenden Wettbewerbs nach gestrigen Aussagen Marktführer. Bei den analytischen Gutachten konnte das Unternehmen dank seiner flächendeckenden Präsenz die "starke Marktposition weiter halten".

Kräftebündelung brachte 65-prozentiges Plus bei Schadenregulierungen

Die gestrige Bilanzpressekonferenz offenbarte ferner, dass "auch außerhalb Deutschlands die führende Position von DEKRA bei Fahrzeugprüfungen und Gutachten unangefochten" sei. Mit eigenen Gesellschaften und Franchisesystemen ist der Konzern in Frankreich, Tschechien, Italien und der Slowakei nach eigenem Bekunden die bedeutendste Prüforganisation in den jeweiligen Märkten. Als größte Auslandstochter steigerte die französische DEKRA Automotive S.A. den Umsatz um 9,2 Prozent. Die 2009 übernommene brasilianische VOLCHI-Gruppe ist auf dem Gebiet der Fahrzeugidentifizierung, Diebstahlanalyse und Fahrzeugbewertung "landesweit der Gutachtenspezialist Nummer eins". Das Geschäft mit Fahrzeugprüfungen in Südafrika sei 2009 erfolgreich gestartet worden. Nach dem Joint Venture mit der südafrikanischen WesBank unterhalte das Unternehmen inzwischen ein Netz von 45 modernen Prüfstellen im Land der Fußball-WM 2010 und avancierte damit bereits jetzt zur größten Prüfgesellschaft des Landes.

Im Bereich Schadenregulierung machte DEKRA einen Umsatzsprung um 65 Prozent auf 25 Mio. Euro. Dazu beigetragen habe der Ende 2008 akquirierte niederländische Gutachtenspezialist DEKRA Bartok sowie die DEKRA Claims Services-Gruppe, welche gemeinsam ihr Know how bündelten. Im Verbund bieten die Gesellschaften mittlerweile integrierte Gutachten- und Schadenregulierungsdienstleistungen für die wichtige Kundengruppe der Versicherungsunternehmen an.

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Straffere Strukturen bei Industrial

 
 
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