Mittwoch, 23.05.2012
19.12.2008
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US-Autobauer

Bush gibt 17 Milliarden Dollar Kredit

Die Opel-Mutter General Motors und der Konkurrent Chrysler sind vorerst vor der Pleite gerettet. US-Präsident George W. Bush verschaffte den schwer angeschlagenen Autobauern mit Notkrediten von mehr als 17 Milliarden Dollar eine Atempause. Das Geld soll bis Ende März reichen. Bis dahin müssten die Unternehmen mit harten Sanierungsschritten ihre Zukunftsfähigkeit unter Beweis stellen, betonte Bush am Freitag. Die Kredite sind an strenge Bedingungen geknüpft. Der zweitgrößte US-Hersteller Ford lehnte das Hilfsangebot ab, weil er auf eigene Faust weitermachen könne. GM-Chef Rick Wagoner begrüßte das Notprogramm und kündigte verstärkte Sanierungsmaßnahmen an. "Wir wissen, dass wir eine Menge Arbeit vor uns haben." Wörtlich sagte er: "Unser Ziel ist es, GM neu zu erfinden" und zu einstiger Größe zurückzuführen. Dagegen meldeten Experten bereits erste Zweifel an, ob eine rasche Sanierung angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise gelingen könnte. Bush stellte unmissverständlich klar, dass seine Regierung praktisch keine Wahl gehabt habe. Ohne die Hilfen drohe der Autoindustrie ein "unkontrollierter Zusammenbruch", der die Rezession weiter verschärft hätte. Der künftige US-Präsident Barack Obama hat die Notkredite als notwendigen Schritt begrüßt. Ein andernfalls drohender Zusammenbruch der Industrie hätte verheerende Folgen für die Wirtschaft und Arbeiter im Land, sagte Obama in einer schriftlichen Erklärung. Er rief die Autofirmen weiter dazu auf, "diese Chance zur Reform schlechter Management-Praktiken" nicht zu verspielen. In einer ersten Tranche sollen 13,4 Milliarden Dollar ausgezahlt werden, und in einer zweiten Rate im Februar weitere vier Milliarden Dollar. Das Geld kommt aus dem 700-Milliarden-Dollar-Rettungspaket, das eigentlich ausschließlich für den Finanzsektor gedacht war. Die Regierung erhalte im Gegenzug stimmrechtslose Aktien. Rückzahlungspflicht und Bedingungen Trotz aller auch langfristigen Probleme der US-Autohersteller stellte Bush unmissverständlich klar: "Die Autobauer müssen die Kredite zurückzahlen". Zu den Bedingungen gehört, dass die Unternehmen ihre Kosten kappen und die Wettbewerbsfähigkeit stärken, um etwa mit ausländischen Produzenten in den USA konkurrieren zu können. Arbeitnehmer und Gewerkschaften müssten zu Einschnitten auch bei Sozialleistungen bereit sein. Wenn dies nicht innerhalb der nächsten Monate gelingen sollte, müssten Insolvenzverfahren mit Gläubigerschutz nach US-Muster ins Auge gefasst werden.

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Bush sieht keine Alternative – Ford lehnt Hilfen ab

 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

20. Dezember 2008 14:43
W.H. Refleh meint:
Grundbedingung für eine Genesung von GM ist die Abkehr von den überzogenen Sozialleistungen, wie z.B. die voll bezahlte Krankenversicherung pro Beschäftigten und Pensionär, mit Kosten pro pro Person die denen in Deutschland ähneln. Hier ist die UAW (Autoarbeitergewerkschaft) gefordert und muss mit der Wahl "Job oder No Job" konfrontiert werden.
Gegen einen Zusammenschluss von GM und Chrysler ist nichts einzuwenden, denn wenn beide Firmen sich drastisch verkleinern werden dann sind Synergien ausserordentlich kostensparend, solange sie aber ihre Modellprogramme so aufteilen, dass sich die Produkte im Markt keine Konkurrenz machen.

W.H. Refleh

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