Insolvenz: Chrysler baut auf schnellen Neustart

05.06.2009 14:53 Uhr
Seit Beginn der Insolvenz stehen die Bänder bei Chrysler still.
© Foto: Joerg Koch/ddp

Der amerikanische Autobauer Chrysler will so schnell wie möglich seinen Neustart in den nächsten Tagen angehen. Allerdings leisteten einige Gläubiger noch am Freitag Widerstand gegen den vorgesehenen Einstieg von Fiat.

Nervenkrieg um Chrysler: Der insolvente US-Autobauer drückt mit aller Macht aufs Tempo für seinen Neustart in den nächsten Tagen. Doch letzte Gläubiger leisteten noch am Freitag erbitterten Widerstand gegen den zur Rettung geplanten Einstieg von Fiat. Das New Yorker Insolvenzgericht hatte schon grundsätzlich grünes Licht gegeben. Im Schnellverfahren sollte ein US-Berufungsgericht am Freitagnachmittag letzte Gläubiger-Einwände anhören. Experten erwarteten überwiegend eine Entscheidung zugunsten Chryslers. Dann wäre der Weg für einen Neuanfang des drittgrößten US-Herstellers, dessen Bänder seit Beginn der Insolvenz vor gut einem Monat stillstehen, so gut wie frei. Die Zeit drängt. Fiat kann bis zum 15. Juni wieder aussteigen, wenn das Geschäft nicht bis dahin rechtlich sicher ist. Die Italiener sollen zunächst 20 Prozent an Chrysler übernehmen und über mehrere Schritte die Option auf eine spätere Mehrheit haben. Vorerst wird aber die Autogewerkschaft UAW im Tausch für Milliarden-Zugeständnisse die Mehrheit an Chrysler halten, die USA und Kanada den Rest. Noch zum Start des Gläubigerschutzverfahrens am 30. April hatten die meisten Fachleute den raschen Neuanfang für unmöglich gehalten. US-Präsident Barack Obama und Chrysler hatten dagegen von Beginn an eine Dauer von 30 bis 60 Tagen als Ziel ausgegeben. Auch der ebenfalls insolvente GM-Konzern könnte sich dann Hoffnung auf ein schnelles Verfahren machen. Die Berufung hatte eine Gruppe dreier Pensionsfonds aus dem US-Bundesstaat Indiana eingereicht, denen Chrysler 42 Millionen Dollar schuldet. Die Fonds sehen sich beim geplanten Schuldenverzicht benachteiligt. Insgesamt steht der Autobauer bei privaten Gläubigern mit knapp sieben Milliarden Dollar (fünf Milliarden Euro) in der Kreide. Sie sollen insgesamt zwei Milliarden Dollar bekommen. (dpa)

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