Investorensuche: Bundesregierung ringt weiter um Opel-Zukunft

20.05.2009 13:04 Uhr
Quo vadis Opel? Über die Zukunft des Rüsselsheimer Autobauers soll noch im Mai entschieden werden.
© Foto: Martin Öser/ddp

Berlin will dem Autobauer möglichst bald eine Perspektive bieten. Eine Ministerrunde soll noch in dieser Woche die vorgelegten Investorenkonzepte auswerten, eine Abordnung steht weiterhin für Gespräche mit der US-Regierung bereit.

Unter enormem Verhandlungszeitdruck versucht die Bundesregierung Opel aus dem drohenden Insolvenzstrudel der US-Mutter General Motors (GM) herauszuhalten. Entscheidend dafür sind die Konzepte potenzieller Investoren, für die zunächst eine Abgabefrist bis Mittwochabend gesetzt worden war. Diese Frist wurde jedoch gelockert, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Es werde erwartet, dass die Konzepte in der nächsten Zeit eingehen werden, hieß es. Nach Angaben des ARD-Hauptstadtstudios bat der italienische Autobauer Fiat darum, die Abgabefrist für das Detail-Konzept zu verlängern. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm versicherte, die Bundesregierung werde sich parallel zu GM und US-Regierung umgehend an die Auswertung der Zukunftsmodelle für den deutschen Autobauer machen. Man stehe innerhalb der zuständigen Bundesministerien sowie mit den betroffenen Landesregierungen, aber auch mit GM, Opel und GM-Europe sowie mit der US-Regierung in ständigem Kontakt. Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) kündigte nach einem Treffen der zuständigen Minister und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin an, dem Unternehmen solle möglichst noch vor Ende des Monats eine Perspektive geboten werden. Der amerikanische Opel-Mutterkonzern GM muss seinerseits bis zum 29. Mai der US-Regierung ein tragfähiges Zukunftskonzept vorlegen. Doch selbst die Konzernspitze räumt inzwischen ein, dass eine GM-Insolvenz kaum mehr zu verhindern sei. Dies hätte für die deutsche Tochter Opel gravierende Folgen. GM-Europachef Carl-Peter Forster ging in der Fachzeitschrift "auto motor und sport" (Freitag) jedoch davon aus, dass Opel auch im Fall der Insolvenz von GM weiter arbeiten könne und Zugriff auf alle Technologien behalte. Opel beschäftigt in vier deutschen Werken rund 25.000 Menschen. Berlin bevorzugt Branchenlösung Grundsätzlich entscheiden der ums Überleben kämpfende GM-Konzern sowie die US-Regierung über einen Einstieg von Investoren. Weder von GM noch von der US-Regierung kamen bislang eindeutige Signale. Da der Bund aber Bürgschaften für die Finanzierung einer Beteiligung geben soll, werden die Konzepte auch in Berlin vorgelegt und geprüft. Die aussichtsreichsten Kandidaten sind der italienische Autobauer Fiat sowie der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna. Auch der amerikanische Finanzinvestor Ripplewood wird über seine europäische Tochter RHJ International als Interessent gehandelt. Die Bundesregierung bevorzugt jedoch einen Investor, der möglichst selbst in der Automobilbranche tätig ist.

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