Dienstag, 22.05.2012
29.01.2010
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Führungspersonalien

Betriebsrat kritisiert neuen Opel-"Wasserkopf"

Der Opel-Betriebsrat läuft Sturm gegen die jüngsten Personalberufungen an die Spitze des angeschlagenen Unternehmens. "Bei seiner Antrittsrede kündigte der neue Opel-Chef Nick Reilly an, zur Sanierung des Unternehmens 35 Prozent des Management-Wasserkopfes abzubauen. Die Realität sieht aber ganz anders aus", schreibt der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz in einem am Freitag an die Mitarbeiter verteilten Flugblatt. Erst im Januar hatte der Opel-Aufsichtsrat eine siebenköpfige Geschäftsführung ernannt. Seither habe Reilly 14 weitere Manager eingesetzt, "deren Aufgaben und Befugnisse die Zuständigkeiten der gewählten Geschäftsführung überlagern und teilweise außer Kraft setzen", schrieb Franz, der auch stellvertretender Aufsichtsratschef der Adam Opel GmbH ist. Die zunehmende Bürokratisierung sorge in der Belegschaft für große Unruhe. Die Leute würden nicht verstehen, warum Personal abgebaut und ein ganzes Werk (in Antwerpen) geschlossen werden solle, aber gleichzeitig immer mehr neue Häuptlinge gekürt würden. Erst am Dienstag hatte Opel die Verpflichtung des CDU-Politikers Volker Hoff als Cheflobbyist des Autoherstellers bekanntgegeben, am Donnerstag wurde Susanne Wegerhoff zum "Vize Präsident Opel Kommunikation" ernannt. "Entgegen aller bisher geltenden Regeln wurden Personalentscheidungen getroffen, ohne vorher den Aufsichtsrat zu informieren und zu konsultieren", sagte Franz. Er warf Reilly vor, "selbstherrlich und an den Gremien vorbei gehandelt" zu haben. Der Manager habe den gemeinsamen Weg verlassen: "Er pflegt nicht den sozialen Dialog und will ausschließlich seine Meinung durchsetzen." Die Sanierung Opels soll nach Unternehmensangaben 3,3 Milliarden Euro kosten. Dafür verlangt das Management einen Lohnverzicht der Arbeitnehmer von jährlich 265 Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren. Die Arbeitnehmervertreter lehnen dies ab, nachdem Reilly einseitig die Schließung des Werk Antwerpen beschlossen hatte. Der Opel-Chef rechnet hingegen weiterhin fest mit dem Beitrag. Er will "in zwei bis drei Wochen" eine Einigung mit dem Betriebsrat erreichen. Die Gespräche sollen am Montag fortgesetzt werden. Belgier gehen auf die Straße Für Arbeit und soziale Gerechtigkeit demonstrierten unterdessen zehntausende Belgier am Freitag in Brüssel. Unter den nach Polizeiangaben rund 27.000 Demonstranten seien Hunderte Opelaner gewesen, berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga. Sie trugen Schilder mit der Aufschrift "Wir sind wütend, wir wollen Arbeit". Der Protestzug startete im Europaviertel. Auf den Straßen in der Brüsseler Innenstadt gab es stundenlang Behinderungen.

 
 
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