Nach Scheitern im Senat: Bush zieht Notbremse

12.12.2008 00:45 Uhr
Rettungsplan gescheitert: Die Existenzangst geht wieder in der US-Autoindustrie um.
© Foto: ddp / Marcus Brandt

Nachdem der 14 Milliarden Dollar schwere Rettungsplan für die US-Autoindustrie im US-Senat am Donnerstag scheiterte, sagte Präsident Bush nun seine Hilfe zu. Dafür soll das 700 Milliarden Rettungspaket der Banken angezapft werden.

Die Opel-Mutter General Motors kann auf eine Rettung in letzter Minute hoffen. US-Präsident George W. Bush signalisierte am Freitag seine Bereitschaft, die von der Autobranche dringend benötigten Milliardenkredite zunächst aus dem Rettungspaket für die Finanzbranche zur Verfügung zu stellen. Bisher hatte das Weiße Haus dies strikt abgelehnt. GM und der ehemaligen Daimler-Tochter Chrysler drohte akut die Insolvenz, nachdem geplante Notkredite von 14 Milliarden Dollar in der Nacht zum Freitag am Widerstand der Republikaner im US-Senat gescheitert waren. Das Weiße Haus prüfe angesichts der "schwachen Situation der US-Wirtschaft" alle Möglichkeiten zur Rettung der Autobranche, auch die Verwendung der für die Finanzbranche gedachten Gelder, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Dana Perino, am Freitag an Bord des Präsidenten-Flugzeugs "Air Force One". Bush-Nachfolger Barack Obama forderte erneut Staatsgelder für die Autobranche. Das Scheitern des 14 Milliarden schweren Rettungsplans im Senat sei enttäuschend, betonte Obama am Freitag. Auch er sei frustriert über "Jahrzehnte des Missmanagements" in der Autobranche, das Ursache für die derzeitige Krise sei. Diese Praxis dürfe weder "fortgesetzt noch belohnt" werden. Dennoch sei im Interesse von Millionen amerikanischer Arbeitnehmer und ihrer Familien sowie wegen der notwendigen Stabilisierung der Wirtschaft eine Rettung der Branche erforderlich. Parteiquerelen dürften das nicht verhindern. GM und Opel hatten gewarnt, sie bräuchten Milliarden-Hilfen noch im Dezember. Es ist unklar, wie lange das Geld bei ihnen noch reicht. GM engagierte laut einem Zeitungsbericht bereits Insolvenzberater. Der Zugriff auf das 700 Milliarden Dollar schwere Rettungspaket für die Finanzbranche ist die größte Hoffnung für die Autobauer. Ford, der dritte große US-Autobauer, gilt vorerst als etwas weniger gefährdet. Den Republikanern im Senat gingen die Zugeständnisse der Autoindustrie insbesondere beim geforderten Schuldenabbau und der Reduzierung von Löhnen und Gehältern nicht weit genug. Senator Bob Corker beschuldigte vor allem die Autoarbeiter-Gewerkschaft UAW, für das Scheitern des Rettungsplans verantwortlich zu sein. Die am Donnerstag im Kongress anwesenden UAW-Spitzenfunktionäre hätten sich geweigert, einer Senkung der Lohnkosten bei den US-Autobauern auf das Niveau der japanischen Hersteller in den USA vor 2011 zuzustimmen. "Republikaner handeln unverantwortlich" Die demokratische Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, nannte das Handeln der Republikaner angesichts der großen Kompromissbereitschaft aller Seiten und der US-Wirtschaftskrise unverantwortlich. "Die Konsequenzen können nun verheerend für die Wirtschaft sein". Vergeblich hatte auch der designierte US-Präsident Barack Obama die Senatoren aufgefordert, die US-Autohersteller zu retten. "Wir können nicht einfach danebenstehen und zuschauen, wie die Industrie zusammenbricht", sagte er. Ein Verschwinden der US- Autobranche könne eine "verheerende Kettenreaktion" auslösen.

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


KOMMENTARE

MR.T

12.12.2008 - 10:31 Uhr

Ola, ich kann nicht so viel essen wie ich kotzen möchte :) Wenn ich Mist mache, kann ich meine Papiere nehmen. Ab einer gewissen Gehaltschicht gilt das anscheinen nicht mehr-und in der Politik. Ewig drin oder nen Möllemann machen... Ich kann doch keine Fehlspekulatius produzieren (wink an den Weihnachtsmann-wenn der nur falsche Sachen schenken würde, wäre der auch bald arbeitslos) und dann im Nachhinein "sorry-ist halt schief gelaufen. Bekomm ich jetzt Geld" spielen. Wie war das heute morgen auf L1ve-da hat sich in den raffgiereigen USA einer um 50MRD!$ bereichert (wie geht sowas). Und auf die aktuelle Umfrage würde ich die Antwort "Die Leute haben alle keine Kohle mehr-warum bauen die Konzerne immernoch so teure Autos?" ankreuzen. Oder wer von euch bekommt noch Weihnachtsgeld ??? LEider kan man ja hier nur alle Themen anreißen und dann wird trotzdem noch zensiert ;) um so die "Meinung der Leser" widerzuspiegeln ;) Grüße aus dem Sektor... MR.T (den bräuchten wir jetzt wirklich hier *kick Ass!*)


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Auto News für die Automobilbranche: AUTOHAUS ist eine unabhängige Abo-Fachzeitschrift für die Automobilbranche und ein tagesaktuelles B2B-Online-Portal. AUTOHAUS bietet Auto News, Wirtschaftsnachrichten, Kommentare, Bilder und Videos zu Automodellen, Automarken und Autoherstellern, Automobilhandel und Werkstätten sowie Branchendienstleistern für die gesamte Automobilbranche. Neben den Auto News gibt es auch Interviews, Hintergrundberichte, Marktdaten und Zulassungszahlen, Analysen, Management-Informationen sowie Beiträge aus den Themenbereichen Steuern, Finanzen und Recht. AUTOHAUS bietet Auto News für die Automobilbranche.