Seit Mitte der 2000er Jahre angedacht, mehr als zwei Jahre diskutiert, im Oktober 2012 verabschiedet und Ende Januar 2013 endlich veröffentlicht - die Charta von Turin war eine schwere Geburt. In deutscher Sprache gibt es den Text der Leitlinie für den verantwortungsvollen Umgang mit historischen Fahrzeugen offiziell, das heißt von der Oldtimer-Weltorganisation FIVA, noch immer nicht, wohl aber bei uns zum Download im Kasten unten.
Die Charta enthält elf Artikel und einen kurzen Anhang. Für Profis interessant sind vor allem die Artikel 5 (Begriffserklärungen) und 6 (u.a. Empfehlung von Bauteilmarkierungen). Folgende Markierungen werden im Anhang vorgeschlagen:
- NB (newly built) für nach Originalvorlagen/so exakt wie möglich neu angefertigt
- FR (free reconstruction) für freie Rekonstruktion ohne direkte historische Vorlage
- CS (conservational stabilization) für eingefügte Verstärkung der historischen Substanz
Was noch aussteht, ist ein Handbuch mit konkreten und bebilderten Beispielen, das die betreffende Arbeitsgruppe der FIVA noch für dieses Jahr angekündigt hat. Ausgabe 4/2012 von "Klassik", Fachzeitschrift für Oldtimer-Profis, enthält einen ausführlichen Artikel zur Charta von Turin und bereits einige Beispiele, die so auch im angekündigten Handbuch stehen könnten. (pd)



