Dienstag, 22.05.2012
18.01.2010
Share |
Studie

Autozulieferer vor zweiter Pleitewelle?

Den deutschen Autozulieferern stehen weiter harte Zeiten bevor. Die Serie von Unternehmenspleiten in der Branche wird sich auch in diesem Jahr fortsetzen, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Studie von Deloitte und IHS Global Insight. "Wir sehen im Zuge des Branchenumbruchs noch einige Insolvenzen. Das ist (...) aus Marktsicht aber unausweichlich. Nur so wird es gelingen, Überkapazitäten abzubauen und wieder auf einen Wachstumskurs zurückzufinden", erklärte Deloitte-Partner Siegfried Frick in Stuttgart. Bis November 2009 mussten bereits 83 Zulieferer aufgeben. Nach Aussage von Frick kämpfen vor allem kleine Betriebe mit einer dünnen Finanzdecke infolge der Krise. "Sie haben jetzt kaum mehr Mittel, auch weil Banken sich bei der Kreditvergabe nach wie vor zurückhalten." Gemäß einer Befragung von 195 Entscheidern namhafter deutscher Zulieferer bestätigten 87 Prozent, nur noch unter erschwerten Bedingungen an Bankkredite zu kommen. An erster Stelle alternativer Investoren sehen die Unternehmen strategische Investoren, gefolgt von Private-Equity-Gesellschaften und den eigenen Anteilseignern. Auch bei der Geldbeschaffung für Betriebsmittel gehen die Zulieferer laut Untersuchung neue Wege. Sie setzen zunehmend auf Staatsbürgschaften, wenngleich 75 Prozent der Befragten deren Vergabe als unzureichend bezeichneten. Dies resultiere ebenfalls häufig aus der Zurückhaltung der beteiligten Banken. Daher würden zur Verbesserung des Cashflow auch verstärkt Maßnahmen wie Factoring genutzt, hieß es. Rund 30 Prozent Überkapazitäten Der Abbau von Überkapazitäten hat den Angaben zufolge für 57 Prozent der Betriebe 2010 Toppriorität. Für rund die Hälfte der Befragten besteht vor allem Handlungsbedarf bei Chassisbau, Fahrzeugelektronik und Antrieben. Hier wird ein Überangebot von 30 Prozent geschätzt. Am schwärzesten sehen die Experten den Bereich Innenausstattung (40 Prozent). In den genannten Bereichen aktive Zulieferer sind nach Einschätzung der Branche auch am stärksten von der ab 2011 erwarteten Übernahmewelle betroffen. Die meisten Übernahmen würden horizontaler Natur sein, d.h. Aufkäufe durch unmittelbare Wettbewerber. (rp)

 
 
 
Zurück Artikel bookmarken Kommentar abgeben Artikel drucken Heft-Abo
 

KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

19. Januar 2010 09:29
Dr. Angelika Kolb-Telieps meint:
Als Innovationsexpertin empfehle ich Unternehmern und Geschäftsführern darauf zu achten, dass sie sich in diesen unsicheren Zeiten flexibel aufstellen. Das heißt:
- kurz-, mittel- und langfristige Szenarien analysieren, wie Elektrifizierung des Antriebsstrangs, Gewichtsreduzierung, globale Entwicklung, ...
- Risiken und Chancen im Lichte eigener Kompetenzen herausarbeiten, wie technischer Alleinstellungsmerkmale, besonderer Dienstleistungen, Kompetenzen für Entwicklungen, ....
- Vorteile von Kooperationen berücksichtigen, sich in Clustern und Initiativen zu engagieren
- einen Innovationsplan mit messbaren Zielen zu erstellen.
Damit schaffen die Manager die Voraussetzung, flexibel zu agieren und reagieren zu können. Gleichzeitig motivieren sie die eigenen Mitarbeiter und bereiten Argumente für Bankgespräche vor.
Lüdenscheid, 19.01.2010

1 Leserbriefe (Anzeige 1 bis 1)
1

"HB ohne Filter" vom 18. Mai

Kommentar von AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat

Heute mit den Themen: BMW-Rekorde, Fiat-Kontraste und Die Autohaus-Zukunft: Personal! MEHR

Frage der Woche

Download

AUTOHAUS-Bildschirmschoner

Ob Autopremiere, Politdebatte oder Promi-Schnappschuss – mit dem "I Saver" sind Sie immer auf dem Laufenden. mehr

Bildergalerien

Branchenrecht


Händlerbefragung

Die aktuelle Ausgabe des AUTOHAUS pulsSchlag

Topthema im Mai: Automobile Zukunft mehr

EXTRA

Jetzt neu: Fachbücher als eBook!

Einige unserer Praxishandbücher und Ratgeber können Sie jetzt auch als eBook bestellen! mehr

Marktplatz

Frische Ware

Auf dem neuen AUTOHAUS Marktplatz finden Sie alle Spezialisten und Dienstleister für ein erfolgreiches Kfz-Geschäft. mehr

Akademie aktuell

Professionelles Teile- und Zubehörmanagement im Autohaus

Erfahren Sie, wie Sie Ihr Teile- und Zubehörlager ertragreich managen! Anmeldung und Termine

Social Media

Besuchen Sie AUTOHAUS auf Facebook!

"Gefällt mir" – jetzt am virtuellen Stammtisch über bunte Branchenthemen diskutieren! mehr