Durchbruch: Bundesregierung einig über Kfz-Steuerreform

27.01.2009 12:18 Uhr
Die Bundesregierung hat sich nach langem Streit auf eine Reform der Kfz-Steuer geeinigt.

Die Bundesregierung hat sich nach langem Streit auf eine Reform der Kfz-Steuer geeinigt. Die Umstellung auf eine klimafreundliche Abgabe soll am Dienstag im Bundeskabinett beschlossen werden.

Die große Koalition hat sich nach heftigem Streit doch noch auf eine Reform der Kfz-Steuer verständigt. Die Abgabe soll für Neuwagen zum 1. Juli 2009 auf eine klimafreundliche Steuer umgestellt werden. Das teilten Bundesregierung und Koalition nach mehrstündigen Beratungen am Montagabend in Berlin mit. Es gilt als sicher, dass das Kabinett dem neuen Steuersystem an diesem Dienstag im Rahmen der Entscheidungen über das Konjunkturpaket II zustimmt. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) und die Autoverbände begrüßten die Einigung. Eine Runde von Staatssekretären einigte sich darauf, Geländewagen mit hohem Spritverbrauch doch nicht wie ursprünglich geplant steuerlich zu begünstigen. Auf eine Begrenzung der Besteuerung für große Autos werde verzichtet, bestätigte der Vize-Vorsitzende der Unionsfraktion, Hans-Peter Friedrich (CSU). Die Kfz-Steuerreform werde insgesamt zusätzlich 1,8 Milliarden Euro Haushaltsmittel benötigen. Grundsätzlich sollen neue Autos künftig nicht mehr nur nach Hubraum, sondern vor allem auch nach dem Ausstoß des schädlichen Kohlendioxids (CO2) besteuert werden. Nach einem Freibetrag für alle neuen Autos mit einem CO2-Ausstoß bis 120 Gramm sollen für höhere Emissionen je Gramm zwei Euro Steuer gezahlt werden. Die Hubraum-Besteuerung sieht einen Sockelbetrag von zwei Euro je angefangene 100 Kubikzentimeter für Benzin-Fahrzeuge und von 9,50 Euro bei Diesel-Fahrzeugen vor.

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KOMMENTARE

wallibelli

26.01.2009 - 23:24 Uhr

Das wird bestimmt kein Minusgeschäft für den Finanzminister,zumal die Freigrenze von 120g/km nur bis 2011 gilt. Bis 2013 gelten dann 110g/km, ab 2014 nur noch 95g/km Freigrenze. Sofern wie geplant der Altbestand ab 2013 auch auf die neue KFZ-Steuer umgestellt wird, kosten momentan sparsam geltende Autos schon einiges mehr.Auch wenn die Kostenstruktur des nun gefundenen Modells keine gravierenden Umwälzungen mit sich bringt,dürfte sich der Trend zum sparsameren Auto verstärken. Speziell im boomenden Segment der Kompakt SUV's kann man von tendentiell sinkenden Gewichten und Diesel-Motoren mit kleineren Hubräumen plus Register-Bi-Turbo-Aufladung ausgehen.Bei Benzinern kommt die Regelung Modellen mit Hybridkomponenten bzw. Vollhybridfahrzeugen entgegen. Zumindest hat man jetzt Planungssicherheit. Allein das ist nach zwei Jahren lähmender Diskussionen schon etwas wert.


Marco Wrobel

27.01.2009 - 10:24 Uhr

In diesem Artikel wird nun von 40 Millionen Fahrzeugen gesprochen. Ich war bisher der Auffassung das Altfahrzeuge erst voll ab 2013 besteuert werden. Irre ich mich da? Vielen Dank für eure Hilfe Mit freundlichen Grüßen Marco Wrobel


Franz Menebröcker, Kfz-Sachverständiger

27.01.2009 - 22:44 Uhr

Eine gerechte Besteuerung wäre nur über den Wegfall der Kfz-Steuer und die entspchende Erhöhung der Mineralölsteuer zu erreichen.


Wolfgang Kürpik

28.01.2009 - 15:28 Uhr

Ich will auch die neue Steuer! Warum dürfen Fahrer von Altfahrzeuge nicht selbst entscheiden? Ich hab mir schon vor über 3 Jahren ein Auto mit nur 114g CO²-Ausstoss gekauft. Die Lösung ist auch nicht fair!


Striker

28.01.2009 - 17:54 Uhr

Herr Meneböcker, ich sehe das ganz genau so: Das allein wäre der fairste und auch zukunftsweisende Weg gewesen. Es wäre simpel und einfach und würde dem Staat Multimillionen EUR an Einsparungen im Verwaltungsbereich bringen. Doch was wird dann mit all den Beamten und Bremsern in den unzählbaren Behörden? Diese unsere Republik hat sich derart ins Abseits manövriert, hat sich so stark festgefahren, dass das, was wirklich den Titel Reform verdiente, gar nicht mehr machbar ist. Statt dessen sind nur noch faule und kaum noch nachvollziehbare Kompromisse möglich, die allen gerecht werden wollen, in Wahrheit aber nur noch mehr Stillstand bedeuten. Dabei gibt es auf der Welt auch positive Beispiele: Nicht das ich meine, in den USA sei alles besser. Aber die Fähigkeit dieser Nation, sich von Zweifeln zu lösen und Dinge, die einen bremsen aus dem Weg zu räumen, ist schon bemerkenswert.


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