29.01.2013
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Geschwindigkeitsrekord
 

Mit dem Nachfolgemodell eines solchen stromlinienförmigen Rekordwagens der Auto Union ist vor genau 75 Jahren der hoch talentierte Rennfahrer Bernd Rosemeier bei einem Rekordversuch auf der Autobahn Frankfurt-Darmstadt bei Langen-Mörfelden ums Leben gekommen.

Bernd Rosemeyer vor 75 Jahren tödlich verunglückt

Um 11.38 Uhr erfolgt am 28. Januar 1938 die letzte Durchfahrtskontrolle bei einem weiteren Versuch der Verbesserung des gerade durch Rudolf Caracciola (Daimler-Benz) neu aufgestellten Geschwindigkeitsweltrekordes auf öffentlichen Straßen. Der bekannte und allseits beliebte Bernd Rosemeyer verliert wenige Sekunden danach die Kontrolle über sein gut 440 km/h schnelles und speziell für die Rekordfahrten konstruiertes Fahrzeug. Dabei wird der nicht nur in Deutschland talentierteste und gleichzeitig einer der erfolgreichsten Rennfahrer der damaligen Zeit aus seinem Wagen geschleudert. Er bleibt unweit der Autobahn bei Langen-Mörfelden leblos liegen. Trotz umgehend eingeleiteter Rettungsmaßnahmen kommt für den sympatischen Draufgänger aus Lingen an der Ems jede Hilfe zu spät.

Pilot hatte keine Chance

Da weder Sicherheitsgurte, Überrollbügel oder gar eine gestaltfeste Fahrgastzelle zu dieser Zeit bekannt sind, beschränkten sich die damals üblichen Sicherheitsvorkehrungen auf exakte Befestigung der den Fahrer überdeckenden Kuppel aus Aluminium und Plexiglas. Auch die Aerodynamik steckte noch in den "Kinderschuhen". So war das Verhalten des Rennwagens im Hochgeschwindigkeitsbereich ebenfalls nur sehr schwer zu beherrschen, was offensichtlich die Tragödie mit begünstigte.

Da neben (nahezu idealen) Temperaturen um Null Grad Celsius aber zunehmend Wind aufkam, waren die Fahrbedingungen dennoch alles andere als optimal. Darauf wies auch Caracciola persönlich seinen Konkurrenten von der Auto Union hin. Doch der, wagemutig wie er immer war, ließ sich auch von seiner Rennmannschaft nicht davon abbringen, sofort noch einmal zu starten. Kurz nach einer Brückendurchfahrt in Richtung Darmstadt kam das vollverkleidete Fahrzeug, vermutlich durch eine Windböe, von seiner planmäßigen Fahrtrichtung ab. Bei dem Versuch, diese wieder zu korrigieren, brach das Heck aus. Und obgleich Rosemeyer im Umgang mit diesen sehr schwierig zu beherrschenden Fahrzeugen durchaus versiert war, konnte er einen Sturz – so nannte man Unfälle damals – nicht verhindern.

Genaue Umstände nie exakt geklärt

Trotz umgehender und genauester Untersuchungen wurde die genaue Unfallursache bis heute nie hinreichend aufgeklärt. Ein technischer Defekt ist nach der Analyse des verunfallten Wracks aber auszuschließen gewesen. Es sprechen alle bekannten Indizien dafür, dass sich das Unglück, wie oben beschrieben, ereignet haben muss.

Nach dem Unfall haben beide Werksteams umgehend ihre Versuche abgebrochen, so dass der von Rudolf Caracciola gestern gegen 11.00 Uhr vor 75 Jahren aufgestellte neue Rekord nicht erneut gebrochen worden ist. Spätere Versuche von Daimler-Benz mit einem sechsrädrigen, von Prof. h.c. Ferdinand Porsche konstruiertem und von zwei Flugzeugmotoren angetriebenem, neuen Rekordwagen vereitelte der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Die neue Strecke wurde dafür extra beim Bau der Autobahn zwischen Bitterfeld und Dessau mit freitragenden Bogenbrücken berücksichtigt.

Gedenkstein an Unglücksstelle

Aus Anerkennung für die Leistungen des noch jungen Bernd Rosemeyer und als Mahnmal für dieses Opfer wurde an der Fundstelle nahe der Autobahn ein Gedenkstein aufgestellt. Dieser ist aus Frankfurt kommend an der A5 bei Langen-Mörfelden in Richtung Darmstadt von einem Parkplatz zu Fuß erreichbar. Seit einigen Jahren trägt dieser Parkplatz auch den Namen "Bernd Rosemeyer". (he)

 
 
 
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