NAIAS: Autoshow in Detroit läutet Messejahr ein

11.01.2010 17:10 Uhr
Die "North American International Autoshow" in Detroit ist traditionell eines der wichtigsten Branchenbarometer für die Automobilindustrie.
© Foto: North American International Auto Show

Auf der Autoshow in der Geburtsstadt der amerikanischen Autoproduktion präsentiert die Branche rund 50 Neuheiten. Der Trend geht wie in den Vorjahren zu kleinen, sparsamen und umweltfreundlichen Fahrzeugen.

Nach einem katastrophalen Jahr versucht die US-Autoindustrie auf der Automesse in Detroit den Neustart. Vom 11. bis 24. Januar zeigen in der einst als Motown berühmt gewordenen Stadt die drei großen US-Hersteller sowie ihre asiatischen und deutschen Konkurrenten automobile Neuheiten. Sie präsentieren auf der "North American International Autoshow" mehr als 700 Fahrzeuge, darunter 50 Neuheiten. Bei General Motors, Ford und Chrysler richten sich alle Augen auf die neuen Kompakt- und Kleinwagen, mit denen die "Großen Drei", wie sie früher ehrfurchtsvoll genannt wurden, ihre Vormachtstellung im eigenen Land wiedererringen wollen. Sie alle hatten im vergangenen Jahr empfindliche Einbußen verkraften müssen, GM konnte sich mit knapp 2,1 Millionen verkaufter Autos nur knapp als Marktführer im eigenen Land vor Toyota behaupten. Die Messe in Detroit ist traditionell eines der wichtigsten Branchenbarometer für die Automobilindustrie. Sie hat in den vergangenen Jahren aufgrund des Niedergangs der US-Autoindustrie allerdings an Bedeutung verloren. Der Absturz gipfelte im vergangenen Jahr in der Insolvenz von General Motors und Chrysler, aus der sich beide nur durch milliardenschwere Hilfen des Staates befreien konnten. Einzig Ford steht noch vergleichsweise gut da. Neben spritsparenden Autos mit klassischem Verbrennungsmotor stehen einmal mehr die Hybrid- und reinen Elektrowagen im Fokus. General Motors hatte erst vor wenigen Tagen die Batterieproduktion für seinen nur mit Strom fahrenden Chevy Volt hochgefahren. Bis zum Jahresende sollen die ersten kompletten Fahrzeuge vom Fließband rollen. Auch die deutschen Hersteller sind mit neuen Antrieben vertreten, etwa Mercedes mit der Hybridversion seines Geländewagens ML. Die Veranstalter der Messe erwarten rund 650.000 Besucher. Chrysler rechnet mit hartem Jahr Der gerade erst der Insolvenz entkommene US- Autobauer Chrysler blickt skeptisch in die Zukunft. "Es wird ein sehr schwieriges Jahr", sagte Firmenchef Sergio Marchionne am Montag auf der Autoshow in Detroit. Der Fiat-Chef führt seit dem Einstieg der Italiener bei Chrysler beide Unternehmen. "Das einzige, was mich beruhigt, ist, dass wir 2009 den Boden erreicht haben." Marchionne zog auch sein ehrgeiziges Absatzziel in Zweifel. "Unprofitables Volumen ist nicht das Volumen, das ich will", sagte Marchionne und geißelte die Rabattschlacht in Nordamerika. Mittelfristig will er den Verkäufe von Chrysler auf 2,8 Millionen Autos und damit auf alte Höhen hochschrauben. Im abgelaufenen Jahr hatte Chrysler dagegen einen massiven Einbruch von 36 Prozent bei den Verkäufen auf weniger als eine Million Autos erlebt.

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