Donnerstag, 02.09.2010
14.11.2008
Staatsgelder
Für Opel wird es eng: Der Autobauer bittet um Staatsbürgschaften in Millionenhöhe.

Opel bittet um Millionenbürgschaft

Opel muss in der Finanzkrise als erster Autohersteller in Deutschland um staatliche Hilfe bitten. Die Tochter des schwer angeschlagenen US-Konzerns General Motors bemüht sich um eine staatliche Bürgschaft, teilte das Unternehmen am Freitag auf Anfrage in Rüsselsheim mit. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur geht es um ein Volumen von mindestens 200 Millionen Euro. Opel verwies auf die Folgen der Finanzkrise und die dramatische Schieflage von GM. Der Mutterkonzern hatte kürzlich vor einer möglichen Insolvenz gewarnt. In Branchenkreisen hatte es zudem geheißen, der Autobauer habe in seinen Verhandlungen mitgeteilt, im nächsten Jahr etwa eine Milliarde Euro frisches Kapital zu benötigen. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" aus Länder-Kreisen hat Opel offene Forderungen von bis zu zwei Milliarden Euro an den Mutterkonzern. Die Geschäftsleitung der Adam Opel GmbH habe sich mit der Bitte um die Bürgschaft an die Bundesregierung und die Bundesländer gewandt, in denen das Unternehmen Werke habe, teilte Opel mit. Der Autobauer produziert in Deutschland außer in seinem Stammwerk im hessischen Rüsselsheim in Nordrhein-Westfalen (Bochum), Rheinland-Pfalz (Kaiserslautern) und Thüringen (Eisenach). Insgesamt hat der Autobauer in Deutschland knapp 25.700 Mitarbeiter. "Wir wollen die Wettbewerbsfähigkeit von Opel auch in dieser global schwierigen Situation sichern", sagte Opel-Chef Hans Demant. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) wollte sich am Freitag nicht zu dem Schritt äußern. "Wir haben derzeit kein Liquiditätsproblem", sagte Demant am Freitag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Frankfurt. Opel habe bei der Bundesregierung eine Bürgschaft beantragt, aber keine Liquiditätshilfen. "Wir haben keine Liquidität beantragt", betonte Demant. Zur Höhe der Bürgschaft machte er keine Angaben. Erste Zusagen aus Rheinland-Pfalz Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) bestätigte den Kontakt zu Opel "Das Problem kann nur gemeinsam mit den betroffenen Standortländern angegangen werden." Das Unternehmen müsse nun "konkrete belastbare Zahlen auf den Tisch legen, damit wir die Situation analysieren können". Auf dieser Basis würden dann Gespräche innerhalb der Bundesregierung und mit den Ländern geführt. Das Land Rheinland-Pfalz ist derweil bereit, eine Bürgschaft für den krisengeschüttelten Automobilhersteller Opel mitzutragen. "Wir werden alles tun, um die deutschen Standorte zu sichern und die Interessen der Arbeitnehmer zu wahren", erklärte Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) laut Mitteilung der Staatskanzlei in Mainz am Freitag.

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Demant: "theoretischer Fall" - Hessen sagt Hilfen zu

 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

18. November 2008 13:27
scheintso meint:
Holzmann II; erst mit aggressiven Preisen die Konkurrenz und schließlich sich selbst an die Wand fahren - das brauchen wir nicht!
Sollen Berlin und die Länder doch ihre Flotten auf Opel umstellen - Sondermodell Angela ... wär doch was!


17. November 2008 10:27
W. Röder meint:
Wer hilft denn den Opel Händlern ??
Verkehrte Welt ?? Der Händler als einzelner hat ja leider nur wenige Mitarbeiter.
Aber man sollte sich auch mal die Löhne und Gehälter in der Industrie ansehen, denn davon kann ein Angestellter oder Mechaniker im Handel nur träumen.


15. November 2008 16:53
Walter Schiel meint:
Opel wurde jahrelang von GM ausgeblutet und nach amerikanischem Gutdünken, weniger nach europäischen Markterfordernissen, gemanagt. Opel könnte heute viel besser da stehen, eventuell so gut wie Audi. Wenn Opel jetzt schon 2 Mrd Euro offene Forderungen an GM hat und von GM mit in die Pleite gerissen wird, ist es sehr fraglich, ob die deutschen Steuermillionen genügen, um die stark verschuldete Opel AG zu retten. Viel eher glaube,ich, dass unsere Steuermillionen ebenfalls futsch sind. Und als nächster wird dann Ford kommen. Deshalb lieber Finger weg von Opel. Diese Steuermillionen wären zum Fenster rausgeschmissen.

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