Mittwoch, 23.05.2012
12.01.2010
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Detroit

Chrysler rechnet mit hartem Jahr

Der gerade erst der Insolvenz entkommene US-Autobauer Chrysler blickt skeptisch in die Zukunft. "Es wird ein sehr schwieriges Jahr", sagte Firmenchef Sergio Marchionne am Montag auf der Autoshow in Detroit. Der Fiat-Chef führt seit dem Einstieg der Italiener bei Chrysler beide Unternehmen. "Das einzige, was mich beruhigt, ist, dass wir 2009 den Boden erreicht haben. Er geißelte die Rabattschlacht in Nordamerika. "Unprofitables Volumen ist nicht das Volumen, das ich will", sagte Marchionne. Mittelfristig will er die Verkäufe von Chrysler auf 2,8 Millionen Autos und damit auf alte Höhen hochschrauben. Im abgelaufenen Jahr hatte Chrysler den massivsten Einbruch aller US-Hersteller verzeichnet. Die Verkäufe fielen um 36 Prozent auf weniger als eine Million Autos. "2009 war eine schmerzhafte Erfahrung", sagte Marchionne. Der Italiener hatte erst im Sommer nach der überstandenen Insolvenz von Chrysler das Steuer bei den Amerikanern übernommen. Fiat hält 20 Prozent an dem US-Hersteller, hat aber die Möglichkeit, langfristig die Mehrheit zu übernehmen. Diese liegt nach massiven Staatshilfen und Zugeständnissen der Arbeitnehmer in den Händen von Regierung und Gewerkschaft. Italienische Kleinwagen-Technologie Marchionne will den drittgrößten US-Autobauer mit italienischer Kleinwagen-Technologie aus dem Tal führen. Bis die ersten Autos aus der Kooperation am Start sind, dauert es aber nach seinen Angaben noch bis Ende 2011 oder Anfang 2012. Zur Überbrückung wollen die Partner deshalb den Kult-Kleinwagen Fiat 500 auf den US-Markt bringen. Die drei Marken Chrysler, Dodge, Jeep sollen künftig eigenständig, aber auf einheitlichen Plattformen Autos anbieten. Das soll Kosten sparen. Schon 2011 soll der noch im vergangenen Frühjahr zahlungsunfähige Hersteller wieder schwarze Zahlen schreiben. Fiat seinerseits erhofft sich auch Vorteile aus der Kooperation. "Wir werden zurück in den US-Markt kommen", wiederholte Marchionne. Die Italiener wollen das Chrysler-Händlernetz nutzen. Neben der Hauptmarke Fiat soll auch die Schwestermarke Alfa Romeo Fuß fassen. Bislang ist der Konzern nur mit seinen Nobelmarken Maserati und Ferrari in Nordamerika vertreten. (dpa)

 
 
 
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