TÜV Infoline

- Von den Preisangaben der Fluggesellschaften können Werkstätten noch etwas lernen.
Der gefühlte Preis
Was kostet ein Flug nach Rom? 29 Euro, richtig! Wenn Ihnen jemand so etwas ernsthaft erzählt, dann sollten Sie mit ihm um sein Haus wetten. Sie gewinnen! Warum? Weil wir Menschen bei der Preisnennung immer gedanklich in unserer Geldbörse nachsehen, ob wir uns das leisten können. Stimmt also der "gefühlte Preis", dann treffen wir eine Kaufentscheidung.
Blöd nur, dass dann noch "schicksalhafte Zusatzkosten" (s. Download unten) wie Steuern, Sicherheitsgebühren, Treibstoffzuschlag und Abfertigungsgebühren sowohl beim Start- als auch beim Landeflughafen dazukommen. "Ich falle auf so etwas nicht herein", sagen Sie jetzt. Aber Achtung: Wir alle neigen dazu. Dazu muss man nicht unbedingt scharf mit dem Kopf angeschlagen sein. "Kostenlos telefonieren für 25 Euro im Monat!" Na, klingelt es nicht nur im Handy?
Und jetzt nehmen wir den Effekt mal für unsere Branche: Die kleine Inspektion kostet 39 Euro und die große 69 Euro - ohne Teile natürlich. So steht es im Internet! Und wenn wir dann tapfer und redlich die kleine Inspektion für 129 Euro inklusive Öl und Teile anbieten, dann fallen wir beim Kunden als zu teuer durch!
Der Apell richtet sich daher an alle, insbesondere aber an all diejenigen aus der Branche, welche in solchen Praktiken unlauteres Verhalten sehen: Bewahren Sie sich Ihr ehrliches Gewissen, machen Sie es trotzdem, holen Sie die Kunden über gefühlte Preise in Ihre Werkstatt und dann seien Sie beim Verkaufen weiterer Dienstleistungen ein guter, fairer und ehrlicher Geschäftspartner.
Erstaunlicherweise will nämlich der Kunde, den wir durch einen gefühlten Preis in unser Haus geholt haben, genau wissen, was es nachher kostet. Darauf sollten Sie antworten können! (Georg Hensch)
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