Mittwoch, 23.05.2012
02.12.2009
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Daimler

C-Klasse-Produktion geht nach Bremen

Der Autobauer Daimler ordnet seine Pkw-Produktion neu und verlagert weitere Teile ins Ausland. Der Bau der Mercedes-C-Klasse wird in Sindelfingen gestoppt und nach Bremen und in die USA verlagert. Damit verliert der größte Pkw-Standort des Premiumherstellers deutlich an Bedeutung. Tausende Mitarbeiter legten am Mittwoch aus Protest gegen die Pläne des Managements die Produktion für mehrere Stunden lahm. Arbeitsplätze in Deutschland sollen wegen des Umbaus aber nicht gestrichen werden. Die Produktionspläne für die neue Generation der kleinen Mercedes- Benz-Limousine gelten laut Daimler von 2014 an. Im Gegenzug soll dann die Montage des Sportwagens SL nach Sindelfingen (Kreis Böblingen) verlagert werden. Die genaue Aufteilung soll wie folgt aussehen: 60 Prozent der C-Klasse-Fahrzeuge werden künftig in Bremen gebaut, 20 Prozent in den USA und jeweils 10 Prozent in China und Südafrika. Mit dem Umbau des Produktionsnetzes will Daimler die Kosten senken und die Wettbewerbsfähigkeit stärken. 1.800 Stellen sind Angaben des Autobauers zufolge in Sindelfingen von der Verlagerung betroffen. Den Mitarbeitern würden andere Beschäftigungsmöglichkeitern angeboten, sagte Personalvorstand Wilfried Porth. Mercedes-Produktionschef Rainer Schmückle sagte, die durch die Verlagerung freiwerden Kapazitäten sollten zum Beispiel für die verstärkte Montage von Brennstoff- und Hybridfahrzeugen genutzt werden. Die Details sollen mit dem Betriebsrat ausgehandelt werden. Jobs in Bremen gesichert Die Jobs in Bremen sind gesichert. Im US-Werk Tuscaloosa soll die Zahl der Beschäftigten von derzeit 2.800 auf rund 4.000 steigen. Dort waren allerdings in den vergangenen Monaten wegen der Krise fast 1.000 Arbeitsplätze gestrichen worden. Schmückle sagte, die Lohnkosten seien dort vor allem wegen längerer Arbeitszeiten für Daimler günstiger. Während ein Mitarbeiter in Deutschland pro Jahr rund 1.350 Stunden arbeite, seien es in den USA 1.800 Stunden. "Die C-Klasse ist unser international erfolgreichstes Produkt und deswegen bietet gerade sie einen wirkungsvollen Stellhebel, um uns besser für die Zukunft aufzustellen", sagte Porth. Schmückle sagte, ein wesentliches Argument sei eine Fertigung näher am Markt. Derzeit produziere Daimler vier von fünf Autos in Westeuropa, verkaufe aber nur 60 Prozent auch in dieser Region. Diese Schere werde sich in den nächsten Jahren weiter öffnen.

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm kritisiert Entscheidung

 
 
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