Mittwoch, 23.05.2012
22.04.2009
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Medien

Chrysler-Gläubiger trotzen US-Regierung

Die Gläubiger des ums Überleben kämpfenden US-Autobauers Chrysler bieten der amerikanischen Regierung die Stirn. In den Verhandlungen um einen Schuldenabbau für Chrysler ist eine Gruppe von Großbanken und anderen Kreditgebern laut US-Medien nur zu weit geringeren Zugeständnissen bereit als von der Regierung gefordert. Die Gläubiger-Gruppe wolle statt der vom US-Finanzministerium verlangten 85 Prozent nur 35 Prozent ihrer Ansprüche in eine Minderheitsbeteiligung an Chrysler umwandeln. Das berichtete am Dienstagabend (Ortszeit) das "Wall Street Journal" unter Berufung auf ein der Zeitung vorliegendes Angebot der Gläubiger. Das Ultimatum von US-Präsident Barack Obama für eine Einigung und einen überzeugenden Sanierungsplan von Chrysler läuft zum Monatsende ab. Eine weitere Bedingung Obamas ist der geplante Einstieg des italienischen Fiat-Konzerns bei Chrysler, der noch immer nicht in trockenen Tüchern ist. Bei einem Scheitern droht dem drittgrößten US-Autobauer die Insolvenz und womöglich gar das endgültige Aus. Der ehemalige Chrysler-Partner Daimler will sich unterdessen so schnell wie möglich von seinem Restanteil von knapp 20 Prozent trennen. "Die Wahrscheinlichkeit, dass dies noch in diesem Jahr passiert, halte ich für größer als 50 Prozent", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche dem Magazin "Capital". Der Konzern führt bereits seit Monaten Gespräche über den Verkauf der Beteiligung. Im vergangenen Jahr hatte Chrysler die Bilanz der Stuttgarter mit über drei Milliarden Euro belastet. Im Falle einer Insolvenz des US-Autobauers könnten auf Daimler weitere Belastungen zukommen. US-Markt "wird zurückkommen" Zetsche sagte, er rechne in vier bis fünf Jahren mit einer Erholung des eingebrochenen US-Automarkts. "Das Geschäft wird zurückkommen, und zwar auf dem Niveau, das wir vor der Krise hatten", sagte der Manager dem Magazin. Der Rückgang der Nachfrage sei nicht auf eine verfehlte Modellpolitik der Hersteller zurückzuführen, betonte er. "Der Markt in den USA hat sich schlicht halbiert. So etwas kann man mit keinem Produktprogramm der Welt auffangen." Staatshilfen für die Branche hält Zetsche nur für eine Übergangszeit für sinnvoll. (dpa)

 
 
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