Mittwoch, 23.05.2012
13.11.2008
Share |
Interview

Burkhard Weller glaubt nicht an Pleitewelle
von Tobias Kut

Burkhard Weller, Geschäftsführender Gesellschafter der Wellergruppe, blickt trotz Krisenstimmung in der Branche zuversichtlich in die Zukunft. "Ich sehe überhaupt nicht schwarz", erklärte Weller am Donnerstag im Gespräch mit AUTOHAUS Online. Er räumte jedoch ein, dass das Geschäftsjahr 2008 auch für die Wellergruppe kein profitables sein werde. Erstmals in der Geschichte des Unternehmens werde man keinen Gewinn machen, so Weller. Zwar entwickele sich B&K und damit BMW und Mini sehr gut, und Toyota stehe, auch dank Herstellerhilfen, bei Null. MaxMoritz mache dagegen Verluste. Zum kürzlich geschlossenen Betrieb in Werl erklärte er: "Wenn man erkennt, man hat kein Marktwachstum mehr, und man schreibt an einem Standort einen gravierenden Verlust, dann muss man sich – für die Wellergruppe völlig unüblich – auch mal von einem Betrieb trennen." Die Bilanz der Wellergruppe in 2008 werde voraussichtlich den Absatz von 46.000 Fahrzeugen ausweisen. Dies entspreche einem Umsatz von rund 850 Millionen Euro (plus acht Prozent). Das Ziel sei weiterhin eine Steigerung von zehn bis zwölf Prozent in den kommenden Jahren. Angesprochen auf die schwierige Situation bei Toyota (minus 23,1 Prozent Absatzrückgang laut KBA) erklärte Weller, der auch Präsident des Toyota-Händlerverbandes ist: "Die Toyota-Händler sind nicht die Notleidendsten". Dennoch seien gravierende Änderungen notwendig, um die Lage der Betriebe zu verbessern. Dazu gehöre auch die bestehende Forderung nach drei Prozent Rendite und einem neuen Margensystem. "Wir brauchen kein neues Geschäftsmodell, wir brauchen ein klares, einfaches Margenmodell", forderte Weller. Daran werde bereits intensiv gearbeitet. Als Beispiel nannte er den Toyota Prius, der künftig drei Prozent mehr Marge ausweisen soll.

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: "Händler wollen verdienen und nicht auf Hersteller-Almosen hoffen"

 
 
Zurück Artikel bookmarken Kommentar abgeben Artikel drucken Heft-Abo
 

KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

14. November 2008 12:12
Jan Hofgard meint:
Woran der Kollege Weller glaubt oder wie er meint zu sehen, treibt einem hier schon die Zornesröte ins Gesicht und ist kontraproduktiv. Unsere Hausbanken möchten auf alle Fälle gern schwarze Zahlen und keine roten vorgelegt bekommen. Vor gut einem Jahr mussten wir uns noch von Herrn Weller im Fernsehen erklären lassen, dass seine Betriebe die Zukunft sind und kleinere, mittlere, sowie ländliche automobile Handelsstrukturen definitiv der Vergangenheit angehören. Falsch, die Hersteller sollten sich gerade in diesen Zeiten wieder ihrer Potentiale rund um den Kirchturm bewusst werden, egal wo immer der dann in Europa auch stehen mag. Händler sind Kunden der ersten Klasse, egal ob groß oder klein und sie und ihre Unternehmen haben einen Anspruch darauf beschützt zu werden. Warum hocken Herr Weller und seine Mannen aktuell unter einem Rettungsschirm, wie er selbst ja sagt (Toyota), und philosophieren über die automobile Zukunft und / oder eine Pleitewelle? Seit Jahren vermeldet diese Gruppe nur noch verkaufte Einheiten und Azubi-Einstellungen. Bilanzen aber gründen auf Eigenkapital und somit zwangsläufig auch auf damit verbundene, Gewinne. Das selektive Vertriebssystem wird sich definitiv nicht auflösen und die Hersteller würden jetzt gut beraten sein, sich dieser Marktprämisse intelligent, kreativ und vor allen Dingen fair für ihre Händlernetze zu stellen. Das Autogeschäft ist und bleibt Detailgeschäft und sollte nicht auf Gigantismus und tönernen Sockeln gründen. Back to the roots, muss daher das visionäre Gebot der Stunde lauten. Logistisch ist das in den heutigen Zeiten kein Problem mehr und wenn dann noch eine vergleichbare, leistungsorientierte und ehrliche Marge für die Händler angeboten würde, könnten die Tageszulassungen, die Querverkäufe durch die lokalen Märkte und die Exporte ins Ausland endlich ihr lang erwartetes Ende finden. Wann explodiert am Markt endlich mal so eine Megagruppe, damit durch den Knall alle wach werden und sich dann wieder auf das konzentrieren was wichtig ist, nämlich gute unternehmerische, sowie profitable Arbeit im Umfeld eines annehmbaren Wettbewerbes.


13. November 2008 22:31
Ernst--Robert Nouvertné meint:
Ich schätze Herrn Weller sehr, nur er widerspricht sich in diesem Gespräch sehr oft selbst. Auf der einen Seite wünscht er laufend Änderungen der jetzigen Situation, auf der anderen Seite wünscht er kein neues Geschäftsmodell. Weiterhin glaubt er nicht an eine Pleitewelle, spricht aber gleichzeitig Geschäfte mit Verlusten an, und dies auch in einigen seiner Häuser. Außerdem sprechen die jetzigen Insolvenzen Bände und widerlegen seine These. Sagen wir es so: wir benötigen das jetzige Geschäftsmodell deutlich verbessert um wieder angemessene Erträge zu erwirtschaften. Postiv bewerte ich, dass er dem deutschen Kraftfahrzeuggewerbe Mut macht.

2 Leserbriefe (Anzeige 1 bis 2)
1

"HB ohne Filter" vom 18. Mai

Kommentar von AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat

Heute mit den Themen: BMW-Rekorde, Fiat-Kontraste und Die Autohaus-Zukunft: Personal! MEHR

Frage der Woche

Download

AUTOHAUS-Bildschirmschoner

Ob Autopremiere, Politdebatte oder Promi-Schnappschuss – mit dem "I Saver" sind Sie immer auf dem Laufenden. mehr

Bildergalerien

Branchenrecht


Händlerbefragung

Die aktuelle Ausgabe des AUTOHAUS pulsSchlag

Topthema im Mai: Automobile Zukunft mehr

EXTRA

Jetzt neu: Fachbücher als eBook!

Einige unserer Praxishandbücher und Ratgeber können Sie jetzt auch als eBook bestellen! mehr

Marktplatz

Frische Ware

Auf dem neuen AUTOHAUS Marktplatz finden Sie alle Spezialisten und Dienstleister für ein erfolgreiches Kfz-Geschäft. mehr

Akademie aktuell

Professionelles Teile- und Zubehörmanagement im Autohaus

Erfahren Sie, wie Sie Ihr Teile- und Zubehörlager ertragreich managen! Anmeldung und Termine

Social Media

Besuchen Sie AUTOHAUS auf Facebook!

"Gefällt mir" – jetzt am virtuellen Stammtisch über bunte Branchenthemen diskutieren! mehr