Dienstag, 22.05.2012
26.03.2009
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Agrarkonzern

Baywa stellt Autohandel zur Disposition

Angesichts der Branchenkrise stellt der Baywa-Konzern sein Autohandelsgeschäft zur Disposition. "Auto gehört nicht zum strategischen Geschäft der Baywa. Wenn wir dafür eine vernünftige Lösung finden, könnten wir uns vorstellen, uns davon zu trennen", sagte Vorstandschef Klaus Josef Lutz am Donnerstag in München. Der Bereich habe 2008 aufgrund der ab Jahresmitte rückläufigen Absatzentwicklung stagniert. Wegen der unsicheren Lage auf dem Automarkt sei ein Ausblick für das laufende Jahr schwierig. "Wir rechnen allerdings mit einem rückläufigen Umsatz und Ergebnis", heißt es dazu im aktuellen Geschäftsbericht. Die Autohandelstöchter erwirtschafteten laut Bericht in vergangenen Jahr 250 Millionen Euro – immerhin zwölf Millionen Euro mehr als 2007. Angaben zum operativen Ergebnis machte die Baywa nicht. Die Kfz-Sparte gehört zum Segment "Sonstige Aktivitäten", in dem das Unternehmen auch seine Lebensmittelgesellschaften in Österreich und Finanzbeteiligungen bündelt. Konzernweit kann die Baywa auf ein Rekordergebnis zurückblicken: Der Umsatz kletterte u.a. dank hoher Getreidepreise sowie der lebhaften Nachfrage nach Heizöl und Holzpellets um mehr als 20 Prozent auf knapp 8,8 Milliarden Euro. Das Vorsteuerergebnis verbesserte sich von 90,5 Millionen Euro im Vorjahr auf 103,5 Millionen Euro. Unterm Strich verdiente der Konzern 76,7 Millionen Euro nach 71,8 Millionen Euro im Vorjahr. Die nun erfolgte Ankündigung kommt überraschend und zeigt, wie tief die Autokrise mittlerweile geht. Im August 2008 hatte Lutz noch eine Expansion im Kfz-Handel in Aussicht gestellt und von Verhandlungen über mögliche Zukäufe im In- und Ausland berichtet. Damals nannte der Manager eine Milliarde Euro als mittelfristiges Umsatzziel im Autovertrieb. Europas größter Agrarhandelskonzern betreibt Autohäuser in Baden-Württemberg und Bayern. An 24 Standorten werden die Marken BMW/Mini, VW, Audi, Fiat, Alfa Romeo, Peugeot und Land Rover vertrieben. (rp/dpa)

 
 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

27. März 2009 13:26
Servicefuzzi meint:
wenn selbst offensichtlich kapitalstarke Unternehmen wie dei BayWa sich von ihrer Autohandelssparte trennen wollen, dann tun sie das ja nicht, weil sie zuviel Geld damit verdienen. Vielmehr drückt diese Entscheidung eine hohe Unzufriedenheit mit dem Geschäft aus, wie sie sicher viele Autohausunternehmer empfinden. Ich könnte mir vorstellen, dass heute viele Händler das Geschäft gerne aufgeben würden, jedoch gar nicht die Möglichkeit dazu haben.

Eine der Ursachen für solche Entscheidungen sind m.E. die völlig überzogenen Herstellerstandards, die eine vernünftige Kapitalrendite unmöglich machen. Und wenn die großen das nicht schaffen, wie soll es dann dem "kleinen" Familienunternehmen gelingen. Die Standardkataloge der Hersteller und Importeure sind ja teilweise so umfangreich, dass unternehmerische Entscheidungen gar nicht mehr möglich sind. Überspitzt formuliert könnte man sagen, dass man als Autohändler heute den eigenen Laden auf eigenes Risiko für den Hersteller verwaltet. Wenn es gut geht, freut sich der Hersteller, geht es schief hat man halt Pech gehabt und muss sehen wie man klar kommt. Hilfe des Herstellers kann man nicht erwarten.

Mein Vorschlag: Runter mit überzogenen Standards bezüglich CI, Lagerfahrzeugen, Vorführfahrzeugen, Werkstattausrüstung etc. Keine Frage, all diese Dinge werden für das tägliche Geschäft unbedingt benötigt. Allerdings, die Entscheidung, in welchem Rahmen diese Dinge vorzuhalten sind, muss bei demjenigen liegen, der das Risiko trägt, nämlich dem Autohausunternehmer selbst.Diese Maßnahme kostet die Hersteller kein Geld und ist meiner Meinung nach geeignet, die Händlerzufriedenheit deutlich zu erhöhen. Und das nützt wiederum den Herstellern.

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