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8. Aral-Forum
Branchenplayer suchen Wege aus der Krise
von Bernd Dohrmann
Die Erwartungen an das Autojahr 2010 sowie die daraus resultierende Notwendigkeit zu Veränderungen bei Produktion, Belieferung, Vertrieb und Standards standen im Mittelpunkt des 8. Aral-Forums anlässlich der IAA in Frankfurt. AUTOHAUS-Chefredakteur Ralph M. Meunzel moderierte die lebhafte Diskussion, bei der die Gäste auf dem Podium unisono zwar einen deutlichen Zulassungsrückgang auf maximal 2,9 Millionen neuen Pkw erwarten, aber auch Chancen sehen. Die Vertriebsleiter von Audi, Michael-Julius Renz, und Mercedes, Peter Alexander Trettin, zeigten sich zuversichtlich, dass im kommenden Jahr der gewerbliche Markt wieder anspringe. Auch von der IAA erwarten sich die Hersteller neue Impulse für das "Jahr nach der Prämie". ZDK-Präsident Robert Rademacher und Mercedes-Vertreterverbands-Präsident Peter Ritter warnten aber davor, die bestehende Überproduktion auf den Handel abzuwälzen. Rademacher: "Schon 2008 gab es auch bei Premiummarken deutliche Überbestände, aber Premium und Schleuderpreis passen nicht zusammen. Zu viel Ware ist der Tod jeder Marge. Es muss ein neues Denken zwischen Hersteller und Handel her!" Auch mit einer 65-prozentigen Auslastung der Produktion könnten die Hersteller schwarze Zahlen schreiben. Eine Reduzierung der Produktion scheint schwierig. Trettin: "Wir müssen uns neu orientieren und Einsparungen durch einfachere Prozesse schaffen." VW/Audi-Partner Heinz Dieter Tiemeyer sieht Handlungsbedarf auf beiden Seiten: "Wir als Händler müssen unser Gebrauchtwagengeschäft sanieren, und der Servicebereich muss wieder laufen. Im Neuwagenbereich gibt es immensen Druck der Hersteller. Das mindert unsere Margen und das bisherige Geschäftsmodell kommt unter Druck." Professor Ulrich Ermschel von der Dualen Hochschule Mannheim, ergänzte: "Sanierungsfälle im Handel resultieren fast immer aus fehlender Prozess-Optimierung und fehlender Kostenkontrolle in den Betrieben." Ob auch die Größe der Händlernetze ausschlaggebend für die Renditen der Betriebe sind, blieb indes offen. Das aktuelle Beispiel Spaniens, wo der Neuwagenmarkt um 70 Prozent zurückgegangen ist und die Händler überwiegend dennoch weiterhin schwarze Zahlen schreiben, machte nachdenklich.
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