19.11.2008
Opel-Krise
Carl-Peter Forster
Der rigide Sparkurs von GM trifft auch die Manager: Europa-Chef Forster hat vorerst alle vertraglich zugesicherten Sondervergütungen gestrichen.

Weniger Geld, weniger Arbeit

In der Krise bei Opel müssen einfache Mitarbeiter wie hochrangige Manager mit Einschnitten rechnen. Es gibt Pläne, die Produktion in fast allen europäischen Werken zurückzufahren und in der Folge die Arbeitszeit zu kürzen. Bonuszahlungen und Prämien für Opel-Führungskräfte in Europa werden laut einem Zeitungsbericht ab sofort gestrichen. Opel-Chef Hans Demant kündigte an, die Gelder aus einer möglichen Staatsbürgschaft mit einer Zweckbindung für die deutschen Werke versehen zu wollen.

Opel bemüht sich um eine Bürgschaft von Bund und Ländern, um für den Fall gewappnet zu sein, dass im Falle einer Insolvenz der Konzernmutter General Motors (GM) die Geldströme abreißen. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ"/Mittwoch) braucht Opel im "schlimmsten anzunehmenden Fall" eine Bürgschaft über 1,8 Milliarden Euro in den Jahren 2009 und 2010. Die Summe wurde in Unternehmenskreisen am Mittwoch weitgehend bestätigt. Die Bundesregierung will bis Weihnachten entscheiden.

Demant sagte dem "Handelsblatt" (Donnerstag), dass die Investitionen, die durch diese Bürgschaft möglich wären, an in Europa gebaute neue Modelle gebunden werden könnten. "Rein finanztechnisch ist das kein Problem". Die Tochter des angeschlagenen US-Autobauers machte damit erstmals deutlich, wie sie verhindern will, dass die deutsche Milliarden-Hilfe nicht am Ende in der GM-Zentrale in Detroit landet.

Mit der Bürgschaft solle auch sichergestellt werden, dass die Pläne für den nächsten Opel Astra, das wichtigste Modell der Rüsselsheimer, nicht in Verzug geraten. "Falls nötig, würden wir einen Teil der Gelder aus einer möglichen Bürgschaft verwenden, um den Zeitplan für den Astra sicherzustellen", so der Manager. Der Golf-Konkurrent soll nach bisherigen Plänen im Herbst 2009 an den Start gehen.

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wappnen für schlechte Zeiten – 30-Stunden-Woche im Gespräch

 
 
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