Dienstag, 22.05.2012
19.10.2009
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Stellenkürzungen

Avtovaz-Mitarbeiter gehen auf Barrikaden

Hunderte Beschäftigte des angeschlagenen russischen Lada-Produzenten Avtovaz haben in der Wolga-Stadt Togliatti gegen die Streichung von mindestens 5000 Arbeitsplätzen protestiert. Die Demonstranten verabschiedeten am Samstag auch eine Erklärung an Regierungschef Wladimir Putin, in der unter anderem der Rücktritt der Unternehmensleitung sowie eine Erhöhung des Monatslohns auf 25.000 Rubel (rund 570 Euro) gefordert wird, wie die Agentur Interfax meldete. Der russische Branchenprimus Avtovaz mit seiner Marke Lada hat schwer mit der Autokrise zu kämpfen und muss mit Milliardenaufwand saniert werden. Die Gewerkschaft "Einheit" sprach von 1.000 Demonstranten, die Polizei schätzte die Zahl auf 700. Am Vortag hatte Russlands größter Autobauer mitgeteilt, dass das Unternehmen mit seinem französischen Partner Renault rund 240 Millionen Euro in das Werk investieren will. Ein Teilnehmer der Protestveranstaltung sagte laut Medienberichten, die Belegschaft fürchte weiter die Streichung von etwa 27.000 der derzeit rund 100.000 Stellen bei Avtovaz. Er arbeite derzeit nur an zwei Tagen pro Woche und erhalte lediglich einen Monatslohn von 5.000 Rubel, klagte der Mann. Eine Frau sagte, sie verdiene mit ihrem Mann rund 7.000 Rubel. "Wir mussten unser Kind aus dem Kindergarten abmelden, weil wir das nicht mehr bezahlen können." Auf Transparenten forderten die Demonstranten unter anderem "Kein Bankrott für Avtovaz" und "Weg mit der Kurzarbeit". In der Erklärung fordern die Beschäftigten die Wiedereinführung der vollen Arbeitswoche zum 1. November 2009 und damit einen Monat früher als geplant. Nach Angaben der Zeitung "Wedomosti" braucht Avtovaz eine Finanzspritze von insgesamt 70 Milliarden Rubel (rund 1,6 Milliarden Euro). Renault war 2008 beim russischen Marktführer für eine Milliarde Dollar eingestiegen. Avtovaz sollte saniert werden. Doch dieses Jahr schrumpft der russische Markt von 2,9 auf 1,4 Millionen Autos. Seitdem ist die Lada-Produktion im freien Fall.

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Konzernleitung schließt Insolvenz nicht mehr aus

 
 
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