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Bewerbungsunterlagen professionell gestalten
Von Susanne Gehring / Jobcoaching Münster
Schicken Sie Ihrem Kunden ein Schreiben oder eine Rechnung, so geschieht dies nach ganz besonderen Vorgaben. Es soll ja schließlich professionell aussehen. So genannte DIN-Normen schreiben Ihnen vor, wo der Absender, wo der Adressat steht und wie das Schreiben sonst noch so gestaltet wird. Auch für die Gestaltung von Bewerbungsunterlagen gibt es Vorgaben. Allerdings ist eine Bewerbung ist intra-individuell, d. h. sie unterscheidet sich von anderen Bewerbungsunterlagen, die ein Arbeitgeber für die gleiche Stelle bekommen hat.
Auch Ihre Bewerbungsunterlagen sollten für jede neue Bewerbung angepasst werden. Vermeiden Sie es, ein Standardanschreiben und einen Standardlebenslauf zu formulieren, die Sie dann an alle potentiellen Arbeitgeber schicken. Jede Bewerbung sollte inhaltlich ganz genau passen.
Deckblatt
Das Deckblatt ist ein optisch attraktiver Einstieg in die Bewerbungsunterlagen. Der zukünftige Arbeitgeber erhält hier wenige, leicht erfassbare Informationen. Im Vergleich zu den übrigen Unterlagen hat der Bewerber hier Möglichkeiten zur freien, kreativen Gestaltung. Das Deckblatt sollte aber dennoch ein gemeinsames Design mit den übrigen Bewerbungsunterlagen haben. Auch ein vom Profi erstelltes Bewerbungsfoto ist Pflicht. Das Foto sollte gut zum Autohaus passen, bei dem Sie sich bewerben. Tritt dieses Autohaus nach außen konservativ auf, sollte das Foto entsprechend konservativ ausfallen. Bewerben Sie sich bei einem Autohaus mit kreativer Ausrichtung, kann das Foto auch einfallsreicher aussehen. Die Kleidung sollten Sie dabei passend zum Dresscode des Autohauses auswählen. Befestigt wird das Foto mit Klebestift und nicht mit einer Büroklammer oder einer Tackernadel.
Anschreiben
Das Anschreiben soll neugierig auf Ihre Bewerbungsunterlagen machen. Nutzen Sie das Anschreiben also zur Profilierung. Erklären Sie, warum Sie sich auf diese Position bewerben. Schreiben Sie zunächst Punkt für Punkt die Anforderungen auf und versuchen Sie dann zu erläutern, warum gerade Sie diese Anforderungen erfüllen. Gleichen Sie also die in der Stellenanzeige geforderten Anforderungen mit Ihrem Profil ab. Je mehr Übereinstimmungen vorhanden sind, desto besser sind Sie für diese Stelle geeignet. Sollten Sie noch über interessante Zusatzqualifikationen verfügen, die in das Stellenprofil passen, ohne dass sie speziell verlangt werden, sollten Sie diese auf jeden Fall nennen.
Verzichten Sie auf Standardformulierungen wie: "vielen Dank für das freundliche Telefonat vom", "hiermit bewerbe ich mich auf...", "ihre Anforderungen erfülle ich". Sie wollen sich ja von der Masse der Bewerbungen abheben und den konkreten Bedarf des Unternehmens decken. Liefern Sie in kurzen Sätzen eine klare Begründung ihrer persönlichen Eignung sowie Ihrer Stärken und Fähigkeiten. Belegen Sie diese jeweils mit Beispiele aus Ihrem bisherigen Lebenslauf: Woran erkennt man z. B. ganz konkret, dass Sie ein Verkäufertyp sind? Sollte es ausdrücklich verlangt werden, geben Sie Ihr mögliches Eintrittsdatum an.
Lebenslauf
Die Gestaltung des Lebenslaufes erfolgt zweispaltig. Beim chronologischen Lebenslauf steht Ihre letzte Tätigkeit am Anfang, also ganz oben. Diese Vorgehensweise ist sinnvoll, wenn Ihr Lebenslauf lückenlos ist und ihre Qualifikationen aufeinander aufbauen. Sie haben z. B. irgendwann eine Ausbildung zum KFZ-Mechanotroniker gemacht und arbeiten heute als Meister. Diese Form des Lebenslaufes ist einfach zu erstellen. Sie ordnen Ihre Tätigkeiten dabei rückwärts nach Datum. Zu jeder aufgeführten Position gehört der Name und der Standort des Unternehmens, der Beschäftigungszeitraum, die Berufsbezeichnung, der Verantwortungsbereiche und die Erfolge. Diese Form des Lebenslaufes ist sehr gebräuchlich und den Arbeitgebern der Autobranche sehr vertraut. Fortschritte in einem Spezialgebiet und gesteigerte Verantwortung sind sofort erkennbar. Jedoch zeugen häufige Arbeitsplatzwechsel von Instabilität, größere Erfolge sind in den einzelnen Karriereschritten versteckt.
Eine funktionaler Lebenslauf ist dann sinnvoll, wenn es um die Funktion geht, aus der heraus Sie sich bewerben (z. B. Werkstattmeister mit Personalverantwortung). Die Vorteile des funktionalen Lebenslaufs:
• Die zeitliche Einordnung steht nicht wie beim chronologischem Lebenslauf im Vordergrund.
• Kenntnisse und Erfahrungen lassen sich besonders hervorheben und überdecken einen möglichen häufigen Stellenwechsel.
Spätestens im Vorstellungsgespräch müssen Sie jedoch damit rechnen, dass Sie auch nach den Lücken im Lebenslauf gefragt werden, und müssen diese sinnvoll begründen können.
Sollte es keinen Zusammenhang zwischen der letzten und der angestrebten Beschäftigung geben, kann der Schwerpunkt auf frühere Erfahrung gelegt werden. Sollten Sie z. B. früher im Vertrieb in einem Autohausfernen Unternehmen tätig gewesen sein und dort viel Berufserfahrung gesammelt haben, wollen sich jetzt aber im Vertrieb bewerben, dann macht ein funktionaler Lebenslauf sicher Sinn.
Bitte machen Sie sich klar, dass egal für welche Variante Sie sich entscheiden, der Lebenslauf kein Standarddokument ist, sondern genau wie das Anschreiben auf die jeweilige Bewerbung angepasst werden sollte. Für das eine Autohaus kann die Nennung bestimmter durchgeführter Tätigkeiten sinnvoll sein, weil Sie speziell gefragt sind, für ein anderes Autohaus werden aber vielleicht ganz andere Aufgaben nachgefragt.
// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Ist eine dritte Seite sinnvoll? - Arbeitszeugnisse
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