Zehntausende Beschäftigte des weltgrößten Autozulieferers Bosch müssen wegen der Branchenkrise den Gürtel enger schnallen. Unternehmensleitung und Konzernbetriebsrat haben sich darauf geeinigt, den 64.000 Mitarbeitern der Robert Bosch GmbH in Deutschland Einbußen abzuverlangen. Für die einzelnen Standorte sollen die genauen Regelungen bis Mitte Mai ausgehandelt werden, sagte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch in Gerlingen bei Stuttgart. Der Branchenprimus rechnet nach einem dramatischen Gewinneinbruch 2008 im laufenden Jahr erstmals in der Nachkriegszeit mit roten Zahlen. An den einzelnen Standorten müssen sich Arbeitgebervertreter und Betriebsrat nun auf eine von zwei Sparvarianten verständigen. Eine Möglichkeit sei, die für Mai geplante zweite Stufe der Tariferhöhung um 2,1 Prozent auf Oktober zu verschieben, sagte der Sprecher. Die zweite Variante ist, dass die Beschäftigten zwar die Mitarbeiterbeteiligung für 2008 ausbezahlt bekommen, dafür aber auf Teile des Weihnachtsgeldes verzichten. Wie viel damit an Personalkosten eingespart wird, wollte der Sprecher nicht sagen. Als Reaktion auf die Krise hat der Branchenprimus im Ausland schon 3.000 Mitarbeiter entlassen. Bosch-Chef Franz Fehrenbach hatte in der vergangenen Woche angekündigt, dass sich diese Zahl im weiteren Jahresverlauf noch "wesentlich erhöhen" wird. Auch in Deutschland werde "unser Personalstand tendenziell sinken". Eine Größenordnung nannte er aber nicht. Für 93.000 Mitarbeiter weltweit hat der Konzern außerdem die Arbeitszeit verkürzt. Weltweit beschäftigte Bosch zum Jahresbeginn knapp 282.000 Menschen. (dpa)
Branchenkrise: Bosch-Belegschaft drohen weitere Einschnitte
Unternehmensleitung und Betriebsrat haben sich darauf geeinigt, den 64.000 Mitarbeitern in Deutschland Einbußen abzuverlangen. Die genauen Regelungen sollen bis Mitte Mai ausgehandelt werden.