7-Tage-Rückblick
WEITERE AKTUELLE NACHRICHTEN
Übernahme
Bosch will US-Werkstattausrüster kaufen
Mit einem der größten Zukäufe in seiner jüngeren Geschichte stärkt der weltgrößte Autozulieferer Bosch sein globales Servicegeschäft in den Kfz-Werkstätten. Die Schwaben wollen den Werkstattausrüster SPX Service Solutions aus den USA übernehmen, wie das Unternehmen am Dienstag in Stuttgart mitteilte. Die US-Firma bietet für den Automarkt Diagnose- und Servicegeräte sowie Werkstattzubehör und Software an und ist vor allem in den Boom-Regionen USA und Asien/Pazifik unterwegs.
"Die Übernahme rundet unser Produktangebot perfekt ab", sagte ein Bosch-Sprecher. Jüngst hatten die Schwaben auch mit Investitionen im Solar-Bereich von sich reden gemacht. Die Kfz-Abhängigkeit sollte eigentlich schrumpfen. Bosch will für die Übernahme ungefähr 884 Millionen Euro zahlen. Die Wettbewerbshüter müssen dem Kauf noch zustimmen, der den Angaben zufolge bis spätestens Mitte 2012 unter Dach und Fach sein soll. Ein entsprechender Vertrag sei in New York geschlossen worden.
SPX Service Solutions erwarte für 2011 einen Umsatz von rund 920 Millionen US-Dollar (nach aktuellem Kurs gut 700 Millionen Euro), beschäftige rund 2.700 Mitarbeiter in 17 Ländern und habe Werke in den USA, Deutschland, Frankreich und China. Auch für die gesamte Bosch-Gruppe sei es einer der größten Deals der jüngeren Geschichte. Bei dem Kauf geht es um den sogenannten Automotive Aftermarket - Geschäfte mit Service, Wartung und Reparatur von älter werdenden Autos. Dahinter steckt weit mehr als Ersatzteile und Hebebühnen. Es geht um technisch komplizierte Diagnostik etwa für Motorsteuerungen oder um die Fehleranalyse für Klimaanlagen.+
Ob an den übernommenen SPX-Standorten künftig das Bosch-Logo prangen soll, wollte ein Unternehmenssprecher noch nicht sagen. Die Phase der Integration sei erst für das zweite Halbjahr geplant und Details stünden daher noch nicht fest. Das gelte auch für Personalfragen im Management. "Man sieht dann mehr im Laufe der Zusammenarbeit." Der Automotive Aftermarket stand 2010 bei Bosch für etwa vier Milliarden Euro Umsatz - von insgesamt 47,3 Milliarden Euro für die Gruppe.
Marktpräsenz im Diagnosegeschäft stark ausbauen
"Mit SPX Service Solutions wird Bosch zu einem der führenden Anbieter für Diagnoselösungen", sagte Bosch-Manager Robert Hanser. "Mit der Übernahme können wir unsere Marktpräsenz im Diagnosegeschäft stark ausbauen, vor allem in Nordamerika. Zudem stärken wir unsere Position in Asien/Pazifik und Europa, speziell im Diagnose- und Reparaturgeschäft mit Fahrzeugherstellern." Bosch belegt nach eigenen Angaben mit dem Zukauf Platz zwei der weltweiten Diagnoseanbieter.
Der angepeilte Geschäftsbereich gehört zur börsennotierten SPX Corporation mit Zentrale in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina. Die Sparte hat ihren Sitz in Warren (Michigan). Im SPX-Geschäftsbericht für das Jahr 2010 hieß es, dass die größten Konkurrenten im Diagnosegeschäft Snap-on Incorporated und Bosch gewesen seien. Ersterer behalte seine Marktführerschaft auch nach dem Zusammengehen von Bosch mit der SPX-Sparte, sagte ein Bosch-Sprecher. Er betonte zudem, der Zukauf stehe nicht im Widerspruch zum generellen Vorhaben, die Abhängigkeit vom Kfz-Bereich zu verringern: "Profitable Wachstumschancen wollen wir dort trotzdem nutzen." (dpa)
Copyright © 1998 - 2012 AUTOHAUS online
(Foto: Sascha Schuermann/ ddp)
| Zurück | Artikel bookmarken | Kommentar abgeben | Artikel drucken | Newsletter-Abo | Heft-Abo |
WEITERE INFORMATIONEN
Verwandte Themen
- Bosch legt Steuerstreit in Italien bei
- Bosch stärkt Kfz- und Solar-Kompetenz
- Bosch erwartet stabiles Branchenwachstum
- Bosch setzt 50 Milliarden Euro um
- Bosch-Chef befürchtet Rezession
- Bosch erhöht Studienplätze
- Bosch-Chef will keine gesetzliche Frauenquote
- Bosch baut das automobile Ersatzgeschäft weiter aus
- Bosch baut Audi A5 zum E-Auto um
- Bosch-Autosparte gebremst










