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Der Einstieg des Fiat-Konzerns soll für Chrysler die Rettung bringen.
Insolvenzverfahren
Chrysler und Fiat besiegeln Allianz
Der drittgrößte US-Autobauer Chrysler startet mit dem italienischen Fiat-Konzern an seiner Seite neu durch. Beide besiegelten am Mittwoch nach Chryslers nur gut fünfwöchigem Insolvenzverfahren in New York ihre Allianz. Fiat bekommt beim Einstieg zunächst 20 Prozent an dem US-Autobauer und kann den Anteil langfristig deutlich aufstocken. "Dies ist ein bedeutsamer Tag", sagte Fiat-Chef Sergio Marchionne, der künftig auch Vorstandschef des amerikanischen Herstellers ist. Das gelte nicht nur für die Chrysler-Beschäftigten, sondern auch für die weltweite Autoindustrie. "Wir beabsichtigen, auf Chryslers Innovations-Kultur und Fiats Technologie und Fachverstand aufzubauen, um Chryslers Produktpalette in Nordamerika und darüber hinaus auszubauen", sagte Marchionne. Umweltfreundliche, verbrauchsarme, hochqualitative Fahrzeuge sollen künftig zum Markenzeichen werden, kündigte er an. Die Italiener zahlen für den Einstieg kein Geld, sondern bringen dringend benötigte spritsparende Technik und Kleinwagenmodelle ein. Fiat will durch den Schritt auf dem US-Markt wachsen, um eine in der Zukunft ausreichende Größe im Wettbewerb mit anderen Herstellern zu haben. Vorerst hält die Autogewerkschaft UAW - im Gegenzug für Milliarden-Zugeständnisse - über ihren Betriebsrentner- Gesundheitsfonds die Mehrheit am neuen Unternehmen. Den Rest bekommen die USA und Kanada. Fiat darf erst die Mehrheit übernehmen, wenn alle Schulden gegenüber den beiden Staaten abbezahlt sind. Die bisherigen Gläubiger müssen sich im Zuge des Verkaufs mit rund zwei Milliarden Dollar (1,4 Milliarden Euro) zufriedengeben. Bei ihnen stand Chrysler zuletzt mit knapp sieben Milliarden Dollar in der Kreide. Der überraschend schnelle Neustart von Chrysler ist ein Erfolg für US-Präsident Barack Obama, der ein Verlassen der Insolvenz nach 30 bis 60 Tagen als Ziel ausgegeben hatte. Viele Juristen hatten dies aufgrund bisheriger Erfahrungen mit solchen Verfahren nicht für möglich gehalten. Die von Chrysler abgespaltenen Altlasten werden noch längere Zeit zum Verkauf oder zur Abwicklung in der Insolvenz bleiben. Ein langfristiger Erfolg des neuen Unternehmens Chrysler ist für Branchenexperten allerdings keineswegs sicher. Auch dem Doppel Fiat-Chrysler könnte für dauerhafte Gewinne die ausreichende Größe fehlen. Gemeinsam kamen sie 2008 rechnerisch auf rund 4,2 Millionen verkaufte Autos. Marchionne bezeichnete stets knapp sechs Millionen Fahrzeuge als die kritische Marke. Bis zum erfolgreichen Start neuer Chrysler-Modelle in den USA könnte nach Ansicht der Fachleute zudem viel Zeit vergehen. (dpa)
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(Foto: Chrysler/Fiat/Pixelio/AHO-Montage)
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