Opel-Rettung: Brüssel pocht auf Europarecht

28.05.2009 06:51 Uhr
Als oberste Wettbewerbsaufsicht in Europa muss die EU-Kommission staatlichen Hilfspaketen – wie für Opel geplant – grünes Licht geben.
© Foto: Martin Öser/ddp

Die EU-Kommission hat Deutschland und Großbritannien aufgefordert, bei der Rettung von Opel und Vauxhall die Staatsbeihilfe- und Binnenmarktregeln einzuhalten. Für Freitag ist ein Sondertreffen angekündigt.

Die geplante Rettungsaktion der Bundesregierung für Opel sorgt für Unruhe in der Europäischen Union. Die EU-Kommission forderte Deutschland und Großbritannien bei der Rettung der Traditionsmarken Opel und Vauxhall mit Milliarden-Steuergeldern zur Einhaltung von EU-Recht auf. "Es darf (für Investoren) keine diskriminierenden Auflagen geben, etwa dass in einem EU-Staat keine Fabriken geschlossen werden dürfen, in einem anderen aber schon", sagte ein Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes am Donnerstag in Brüssel. Der britische Wirtschaftsminister Peter Mandelson forderte eine Fortsetzung der Vauxhall-Produktion in Großbritannien. Zuvor hatte Belgien die Sorge geäußert, Rettungsaktionen der deutschen oder britischen Regierungen könnten zu Lasten des Opel-Werks in der flämischen Hafenstadt Antwerpen gehen. Die EU-Kommission hat eingeräumt, Berlin sei bei der Suche nach einem Opel-Investor bislang "besonders ambitioniert" vorgegangen. Auf Wunsch des belgischen Premiers Herman Van Rompuy rief die Behörde ein Sondertreffen der von der drohenden Insolvenz des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM) betroffenen EU-Staaten diesen Freitag ein. Das Thema spielte auch beim Treffen der EU-Industrieminister am Donnerstag in Brüssel eine Rolle. Künftige Opel-Investoren sollen von Berlin Milliarden-Starthilfen aus Steuergeldern bekommen. Auch die britische Regierung will den neuen Opel-Besitzer subventionieren, um das Überleben von Vauxhall zu sichern. Bei der Gewährung von Geldern der öffentlichen Hand und der Auswahl von Investoren müssten die Staatsbeihilfe- und Binnenmarktregeln eingehalten werden, forderte der Kommissionssprecher. Die Brüsseler Behörde ist die oberste Wettbewerbsaufsicht in Europa und muss staatlichen Hilfspaketen grünes Licht geben. Bereits am 13. März hatte EU-Industriekommissar Günter Verheugen ein Sondertreffen der europäischen GM-Länder ausgerichtet. Diesmal sind allerdings keine Vertreter des US-Konzerns GM eingeladen. Ziel des Treffens sei die Kooperation und der Informationsaustausch, sagte der Sprecher von Verheugen.

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Auto News für die Automobilbranche: AUTOHAUS ist eine unabhängige Abo-Fachzeitschrift für die Automobilbranche und ein tagesaktuelles B2B-Online-Portal. AUTOHAUS bietet Auto News, Wirtschaftsnachrichten, Kommentare, Bilder und Videos zu Automodellen, Automarken und Autoherstellern, Automobilhandel und Werkstätten sowie Branchendienstleistern für die gesamte Automobilbranche. Neben den Auto News gibt es auch Interviews, Hintergrundberichte, Marktdaten und Zulassungszahlen, Analysen, Management-Informationen sowie Beiträge aus den Themenbereichen Steuern, Finanzen und Recht. AUTOHAUS bietet Auto News für die Automobilbranche.