Dienstag, 22.05.2012
20.01.2010
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Konfrontation

Betriebsrat lehnt Opel-Sanierungsplan ab

Bei Opel stehen die Zeichen mehr denn je auf Konfrontation: Laut Betriebsrat plant das Opel-Management weiterhin Werkschließungen und einen drastischen Stellenabbau vor allem in Deutschland und Belgien. Gleichzeitig lehne Opel-Chef Nick Reilly eine Kapitalbeteiligung der Belegschaft und weitere Forderungen der Arbeitnehmer trotz früherer Zusagen ab. Das von Reilly angepeilte Ziel, den Sanierungsplan bis zum Monatsende vorzulegen, wird damit immer unrealistischer. In einem Brief an die Belegschaft wies Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz am Mittwoch den neuesten Sanierungsplan für den Autobauer als unzureichend zurück: "Der erst vor wenigen Tagen vorgelegte sogenannte 'Viability Plan VI' bietet nach umfangreichen Analysen keine Chance, eine erfolgreiche Zukunft für Opel/Vauxhall in Europa zu gewährleisten." Konkrete Maßnahmen zur Steigerung des Umsatzes seien in dem Konzept nicht beschrieben. Der Plan sehe vor, im laufenden Jahr etwa 8.300 der 48.000 Stellen in Europa abzubauen, vor allem in Deutschland und Belgien. Die Personalplanung für die folgenden Jahre liege hingegen ebenso wenig vor wie die detaillierte Aufteilung der Abbauzahlen, kritisierte Franz, der auch stellvertretender Aufsichtsratschef von Opel ist. In der Verwaltung solle bei den "Indianern" massiv abgebaut werden, während gleichzeitig Führungspositionen für weitere «Häuptlinge» geschaffen würden. Betriebsrat und IG Metall gegen Werkschließungen Franz betonte, das Konzept sehe immer noch Werkschließungen vor. Dies lehnen der Betriebsrat und die IG Metall ab. Sie hatten den Verzicht darauf zur Bedingung für einen Lohnverzicht gemacht. "Wir sollten nicht die Hand dazu reichen, dass Arbeitnehmerbeiträge der einen für die Stilllegung von Standorten und Vernichtung der Arbeitsplätze der anderen verwendet werden", sagte IG-Metall-Bezirksleiter und Opel-Aufsichtsratsmitglied Armin Schild dem Internetportal "focus.de". Franz warnte: "Mit ihrem Geld sollen die Beschäftigten Werkschließungen und Abfindungen finanzieren. Das werden wir nicht mitmachen." Er warf dem Management vor, trotz des ungenauen Geschäftsplans genau zu wissen, wie viel die Beschäftigten abgeben sollen: "Man besteht nach wie vor auf 265 Millionen Euro pro Jahr in Europa."

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Luft für Opel Antwerpen wird dünner – Erste Proteste

 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

21. Januar 2010 11:43
Jörg-Uwe Banach meint:
Der Betriebsrat schafft es mit Sicherheit, und da bin ich voller Vertrauen in dessen Kompetenzen, dass General Motors als Konzernmutter die Konsequenzen zieht und Opel über kurz oder lang... abwickeln.


21. Januar 2010 10:44
Karl-Heinz Scherer meint:
Was für ein Hin und Her! Der Zeitpunkt für eine gescheite Regelung ist wohl vertan. 'Akteure' haben sich still und leise herausgezogen. Ob das jetzt noch etwas Positives wird? - sieht nicht danach aus. Und die ausschlaggebenden Personen - die OPEL-Kunden - werden täglich mehr verunsichert. Angesichts der Marktsituation dürfte das böse ausgehen. Sehr schade.


21. Januar 2010 09:03
Michael Tropschug meint:
Ich verstehe das Auftreten des Betriebsrates nicht. Nun beobachten wir schon seit zwei, drei Jahren das Ringen ums Überleben dieser völlig überflüssigen Marke auf dem Markt.Anstatt dass die Mitarbeiter alles tun um ihren Arbeitgeber zu stärken um wenigstens einige Arbeitsplätze zu retten, will man alles, und wenn ich an die Klage wegen nicht bezahltem Urlaubsgeld im letzten Sommer denke, zu viel.

Wenn der Markt diese Marke nicht halten kann auf Grund ausreichender Nachfrage dann muss sie eben von selbigem verschwinden.

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